Walerij Lobanowskyj, der Football Manager und Du

Lobanowskyi_Football_Manager

In Sachen Fußball wurde ich maßgeblich durch die Sowjets sozialisiert. Spieler wie Oleg Blochin, Rinat Dassajew, Wassili Raz oder Wagis Chidijatulin wurden während der WM 1986 und der EM 1988 zu meinen ersten kickenden Helden. Erst mit den Jahren dämmerte mir, dass nicht die Spieler diesen grandiosen Fußball hervorbrachten – sondern der Mann im Hintergrund: Walerij Lobanowskyj, der „General mit dem steinernen Gesicht“. Ob man ihm im Football Manager nacheifern kann?

Das Erbe des Generals

Lobanowskyjs taktisches Wirken hat, ohne dass er in der breiten Masse dafür gewürdigt wird, den Fußball jahrzehntelang geprägt. Auch heute noch beeinflusst er moderne Trainer. Daher möchte ich mich hier – anders als in meinem Artikel zu Sir Alex Ferguson – intensiver mit der taktischen Herangehensweise meines Vorbilds beschäftigen. Kann man im Football Manager das Erbe des Generals antreten?

Warum Walerij Lobanowskyj?

Bevor wir in den FM einsteigen: Warum habe ich mich für Walerij Lobanowskyj entschieden? Was ist das Besondere an ihm?

Nun, als einer der ersten Trainer hat er sich dem Fußball mit wissenschaftlichen Methoden angenähert. So ließ er seine Spieler Reaktionstests mit Computern machen, lange bevor diese Allgemeingut waren. Mithilfe riesiger Datenbanken, die er extra anlegen ließ, führte er komplexe Analysen durch – Jahre vor Opta, Moneyball und Co.

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Wenn du zu denjenigen gehörst, die mit Lobanowskyj (wenn überhaupt) nur einen älteren, etwas aufgedunsenen Mann verbinden, der reglos auf seiner Trainerbank sitzt, solltest du dieses Bild aktualisieren. Von Beginn seiner Trainerlaufbahn 1969 bei Dnipro Dnipropetrowsk bis zu seinem Tode 2002 hat Lobanowskyj modernen Fußball spielen lassen und seine Methoden dabei stets weiterentwickelt.

LobanovskyjLobanowskyj, der FM und ich

In bislang jeder Football Manager Version, die ich besitze, war mir Dynamo Kiew zumindest einen kurzen Spielstand wert. Da Lobanowskyj die meiste Zeit seiner Trainer-Karriere dort das Zepter schwang, war es keine Frage, welchen Verein ich für diesen Artikel wählen würde. Bewaffnet mit einem Erweiterungsfile für die Ukraine, einer mittleren Datenbank und sämtlichen Spielern aus Südamerika und Osteuropa, konnte es losgehen.

Ausgangssituation bei Dynamo Kiew

Der Kader

Seit dem Tode Lobanowskyjs 2002 hat Schachtjar Donezk in der ukrainischen Liga Dynamo Kiev mehr und mehr den Rang abgelaufen. Dies macht sich auch im FM deutlich bemerkbar. Beim erstmaligen Anblick des Dynamo-Kaders habe mich mehr als nur ein wenig erschrocken: Zwar gab es noch zwei oder drei sehr gute Spieler, von Spitzenklasse war jedoch nicht viel zu sehen. Besonders die ausländischen Spieler waren selten mehr als Kader-Füllstoff und/oder überaltert.

Die erste Mannschaft zu Beginn

Auch im Nachwuchsbereich sah es nicht viel besser aus: Durchschnitt, wohin das Auge blickt. Nachwuchstraining und -scouting waren ebenfalls nur noch durchschnittlich.

Die U21

Die U19

 

Einrichtungen & Mitarbeiter

Die einzigen Mutmacher waren die perfekten Trainings- und Jugendeinrichtungen, der Umstand, dass es mit dem Oligarchen Igor Surkis als Präsidenten wohl eher nicht zu finanziellen Engpässen kommen würde und die vielen unbesetzten Stellen im Mitarbeiter-Bereich.

Meine Ziele …

Ein kompletter Neuaufbau war also nicht nötig, einige Dinge mussten jedoch definitiv verändert und verbessert werden. Meine Zielsetzung lautete also wie folgt:

  • Wiederbelebung der „Kiew-DNA“: Lobanowsyis Mannschaften waren als Pressing-Maschinen bekannt. Ich will einen entsprechenden Spielstil kreieren, der zudem der Bezeichnung „Systemfußball“ gerecht wird.
  • Rückeroberung des Status als „bester Klub der Ukraine“: Dynamo Kiew muss im ukrainischen Fußball wieder das Maß aller Dinge werden, egal ob es um die Qualität der Mitarbeiter, das Level der Nachwuchsförderung oder die Anzahl der ukrainischen Nationalspieler geht.
  • Nachwuchsförderung, Nachwuchsförderung, Nachwuchsförderung! In den Jugendteams sollen die besten ukrainischen Spieler der jeweiligen Altersklasse zusammengezogen und punktuell mit Spielern aus Afrika und Osteuropa ergänzt werden.
  • Internationaler Erfolg! Lobanowskyj hat Dynamo Kiew nicht nur bis ins CL-Halbfinale geführt, sondern vorher auch zweimal den Europapokal der Pokalsieger gewonnen. Daher möchte ich Kiew auf Sicht zu einem Mittelgewicht in der Champions League entwickeln, das die Gruppenphase überstehen oder wenigstens in der Europa League überwintern kann.
  • Klare Scouting- und Transferphilosphie: Der Mannschaftskern soll aus überragenden ukrainischen Spielern bestehen. Dazu kommen ausländische Spieler mit Perspektive (für Entwicklung und Weiterverkauf) sowie Ex-Spieler, die zukünftig eine Aufgabe im Mitarbeiterstab übernehmen könnten.

… und deren Umsetzung

Mitarbeiter und Aufgaben

Entgegen meiner gewohnten Routine im neuen Verein, die mich zuerst zu Kader und Taktik führt, fange ich bei Dynamo mit dem Mitarbeiterstab an. Dieser ist nicht nur für die Verbesserung aktueller Spieler wichtig, sondern vor allem für die zukünftige Entwicklung und Qualität der Jugendspieler.

Der „Rote“, wie Lobanowskyj in jungen Jahren aufgrund seiner Haarfarbe genannt wurde, hat stets seine ehemaligen Spieler als Assistenten um sich geschart. Sie kannten seine Methoden, wussten was er von jedem Spieler auf seiner Position verlangte und kannten den Verein bis ins Detail.

Da ich noch keine ehemaligen Spieler habe, habe ich mir Filter zur Besetzung der Stellen zurechtgelegt: Sportdirektor, Co-Trainer, Jugendabteilungsleiter sowie Trainer und Co-Trainer der U-Teams müssen folgende Bedingungen erfüllen:

  • Ex-Spieler von Dynamo Kiev sein
  • 4-4-2 als bevorzugte Formation (Okay, hier habe ich vor Spielbeginn mit dem Editor nachgeholfen)
  • positive Charaktereigenschaften (z.B. professionell oder konsequent)
  • Im Idealfall identische Vorlieben wie ich betreffend Passspiel, Spielweise, Deckung und Pressing

Alle weiteren Mitarbeiter (bis auf die Scouts) werden ausschließlich aus Südamerika und Osteuropa rekrutiert. Für die Assistenztrainer ist entscheidend, dass sie ebenfalls ein 4-4-2 als erste oder zweite bevorzugte Formation haben. Für das Personal im Trainerstab (TW- und Fitnesstrainer), im medizinischen (Sportwissenschaftler, Physios) und Scouting-Bereich (Datenanalysten) ist allein die Qualität entscheidend. Notfalls werden geeignete Kandidaten aus ihren Verträgen bei anderen Vereinen herausgekauft.

Austausch mit den Mitarbeitern

Der General galt als jemand, der mit seinen Spielern kaum, mit seinen Assistenten dafür umso mehr geredet hat. Daher ist mir die wöchentliche Trainersitzung sehr wichtig ist und ich lasse mir dort Berichte für alle Bereiche gaben. Auch wenn ich bei weitem nicht alle Ratschläge befolge, bleibe ich so über alle wichtigen Entwicklungen stets informiert und bekomme eine zweite Meinung.

Auch mit Transfer- oder Vertragsgesprächen hatte „Loba“ wenig am Hut, was aber am damaligen politischen System lag. Dennoch geschah bei Dynamo Kiev nichts, was er nicht wollte.

Das ist im Football Manager nicht so einfach umzusetzen, weshalb ich mich zu folgendem Kompromiss entschlossen habe: An allgemeinen Aufgaben übernehme ich alles, lediglich der Sportdirektor (Transfers bestätigen und Spieler/Jugendspieler anbieten) und der Chef-Scout (Scouting-Meetings und Berichte über Spieler) erhalten Aufgaben.

Lobanowskyi_1975

Lobanowskyi besucht 1975 ein Spiel des PSV EIndhoven | Foto: Rob Mieremet / Anefo [CC0]

Presse? „Kein Kommentar.“

Den Kontakt zur Presse reduziere ich auf ein Minimum und delegiere sämtliche Pressetermine an Sportdirektor oder Co-Trainer. Wo sich Pressegespräche nicht vermeiden lässt, nutze ich die Option „Kein Kommentar“. Ich habe Wichtigeres zu tun.

Dass ich für sämtliche Spieler und Teams die Trainingsinhalte festlege und dies nicht, wie es korrekter wäre, meinen Assistenten überlasse, liegt daran, dass die KI in Sachen Trainingssteuerung für meine Belange nicht optimal arbeitet. Außerdem lege ich auch vor jedem Spiel der U21 oder U19 die Aufstellung der jeweiligen Mannschaft fest. Somit ist gewährleistet, dass 1.) die Spieler aufgestellt werden, von denen ich für die Zukunft den Sprung in die erste Mannschaft erwarte und 2.) dass die Spieler auf der Position spielen, wo ich das möchte (Stichwort Umschulung).

Umgang mit Spielern

Anders als mit der Presse halte ich es mit dem Kontakt zu meinen Spielern: Die Teamansprachen teile ich mir meist mit meinem Co-Trainer. Ich halte die allgemeine Ansprache und überlasse ihm dann das Wort, damit er sich an einzelne Spieler richtet. Dabei achte ich immer darauf, dass er das Spielgeschehen ähnlich wie ich beurteilt, damit die Mannschaft nicht verunsichert wird. Auch das Taktik-Briefing überlasse ich dem Co, es sei denn, es gibt umfangreichere Änderungen zu besprechen.

Wenn die Spieler ein Anliegen (Wechselwunsch, Beschwerde über zu wenig Spielzeit, Wunsch nach neuem Vertrag o.ä.) haben, versuche ich erst, dies durch meinen Kapitän oder einen Mitarbeiter klären zu lassen, bevor ich selber eingreife. Meine Reaktion bzw. mein Verhalten hängt hierbei auch immer vom Status des Spielers ab:

Wird z.B. mein Star-Außenverteidiger von mehreren europäischen Top-Klubs gejagt, macht es keinen Sinn, ihn halten zu wollen. Also versuche ich gemeinsam mit ihm eine Lösung zu finden. Dies kann ein Wechsel am Saisonende sein oder die Freigabe, nachdem ich Ersatz gefunden habe.

Jammert hingegen ein Nachwuchsspieler, dass er gerne ausgeliehen werden würde, lege ich diesem unter Umständen nahe, den Verein gleich ganz zu verlassen. Das hat meist zur Folge, dass er sich plötzlich doch bei Dynamo durchbeißen will …

Bei Gesprächen dieser Art ist mir wichtig, dass dem Spieler klar ist, dass er seine Wünsche und Bedenken zwar äußern darf, ich darauf jedoch keine Rücksicht nehme: Ich bestimme, was passiert und die Interessen des Klubs stehen stets an erster Stelle! Dementsprechend tue ich alles, um die Disziplin aufrecht zu erhalten. So kann es vorkommen, dass Widerworte (z.B. bei Kritik wegen anhaltender Formschwäche) zur befristeten Versetzung in die U21 führen oder Spieler mit selbstgefälliger Körpersprache bereits nach 15 Minuten ausgewechselt werden.
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Kader- und Transferpolitik

Meine Vorstellung ist, dass jeder Stammspieler in den U-Teams über ein Mindestpotential von 4 Sternen verfügt. Bekomme ich eine Position nicht entsprechend besetzt, suche ich in der Ukraine, im osteuropäischen oder afrikanischen Ausland nach einem passenden Spieler. So sollte ich stets aus einem Pool guter Talente für die erste Mannschaft wählen können, wenn dort Ersatz nötig ist.

Der Kader meiner ersten Mannschaft soll aus ca. 22 Spielern bestehen, sodass jede Position doppelt besetzt ist. Ist darüber hinaus Ersatz nötig, rückt ein Spieler aus der U21 nach. In der ukrainischen ersten Liga dürfen zeitgleich maximal sieben ausländische Spieler auf dem Feld stehen, also achte ich darauf, dass sich im Kader der ersten Mannschaft möglichst nicht mehr als acht Ausländer tummeln. Das ist auch im Sinne meiner Nachwuchsarbeit.

Wird ein Spieler weggekauft, prüfe ich zuerst, wie stark sein Ersatzmann in der ersten Mannschaft ist und ob der für die Position vorgesehene Spieler der U21 schon für eine feste Rolle in der ersten Mannschaft bereit ist. Ist dies der Fall, suche ich für die U21 einen neuen Spieler, der vorzugsweise aus meiner U19 kommt. Im Idealfall gibt es also eine interne „Lieferkette“.

Falls ich eine Lücke jedoch mit einem Neuzugang von Außen kompensieren muss, hat er drei Bedingungen zu erfüllen:

  1. aus Südamerika oder Osteuropa stammen
  2. Entwicklungspotential mitbringen
  3. (trotzdem) der Mannschaft sofort helfen können

Ich denke, mit dieser Kaderpolitik sollte der Spagat zwischen erfolgreicher Nachwuchsförderung und einem (auch fürs internationale Parkett) konkurrenzfähigen Kader machbar sein.

Außerdem schwirrt mir ein Satz von Vereinspräsident Igor Surkis im Kopf herum, der ein Jahr vor Yarmolenkos Dortmund-Wechsel ein Angebot von Stoke City mit den Worten abgelehnt hat:

«Wir verkaufen unsere Leistungsträger nur an Top-Vereine und nicht an Durchschnittsklubs.»

Spielerentwicklung

Der General hat mit seinen Assistenten in der Regel täglich mehrstündige Besprechungen abgehalten, um Ergebnisse, Übungen und Beobachtungen zu besprechen und die entsprechenden Schlüsse daraus zu ziehen. Da dies im FM in der Form so nicht möglich ist, übernehme ich das Training für alle Mannschaften selbst – und achte gleichzeitig auf das Feedback meiner Assistenten.

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Ein weiterer wichtiger Umstand: Lobo achtete darauf, dass seine Spieler nicht nur flexible, sondern geradezu universelle Fußballer wurden. Andrej Shevchenko erzählte von seiner fußballerischen Ausbildung unter Lobanovskyj:

«Er teilte Spieler nicht in Verteidiger und Stürmer ein, sondern entwickelte eine Bandbreite an Fertigkeiten in jedem von uns. Er setzte mich beispielsweise beim Pressing und Verteidigen von gegnerischen Angriffen ein – verlangte aber gleichzeitig, dass ich das Spiel lese und von den besten Positionen aus attackiere.»

Daran möchte ich mich ebenfalls orientieren: Flügelspieler sollen auf beiden Flügeln und auf ihrer „Stammseite“ zusätzlich als Außenverteidiger spielen können; kreative zentrale Mittelfeldspieler müssen auch im Sturm und Innenverteidiger im Mittelfeld einsetzbar sein. So hoffe ich Lobanovskyjs Ideal von taktisch gut geschulten, universell einsetzbaren Spielern möglichst nahe zu kommen.

Fitness als Faktor

Neben der taktischen Seite legte Lobo großen Wert auf die physische Verfassung seiner Spieler, ohne dabei ein Schleifer zu sein. Dabei ging es ihm nicht allein um Fitness, sondern um schiere körperliche Stärke, damit seine Teams auch in diesem Bereich punkten konnten. Das belegt die folgende Aussage von Luis Aragonés, ehemaliger Trainer der spanischen Nationalmannschaft:

«Lobanovskyjs Mannschaften waren Fußballmaschinen, die ihre Gegner allein durch ihre Physis und taktische Diziplin zerstörten.»

Die Psyche der Spieler

Ähnlich wie Sir Alex Ferguson nahm auch der General keine große Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Spieler: Was trainiert wird, steht genauso wenig zur Debatte, wie der Umfang. Allerdings wird auch stets mittels der medizinischen Abteilung die Belastung der Spieler im Auge behalten, um Verletzungen vorzubeugen.

Spielerentwicklung

Den Spielern der U21 und U19 wird im Positionstraining eine Rolle zugewiesen, bei der sie möglichst viele Attribute gleichzeitig trainieren. Spieler der ersten Mannschaft bekommen die Rolle zugewiesen, die sie auch auf dem Platz ausüben. Den zusätzlichen Trainingsfokus lasse ich von einem Assistenten vorschlagen oder wählte nach Blick auf die Attribute des Spielers und seiner (zukünftigen) Rolle in der Mannschaft selbst eins aus.

Die Zusammenarbeit mit dem Stab

Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle der Trainingsziele, was von mir einmal im Monat erledigt wird, nämlich am ersten jeden Monats, wenn ich von meinem Co-Trainer den Trainingsbericht bekomme. Zu dieser Gelegenheit schaue ich mir auch den Trainingsreport jedes einzelnen Spielers an, um eventuelle Änderungen an seinem Trainingsplan (z.B. Intensität oder Trainingsziel) vorzunehmen.

Im Bereich der U19 lege ich außerdem fest, welche bevorzugten Spielweisen sich Spieler, die gerade keinen Tutoren haben, aneignen sollen. Hier kommt es häufiger vor, dass der jeweilige Assistent mir seine Einschätzung darüber gibt, ob der Spieler sich die Spielweise aneignen kann oder nicht. Ob ich seiner Einschätzung folge oder die Autoritätskarte ausspiele, ist von Spieler zu Spieler unterschiedlich, aber meist höre ich in dem Fall auf meine Mitarbeiter.

Die Grundlage ist nun gelegt – ganz nach einem Zitat des Generals:

«Es geht nicht darum, Star-Spieler zu einer Mannschaft zu formen, sondern darum, eine Star-Mannschaft zu erschaffen.»

Damit kommen wir nun zur …

Taktik und Spielphilosophie

Lobanowskyi 1985 | Foto: Rob Croes / Anefo [CC BY-SA 3.0]

Diese Aufgabe war knifflig! Nicht, weil es schwierig wäre, eine Lobanovskyj-Taktik nachzubauen – sondern weil bei der Umsetzung im Football Manager verschiedene, teils gegensätzliche, Ansätze denkbar sind: Lobos Vorliebe für universell einsetzbare Spieler legt eine eher dynamische Spielphilosophie nahe; gleichzeitig spricht die hohe taktische Disziplin für eine eher strikte Dynamik.

Dann kommt der Unterschied zwischen nationalen und internationalen Wettbewerben hinzu: National wird die Mannschaft letztlich nur in Spielen gegen Shachtjar Donezk wirklich gefordert sein, während sie international zumeist in der Außenseiterrolle stecken wird.

Mein Ziel ist es, eine Taktik zu bauen, die sowohl gegen Real Madrid als auch gegen Karpaty Lwow funktioniert – selbstverständlich angelehnt an den Stil Lobanovskyjs. Schließlich möchte ich eine neue Ära begründen. Dabei will ich ihn taktisch nicht einfach nur kopieren, sondern etwas eigenes darauf aufbauen, denn:

«Prinzipien sollten nicht über den Haufen geworfen werden. Sie sollten weiterentwickelt werden.»

Damit ich tatsächlich auf Lobanovskyjs Wirken aufbaue, halte ich mir drei Zitate von ihm vor Augen:

«Spiele verschwinden aus dem Gedächtnis, aber Resultate bleiben. Spektakulärer Offensivfußball? Ich verstehe nicht, was das sein soll?»

«Ein System garantiert keinen Erfolg. Aber es hat immer noch höhere Erfolgschancen, als wenn man es ohne versucht.»

«Wenn ein Spieler nicht versteht, dass das Wichtigste im Fußball das Spiel ohne Ball ist, dann kann man nichts tun. Man muss es dann ohne diesen Spieler schaffen.»

Hieraus folgere ich, dass meine Taktik auf einer soliden Defensive basieren, die Wahl der Formation dabei aber nicht an oberster Stelle stehen muss. Die Formation sollte dennoch möglichst einfach sein, um den Spielern mehr Freiraum zu ermöglichen.

Daher starten wir hier:

Die Formation

Zuerst war meine Idee, ein 4-2DM-3-1 weit oder ein 4-2-3-1 weit als Grundformation zu wählen, weil mir diese beiden Systeme am geeignetesten für ein solides Defensivkonzept schienen. Jedoch sprachen drei Dinge gegen eine solche Formation:

  1. wollte ich gerne ein System mit zwei echten Stürmern entwickeln,
  2. sind diese beiden Formationen eher kompliziert und
  3. wollte ich eine Formation nutzen, mit der ich wenig Spielerfahrung habe.

Also fällt meine Wahl auf die Formation, auf die auch General Lobanovskyj gesetzt hat: das 4-4-2 – eine äußerst simple, aber flexible Formation. Sie verspricht Stabilität, lässt den Spielern aber auch genügend Raum für Kreativität.

Weil das 4-4-2 aus drei Ketten (Abwehr, Mittelfeld und Angriff) besteht, ist es wichtig, dass man durch geeignete Spielerrollen für Bewegung zwischen den Ketten sorgt. Andernfalls agiert jede Kette für sich alleine und der Gegner hat leichtes Spiel.

4-4-2 Formation

Im 4-4-2 bilden sich drei Ketten

Dynamik und Mentalität

Auch die Dynamik sollte so gewählt werden, dass die Mannschaftsteile sich gegenseitig unterstützen. Deshalb wähle ich, auch um den Spielern ein Höchstmaß an kreativer Freiheit zu gewähren, hier sehr dynamisch. Unter dem Gesichtspunkt, dass ich eine gewisse defensive Stabilität erreichen will, entscheide ich mich bei der Mentalität für Kontern. Somit sollte gewährleistet sein, dass meine Spieler bei allen Freiheiten stets ihr Hauptaugenmerk auf die Defensive richten.

Vielleicht fällt dir hier ein kleiner Widerspruch auf: Die Mentalität ist vorsichtig gewählt, während ich den Spielern viel persönlichen Freiraum lasse.

Letztlich passt diese Kombination von Dynamik und Mentalität (zumindest in meiner Interpretation) jedoch zu Lobanovskyj: Ich schreibe den Spielern zwar vor, was sie tun sollen, möchte ihnen aber nicht vorschreiben, wie sie ihre Aufgaben zu erledigen haben.

Mit anderen Worten: Die Spieler haben zwar spielerische Freiheiten, aber nur in einem gewissen Rahmen. Damit meine Mannschaft also exakt so agiert, wie der General und ich uns das vorstellen, müssen die vorsichtige Mentalität und hohe kreative Freiheit unter einen Hut gebracht werden. An der Stelle kommen die Teamanweisungen ins Spiel:

Teamanweisungen

Die Teamanweisungen

  • Vorsichtig bedeutet meist auch langsam – weil ich aber auf eine gewisse Schnelligkeit im Spiel Wert lege, wird das Tempo auf Höher gesetzt.
  • Ein 4-4-2 ist durch die doppelt besetzten Flügel schon eine eher breite Formation. Rollenbedingt werden sich meine offensiven Außenspieler jedoch Richtung Zentrale orientieren. Um dennoch den gesamten Platz für mein Spiel nutzen zu können, wähle ich bei der Breite Weit.
  • Meine Defensivlinie soll Viel weiter aufrücken, um frühzeitig Druck auf den Gegner auszuüben.
  • Lobanovskyj-Fußball heißt auch Pressing, also wird hier Viel mehr ausgewählt.
  • Enger decken soll das Pressing unterstützen
  • Um das Pressing als psychisches und physisches Druckmittel zu verwenden, sollen meine Spieler mehr in die Zweikämpfe gehen. Auf internationaler Ebene signalisiere ich so, dass ich mich nicht kampflos ergeben werde – national mache ich klar, dass es wehtun wird, wenn man gegen Dynamo etwas Zählbares holen will.
  • Beim Passspiel setze ich auf direkteres Passspiel, um die Grundgeschwindigkeit meines Spiels weiter zu erhöhen.
  • Damit meine Außenverteidiger auch offensiv zum Faktor werden, aktiviere ich Mitspieler hinterlaufen.
  • Durch Geduldig spielen möchte ich sicherstellen, dass meine Spieler Chancen vernünftig ausspielen, statt sinnlos aus der Distanz zu schießen.

Nun kommt ein kleiner Clou bei meinen Anweisungen, nämlich unter dem Punkt Kreative Freiheit: Wie mehrfach erwähnt, möchte ich den Spielern auf dem Platz möglichst viele Freiheiten geben. Das unterstreicht auch die Wahl von Sehr dynamisch als Dynamik. Trotzdem aktiviere ich hier Disziplinierter spielen. Warum?!

In meiner Vorstellung sieht das so aus: Ich gebe den Spielern zwar sehr viel Entscheidungsfreiheit, möchte jedoch, dass sie ihre Entscheidungen im Hinblick auf die gewählte Mentalität (Konter) treffen – was in diesem Fall bedeutet, dass sie sich für die risikoärmere Variante entscheiden sollen. Eigene Fehler zu vermeiden und Fehler des Gegners auszunutzen, steht an erster Stelle.

Spieleranweisungen

Wichtig bei den Spieleranweisungen ist, bei den Innenverteidigern Viel weniger Pressing zu aktivieren. Das soll verhindern, dass sie zu weit aufrücken und aus ihrer Position gezogen werden.

Um in der gegnerischen Abwehr weitere Verwirrung zu stiften, gebe ich meinen Stürmern die Anweisung, ihre Positionen zu tauschen. Weitere einzelne Anweisungen gebe ich nur, um bei einzelnen Spielern eine Schwäche zu kaschieren oder eine Stärke zu betonen.

Die Spielerrollen

Die Spielerrollen sollen, wie oben angerissen, für Bewegung zwischen den Ketten sorgen. Wenn sich die Mannschaftsteile gegenseitig unterstützen, sind wir defensiv weniger verwundbar und offensiv schwerer auszurechnen. So will ich das erreichen:

Spielerrollen

Abwehr

Da ich modernen Fussball spielen lassen möchte, wird der Torwart nicht nur die Aufgabe haben, Schüsse zu stoppen. Er soll die Abwehrkette dabei unterstützen, gegnerische Angriffe zu unterbinden. Deshalb wird er zum Mitspielenden Torwart.

Der linke Außenverteidiger soll haupsächlich den Flügelspieler vor ihm absichern, sich aber auch bei jeder Gelegenheit in das Offensivspiel einschalten. Das bietet der komplette Flügelverteidiger. Damit er nicht ganz so risikoreich und offensiv agiert, bekommt er eine Unterstützen-Duty.

Das Innenverteidiger-Pärchen hat defensive wie offensive Aufgaben: Defensiv sollen sie die gegnerischen Stürmer abmelden und Angriffe durch ihr Stellungsspiel unterbinden. Offensiv sollen sie für einen geordneten Spielaufbau sorgen und als zentrale Anspielstation dienen. Ein Innenverteidiger wird also ein „normaler“ Innenverteidiger, während der andere zum Ballspielenden Verteidiger wird. Letzterer soll für ein variableres Aufbauspiel sorgen und gegen besonders defensiv agierende Gegner als tiefer Spielmacher agieren.

Mein rechter Außenverteidiger soll die Linie rauf und runter rennen und auf seiner Seite durch gefährliche Flanken für Torgefahr sorgen. Ihn stelle ich als kompletten Flügelverteidiger mit einer Angreifen-Duty auf.

Mit den unterschiedlichen Duties für die beiden Außenverteidiger möchte ich erreichen, dass mein Spiel weniger berechenbar ist und jeder Flügel etwas anderes zum Spielaufbau und Offensivspiel beiträgt.

Mittelfeld

Auf der linken Außenbahn setze ich auf einen inversen Flügelspieler, der nicht nur Pässe auf seine Mitspieler schlagen, sondern besonders im Strafraum zum Abschluss kommen soll. Da er durch den KFV(u) hinter ihm abgesichert ist, bekommt er eine Angreifen-Duty.

Um ihn zusätzlich zu unterstützen, wird der linke zentrale Mittelfeldspieler zum Carrilero. Im nachfolgenden Screen wird sichtbar, wie das funktionieren soll: Nach Ballverlust ist der IFl(a) noch nicht wieder in seiner Grundposition, weshalb der Carrilero nach außen auf dessen Position rückt, während der KFV(u) die letzte Linie absichert.

Flügelabsicherung

Würde ich das linke zentrale Mittelfeld mit einer anderen Rolle besetzen, würde der betreffende Spieler höchstwahrscheinlich den ballführenden Gegner angreifen. Das würde dem gegnerischen Außenspieler viel Raum lassen und ihm ein Eins-gegen-Eins gegen unseren Außenverteidiger ermöglichen.

Der Spieler im rechten zentralen Mittelfeld wird zum Box-To-Box-Mittelfeldspieler, damit der Raum in der Zentrale stets besetzt ist.

Auf der rechten Außenbahn setze ich auf einen Äußeren Spielmacher. Dieser wird, wenn die eigene Mannschaft in Ballbesitz ist, ins Zentrum ziehen. Das öffnet die Außenbahn für den rechten KFV(a) und unterstützt gleichzeitig den BTB in der Zentrale. Da ich vom ASm erwarte, dass er eher vor als im Strafraum agiert, bekommt er eine Unterstützen-Duty.

Da der ASm zu Beginn des Spielaufbaus außen startet und sich erst mit der Zeit ins Zentrum orientiert, hoffe ich einen breiteren Spielaufbau zu erreichen und ihm als Spielmacher etwas mehr Raum und Zeit zu verschaffen. Wie im Screen zu sehen ist, geht der Plan auf: Die Gegenspieler des ASm sind relativ weit entfernt und er hat mehrere vielversprechende Optionen: den nachgerückten KFV(a) bedienen (3), die Stürmer einsetzen (2) oder einen Flankenwechsel auf den IFl(a) (1).

Passoptionen für den ASm

Auch der Plan für die Ballbesitzphase scheint aufzugehen: Dadurch, dass sich mein ASm nach innen orientiert, eröffnet er dem BTB die Möglichkeit, gemeinsam mit den Stürmern Druck auf die Innenverteidigung zu machen. Wieder bestehen verschiedene Optionen, um für Torgefahr (3 und 4) zu sorgen oder den Schwerpunkt des Spiels zu verlagern (1, 2 und 5):

Offensivoptionen

Sturm

Bei Taktiken mit Zweiersturm setze ich darauf, dass beide Stürmer Räume schaffen, die dann vom Partner oder anderen unterstützenden Spielern genutzt werden – wie schon im Artikel über meine Taktik beim FM.Z-Cup 2017 erwähnt.

Die linke Sturmspitze wird zum Defensivstürmer mit Unterstützen-Duty, um Druck auf die Innenverteidiger auszuüben und um Raum für den IFl zu schaffen.

Als rechte Sturmspitze baue ich auf einen Kompletten Stürmer. Dieser soll je nach Spielsituation selbst bestimmen, was er tun wird: sich fallen lassen, auf den Flügel ausweichen, Verteidiger anlaufen usw. Damit er trotzdem der Hauptfaktor im Strafraum wird, bekommt er eine Angreifen-Duty.

Im Idealfall sollte das so aussehen: Mein KoS(a) ist auf den Flügel ausgewichen, bindet gleich vier (!) Gegenspieler, die gegnerische Viererkette orientiert sich Richtung Ball, der DS(u) bindet seinen Gegenspieler, während der gegnerische AV, als Teil der Viererkette, ebenfalls weit ins Zentrum gezogen wird. So muss mein IFl(a) nur darauf warten, dass er den Ball bekommt.

Angriffsspiel

Aber auch Angriffe über die andere Seite funktionieren: In dem Fall ist der IFl(a) mit dem Ball in den Strafraum eingedrungen und der DS bindet beide Innenverteidiger. Wenn nun der Ball zum KoS-A kommt …
Angriff über links

Analyse: Funktioniert Lobanowskyi im FM?

Taktik

Die beschriebene Taktik ist meine Basis-Taktik, mit der ich in jedes Spiel gegangen bin. Wie es mein Stil ist, habe ich im Laufe des Saves eine defensivere und eine offensivere Variante entwickelt und in mein Repertoire aufgenommen. Trotzdem ist jedes Spiel und jeder Gegner anders, weshalb sich ein Blick in die Gegneranalyse und Scoutberichte stets lohnt.

Von extrem wichtiger Bedeutung waren für mich die Rollen der beiden ZM, die ich häufiger gewechselt habe. Manchmal war ein Mezzala geeigneter als der BTB, oder ein BeM die bessere Wahl zum Carrilero. Insgesamt bin ich von meinen Grundtaktiken nie abgewichen, sondern habe nur je nach Gegner und Spielverlauf einzelne Teamanweisungen entfernt oder hinzugefügt.

Kader

Wie der Mitarbeiterstab war auch das kickende Personal zu Beginn lediglich gehobener Durchschnitt. Da das Scouting erst aufgebaut werden musste und die Finanzen einen harten Umbruch nicht zuließen, habe ich zunächst mit den vorhandenen Spielern gearbeitet.

Am Ende der ersten und zweiten Saison gab es richtige Kahlschläge, da viele Spieler verkauft und Verträge nicht verlängert wurden. Dafür konnte ich die erste Mannschaft punktuell mit guten Spielern verstärken. Auch die verbesserte Nachwuchsarbeit machte sich mit zunehmender Dauer bemerkbar, ebenso wie das Scouting. Zug um Zug konnte ich so die Qualität des Spielermaterials erhöhen und gleichzeitig das Durchschnittsalter und die Gehaltskosten senken. In der fünften Saison ergibt sich das folgende Bild:

Die erste Mannschaft

Die U21

Die U19

Dynamo Kiev stellt, alle Auswahl- und U-Mannschaften zusammengezählt, mittlerweile rund 40 Nationalspieler. Die erhöhte Qualität der Spieler macht sich auch dadurch bemerkbar, dass die neuen Vereine aussortierter Spieler ebenfalls immer besser werden. Landeten die Jugendspieler anfangs meist in Amateurligen, greifen nun auch ukrainische Erst- und Zweitligisten zu, wenn ein Spieler bei mir den Sprung nicht schafft. Auch hier habe ich also mein Ziel erreicht.

Spielerentwicklung

Was die Ausbildung universeller Spielertypen angeht, kann ich zumindest Teilerfolge verbuchen. Als Beispiel nehme ich Georgiy Tsytaishvili, der als mäßig begabter ZM Teil des Nachwuchses war. Mir fielen seine relativ guten defensiven Attribute auf, dazu konnte er ordentlich flanken. Da ich ein Überangebot an zentralen Mittelfeldspielern hatte, beschloss ich, ihn zum Außenverteidiger umzuschulen. Als solcher hat er es bis zum Rotationsspieler in der ersten Mannschaft gebracht, was ihm als reiner Mittelfeldspieler wohl verwehrt geblieben wäre.

Das die Jugendarbeit (wieder) funktioniert, wird bei Kholomeiets deutlich. Trotz des hohen Potentials und der relativ guten phsyischen Werte war er nicht unbedingt ein Kandidat für die zukünftige Stammelf.

Mit viel Geduld, gutem Training und Tutoring gelang es mir jedoch, aus ihm einen Stammspieler als Linksverteidiger zu machen. Mittlerweile hat er auch seine ersten Länderspiele absolviert. Für die absolute Weltklasse wird es zwar nicht reichen, aber eine Alternative für die erste Mannschaft ist er allemal:

Teammanagement & Erfolge

Meine harte Hand im Umgang mit der Mannschaft zahlt sich aus. Disziplinlosigkeiten gibt es kaum noch, selbstgefälliges Auftreten ebensowenig. Die Spieler wissen, woran sie bei mir sind und – nicht ganz unwichtig – der sportliche Erfolg gibt mir Recht.

Der General und seine Truppe

Diesem – dem sportlichen Erfolg – gilt mein letzter Blick:

War Schachtjor Donezk zu Beginn in Sachen Reputation noch auf Augenhöhe, haben vier Meisterschaften und Pokalsiege in Folge die Verhältnisse wieder zurechtgerückt. Auch international konnte ich an alte Erfolge anknüpfen: In bisher jeder Saison ging es nach der Gruppenphase der Champions League für Dynamo Kiev international weiter. Zwar nur einmal in der Champions League selbst, dafür konnte ich sogar einmal die Europa League gewinnen.

Schlusswort

Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten, mich auf diesen Save einzulassen: Der Unterschied zwischen nationalem und internationalem Niveau war schon extrem; dazu kamen der anfangs lausige Zustand des Kaders und einige Unebenheiten des Zusatz-Files (z.B. Registrierung von Nachwuchsspielern, finanzielle Entwicklung bei anderen ukrainischen Vereinen, keine Achievements). Falls du einen Spielstand in der Ukraine anstrebst, würde ich es aufgrund der größeren Spieltiefe trotzdem empfehlen.

Lobanowskyi_Monument

Ein Mann und der Fußball: Lobanoswkyi-Denkmal in Kiew | Foto: Masterskazzok [CC BY-SA 4.0]

Weil der Football Manager gewissen Grenzen setzt, konnte ich abseits der Taktik manche Dinge nur begrenzt (oder nur in meinem Kopf) auf „Lobanovskyj-Art“ erledigen. Trotzdem hat mir die virtuelle Reise als General letztlich viel Freude bereitet: erstens habe ich die Begegnungen im Europapokal tatsächlich als Highlights empfunden, zweitens habe ich mit dem Analysetool einen für mich neuen Bereich im FM zu schätzen gelernt. Es gab Tage, da habe ich nicht eine einzige Partie absolviert, sondern lediglich Spiele seziert.

Es war jedenfalls wieder ein großer Gewinn für mich, einem Trainer-Vorbild im Football Manager nachzueifern – auf und neben dem Platz. Ich hoffe, dass dir es beim Lesen genauso ging und freue mich auf dein Feedback in den Kommentaren!

Im nächsten Teil der Serie wird es um einen Kathedralenbauer gehen, der mehr geraucht hat, als ich das tue. Wer das wohl sein mag?

Idee und Konzept: 53bast1an
Redaktion: Tery Whenett

Titelbild-Kollage: Lobanowskyi (1972) von Rob Mieremet / Anefo [CC0]; Olympiastadion Kiew (2012) von Валерий Дед [CC BY 3.0]

4 Kommentare

  • Super!!! Du und Deine Beiträge bieten mir eine Menge Inspiration. Jetzt weiß ich, was ich als letztes mit dem 18er versuchen werde. Aus WOB habe ich ein fergusonsches ManU gezaubert. Eine Macht in europa! Kiew? Welche Clubs wären ähnlich?

    • Erstmal danke für das positive Feedback :) Kiew-ähnliche Klubs wären vielleicht Roter Stern und Partizan Belgrad, Ajax Amsterdam oder Celtic Glasgow und wenn das ganze noch etwas herausfordernder werden darf: Bröndby Kopenhagen, Steaua Bukarest(!) oder Sparta Prag

  • Sehr gut geschrieben und eine wahnsinns gute Analyse. Tolle Gedankengänge. Hat mich inspririert mein Trainerstil ein wenig anzupassen.
    Mehr davon!

    Gruß

    • Danke für das Feedback :) Das motiviert mich ungemein!

      Was genau hast du geändert? Redest du jetzt nicht mehr mit der Presse? :D

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