Die Teamanweisungen

letzte Aktualisierung: 14.11.2019 (Stand: FM20) | Eine Taktik besteht im Football Manager aus einer Vielzahl an Einstellungen. Mithilfe der Teamanweisungen kannst du den Spielstil deiner Mannschaft nach deinen Vorstellungen formen. Gleichzeitig geben sie dir effektive Mittel an die Hand, um auf Entwicklungen im Spiel zu reagieren. In diesem Guide schauen wir uns jede Anweisung und ihre Auswirkungen an.

Im Kompendium findest du einen tabellarischen Überblick über die Teamanweisungen auf Englisch und Deutsch.

Den größten Einfluss auf Taktik und Spielweise deines Teams hat die Grundausrichtung (engl. Mentality). Sie bildet die Basis, auf der die Teamanweisungen wirken. Wenn du mit dem Konzept der Grundausrichtung noch nicht vertraut bist, hilft dir unser Guide zur Grundausrichtung/Mentalität im Football Manager weiter.

Wichtig ist: Teamanweisungen sind kein Allheilmittel. Es gibt keine einzige, die man aktivieren muss. Der Sinn jeder Anweisung ergibt sich nur aus dem Kontext – deiner Taktik, deinen Spielern, dem Gegner und der Spielsituation.

  • Wie willst du spielen?
  • Wie viel Risiko musst du gehen?
  • Wo sind die Schwächen des Gegners?

Je genauer du diese Fragen für dich beantwortet hast, desto leichter wird es dir fallen, die Teamanweisungen gewinnbringend einzusetzen.

Die Teamanweisungen gliedern sich seit dem Football Manager 2019 in drei Gruppen, die den vier Phasen eines Fußballspiels entsprechen (Ballbesitz, Umschaltspiel defensiv/offensiv, Gegner in Ballbesitz).

Im Football Manager 2020 hat sich am Taktikmodul nichts gravierendes geändert. Daher sind auch die Videos, die du am Ende jedes Abschnitts findest, für den FM20 unverändert aktuell.

Teamanweisungen in Ballbesitz

Angriffsbreite

(engl. Attacking Width)

Hiermit legst du den horizontalen Abstand deiner Spieler in Ballbesitz fest – oder anders formuliert: wie viel Fläche des Spielfelds du nutzen willst. Sollen deine Spieler eher breit ausschwärmen und so Räume öffnen? Oder hast du sie lieber nah beieinander, um in zentralen Zonen Überzahl zu schaffen?

Spielaufbau

Pass in die Tiefe

(engl. Pass Into Space)

Einfach gesagt: Ohne diese Anweisung spielt ein Spieler den Ball dem Mitspieler eher in den Fuß. Mit dieser Anweisung wird der Ball dem Mitspieler in den Lauf gespielt. Die Anweisung hält alle Spieler dazu an, häufiger Steilpässe zu spielen. Möchtest du nur einzelne Spieler dazu ermutigen, solltest du ihnen eine Spielmacher-Rolle oder eine individuelle Anweisung geben.

Diese Anweisung ist z.B. dann toll, wenn du über schnelle Offensivkräfte verfügst und der Gegner Raum hinter seiner Abwehrlinie anbietet, in die du sie schicken kannst.

Hinterlaufen links/rechts

(engl. Look for Overlap)

Diese Option animiert die Außenverteidiger, sich vermehrt in die Offensive einzuschalten. Falls vor ihnen ein weiterer Außenspieler agiert, wird dieser öfter den Ball halten, um auf den aufrückenden Außenverteidiger zu warten. Konkret bedeutet das, dass die inviduelle Mentalität des Außenverteidigers um eine Stufe erhöht (z.B. von ausgewogen auf kontrolliert) und die des Außenspielers vor ihm um eine Stufe gesenkt wird.

Anspielstation links/rechts innen suchen

(engl. Look for Underlap)

Mit dieser Anweisung werden deine Außenspieler den Ball öfter halten und auf einen Spieler warten, der innen an ihnen vorbeizieht (z.B. ein inverser Außenverteidiger). Konkret bedeutet das, dass die inviduelle Mentalität des Außenverteidigers um eine Stufe erhöht (z.B. von ausgewogen auf kontrolliert) und die des Außenspielers vor ihm um eine Stufe gesenkt wird.

Fokus auf Spiel über links/rechts

(engl. Exploit the Flanks)

Wenn du den Spielaufbau auf einen oder beide Flügel verlagern möchtest oder dir der Gegner im Zentrum das Leben schwer macht, ist dies die Anweisung deiner Wahl. Die Spieler auf der jeweiligen Seite agieren dann etwas direkter und versuchen mehr Läufe nach vorne.

Fokus auf Spiel durchs Zentrum

(engl. Exploit the Middle)

Mit dieser Anweisung werden sich alle zentralen Mittelfeldspieler, die keine Verteidigen-Duty haben, vermehrt nach vorne einschalten. Die Anweisung ist nützlich, wenn du im Zentrum über besonders starke Spieler verfügst oder der Gegner dort Schwächen offenbart.

Geordneter Spielaufbau aus der Defensive

(engl. Play Out Of Defence)

Wenn du flach und gepflegt von hinten aufbauen möchtest, ist das deine Anweisung. Achte nur darauf, dass deine Abwehrspieler dazu auch in der Lage sind (v.a. Attribute Übersicht, Passen) und sie geeignete Anspielstationen haben. Wichtig: Mit den offensiveren Grundausrichtungen spielt die Abwehr bereits bevorzugt kurze Pässe – mit dieser Anweisung könnte das zu viel des Guten werden.

Passspiel

(engl. Passing)

Dieser Regler beeinflusst zwei Dinge: die Passlänge und die Richtung des Passes. Wählst du kürzere Pässe aus, werden – wie überraschend! – überwiegend kurze Pässe gespielt, was öfters auch mal einen Quer- oder Rückpass zur Folge hat. Damit wird der Ball vermehrt in den eigenen Reihen gehalten. Am anderen Ende der Skala (extrem vertikales Passspiel) versuchen deine Spieler, den Ball so oft wie möglich nach vorne zu spielen.

Tempo

(engl. Tempo)

Mit höherem Tempo werden deine Spieler ihre Aktionen schneller ausführen und somit den Ball schneller zirkulieren lassen. Das setzt im Idealfall den Gegner unter Druck, da ihm weniger Zeit gegeben wird.

Die reduzierte Zeit für die Entscheidungsfindung erhöht jedoch gleichzeitig die Fehleranfälligkeit, worunter die Präzision bei Pässen oder dem Torabschluss leiden kann.

Bei geringerem Tempo lässt sich der Spieler mehr Zeit, um seine Optionen abzuwägen. Das ist gut, wenn die Mannschaft Kraft sparen oder den Gegner durch geduldige Passstafetten zermürben will. Jedoch kann die Durchschlagskraft darunter leiden.

Zeitspiel

(engl. Waste Time)

Dieser Regler bestimmt, ob deine Spieler das Spiel verschleppen und Zeit von der Uhr nehmen sollen. Zeitspiel ist ein Klassiker, wenn man eine knappe Führung über die Zeit bringen oder ein Spiel verschleppen will. Wenn man es übertreibt (d.h. zu früh damit anfängt), kann das aber auch schnell nach hinten los gehen.

Angriffsdrittel

Art der Flanken

  • Weite Flanken (Float Crosses) sind nützlich, wenn du kopfballstarke Spieler im gegnerischen Sechzehner und/oder auf der Gegenseite einen torgefährlichen Außenstürmer hast.
  • Kraftvolle Flanken (Whipped Crosses) können sinnvoll sein, wenn der gegnerische Strafraum überbevölkert ist. Deine Spieler treten Flanken dann in Hoffnung auf Abpraller mit maximaler Kraft in das Getümmel.
  • Flache Flanken (Low Crosses) sind ein gutes Mittel, wenn du über schnelle und bewegliche Stürmer verfügst, die sich flink von ihrem Gegner lösen können. In Kombination mit der Anweisung Flanken früh schlagen und Pass in die Tiefe kannst du deine Sprinter schön auf die Reise hinter die gegnerische Abwehr schicken.
  • Variable Flanken (Mixed Crosses) überlassen dem Flankengeber die Wahl. (Was nicht bedeutet, dass eine der oben genannten Optionen alle anderen automatisch ausschließt.)

Geduldig spielen

(engl. Work Ball Into Box)

Alle Spieler werden dazu angehalten, seltener zu flanken und seltener aus der Distanz zu schießen. Beides wird noch vorkommen, wenn der Spieler das als mit Abstand beste Option sieht (oder keine andere Option hat). Generell sollte Geduldig spielen die Anzahl der Torschüsse reduzieren, aber deren Qualität erhöhen.

Schießen bei freier Bahn

(engl. Shoot On Sight)

Schießen bei freier Bahn ermutigt deine Spieler, bei jeder Gelegenheit den Abschluss zu suchen – auch aus wenig aussichtsreichen Positionen oder aus der Ferne. Das führt in der Regel zu mehr Abschlüssen, die dafür geringere Qualität haben.

Wenn deine Mannschaft über gute Distanzschützen verfügt, der gegnerische Torwart wackelig wirkt (z.B. weil er angeschlagen ist oder ein Feldspieler im Tor steht) oder du kaum zu Torchancen kommst, solltest du diese Option in Betracht ziehen.

Flanken früh schlagen

(engl. Hit Early Crosses)

Mit dieser Anweisung werden deine Außenspieler den Ball so früh wie möglich ins Zentrum befördern und nicht erst versuchen, auf die Grundlinie zu gelangen.

Das kann eine nützliche Strategie gegen hoch stehende Gegner sein, um mit einem langen Ball von Außen den Stürmer in den Rücken der Abwehr zu schicken. Außerdem ist der Weg zurück für den Flankengeber dann nicht so weit.

Standards herausholen

(engl. Play for Set Pieces)

Deine Spieler sollen mit dieser Anweisung versuchen, vermehrt Freistöße in aussichtsreicher Position und Eckbälle herauszuholen. Das ist eine beliebte Strategie für Underdogs, die mit spielerischen Mitteln kaum Durchbrüche erzielen können und stattdessen auf einstudierte Standardsituationen setzen.

Dribbling

Seltener dribbeln

(engl. Dribble Less)

Diese Anweisung hält deine Spieler dazu an, den Ball lieber abzuspielen, anstatt sich in einen Zweikampf verwickeln zu lassen.

Verteidigung ausdribbeln

(engl. Run At Defence)

Verfügst du über gute Dribbler oder steht der Gegner besonders kompakt, solltest du diese Anweisung erwägen. Sie ermutigt alle Offensivspieler vermehrt zu Dribblings. Vielleicht können deine Spieler im direkten Duell Räume öffnen – oder zumindest Fouls ziehen.

Ich nutze die Anweisung z.B. gerne, wenn einige gegnerische Defensivspieler bereits Gelb gesehen haben; gerne auch in Kombination mit Fokus auf Spiel über links/rechts, wenn ein entsprechender Außenverteidiger betroffen ist.

Kreative Freiheit

Kreativer spielen

(engl. Be More Expressive)

Mit dieser Anweisung gewährst du der gesamten Mannschaft mehr kreative Freiheit, sodass die Spieler vermehrt ihre eigenen Entscheidungen treffen dürfen. Damit erhöhst du, bildlich gesprochen, die Anzahl der Werkzeuge in ihrem Werkzeugkasten – aber auch die Chance, dass sie das falsche wählen. Wie immer hängt Sinn und Unsinn der Anweisung vom Kontext ab, z.B. den relevanten Attributen deiner Spieler (z.B. Entscheidungen) – oder dem Grad deiner Verzweiflung.

Disziplinierter spielen

(engl. Be More Disciplined)

Das exakte Gegenteil der vorherigen Anweisung: Die Spieler sollen sich mehr an deinem Plan orientieren und eigene Ideen hintanstellen. Das verbessert in aller Regel die mannschaftliche Geschlossenheit.

Teamanweisungen für das Umschaltspiel

Mit den Anweisungen für das defensive und offensive Umschaltspiel kannst du eine von je drei Möglichkeiten vorgeben, wie sich die Mannschaft nach Ballverlust bzw. -gewinn verhalten soll. Wenn keine der Optionen aktiv ist, verhält sich die Mannschaft neutral.

Die Spieleröffnung durch den Torhüter war bis zum FM18 bei den Spieleranweisungen des Keepers zu finden – mit dem FM19 bekamen sie zurecht einen deutlichen prominenteren Platz innerhalb der Teamanweisungen.

Nach Ballverlust

Gegenpressing

Gegenpressing weist deine Spieler an, nach Ballverlust umgehend Druck auf den Gegner auszuüben, um so den Ball frühzeitig wieder zurückzuerobern. Anstatt sich zurückzuziehen, versuchen deine Spieler also aktiv Druck auszuüben, um ein geordnetes Aufbauspiel des Gegners zu verhindern.

Neu formieren

Nach Ballverlust ziehen sich deine Spieler schnellstmöglich zurück in die defensive Grundformation, um möglichst viele Spieler hinter den Ball zu bekommen und die Räume für den Gegner vor dem eigenen Tor zu verschließen.

Nach Ballgewinn

Konter

Nach erfolgreicher Balleroberung versuchen deine Spieler, einen schnellen Gegenangriff zu starten, um den wahrscheinlich noch unsortierten Gegner auf dem falschen Fuß zu erwischen. Dabei stürmen überfallartig alle Spieler nach vorne, die eine Beteiligung am Angriff für sinnvoll erachten.

Übrigens: Konter finden auch ohne diese Anweisung statt, allerdings nur in Fällen, wo der Gegner einen geradezu zum Kontern einlädt.

Formation halten

Während deine Spieler mit der Anweisung Konter unverzüglich offensiv denken und nach vorne stürmen, sorgt diese Anweisung dafür, dass die Struktur im eigenen Spiel erhalten bleibt. Der Ball soll erstmal in den eigenen Reihen gesichert werden, um dann kontrolliert in den Angriffsmodus umzuschalten.

Torhüter in Ballbesitz

Spiel schnell fortsetzen

Mit dieser Anweisung wird der Torhüter versuchen, das Tempo im Spiel zu verschärfen. Die Anweisung ist insbesondere dann nützlich, wenn man einen aufgerückten Gegner auskontern möchte.

Spiel verzögern

Wenn der Torwart den Ball hat und diese Anweisung aktiv ist, wird er sich Zeit lassen und Tempo aus dem Spiel nehmen. Das erlaubt den Mitspielern, ihre Positionen einzunehmen – und dem Gegner sich zurückzuziehen.

Abspiel in Bereich/an Spieler

  • Über gegnerische Verteidigung ist der klassische lange Abschlag in der Hoffnung, dass ein schneller Stürmer damit hinter die gegnerische Verteidigungslinie kommt.

  • Auf die Außen abspielen ist besonders nützlich, wenn der Gegner mit einer engen Formation oder offensiven Außenverteidigern spielt und man über starke Außenspieler verfügt.
  • Zielspieler anspielen – Wenn man vorne über einen Turm in der Schlacht verfügt, versucht der Torwart ihn zu finden, sodass er den Ball sichern und auf nachrückende Mitspieler und Sturmpartner ablegen kann.
  • Auf Spielmacher abspielen gibt den Ball dem Kreativzentrum der Mannschaft. Der Spielmacher wird sich dazu bei Bedarf fallen lassen.
  • Außenverteidiger (AV) anspielen – Der Torwart spielt den Ball auf die Außenverteidiger. Wenn man das Spiel von hinten heraus aufbauen möchte, der Gegner aber mit Doppelspitze agiert, ist das die sicherere Variante zu:
  • Innenverteidiger (IV) anspielen – Der Torwart gibt den Ball an die ihm nächsten Feldspieler, die Innenverteidiger. Hierbei ist darauf zu achten, dass diese vom Gegner nicht zu sehr unter Druck gesetzt werden und die Attribute mitbringen, um den Ball sinnvoll nach vorne zu spielen.

Abspiel auf Position

Mit dieser Option kannst du exakt die Position auf dem Spielfeld bestimmen, wohin dein Keeper den Ball liefern soll. Das ist besonders nützlich, wenn du z.B. in bestimmten Bereichen des Spielfelds in Überzahl bist oder – bei langen Abschlägen – besonders kopfballstarke Spieler hast.

Art des Spielaufbaus

  • Ball ausrollen
  • Weite Abwürfe
  • Kurz abspielen
  • Lange Abschläge

Wer die Wahl der Mittel nicht seinem Torhüter überlassen will, kann hier je nach Taktik (schnell Konter einleiten oder geduldig aufbauen) und Stärken des Keepers auch die Technik auswählen, mit der er bevorzugt das Spiel von hinten eröffnen soll.

Teamanweisungen für gegnerischen Ballbesitz

Defensive Formation

Abseitsfalle anwenden

(engl. Use Offside Trap)

Mit Aktivierung der Abseitsfalle legen deine Spieler einen größeren Fokus darauf, den Gegner ins Abseits laufen zu lassen. Wichtig: Deine Abwehrreihe sollte gut eingespielt sein und miteinander kommunizieren können (d.h. eine gemeinsame Sprache ist definitiv hilfreich).

Pressinglinie

(engl. Line of Engagement)

Die Höhe der Pressinglinie bestimmt, wie früh deine Spieler den Gegner attackieren, um den Ball zurückzuerobern. Sollen sie ihn bereits beim Spielaufbau stören oder möchtest du ihn erstmal kommen lassen und selbst sicher stehen?

Defensivlinie

(engl. Defensive Line)

Die Defensivlinie bestimmt, wo auf dem Feld sich deine Defensivreihe aufbaut. Somit hat sie Einfluss darauf, wie viel Raum die Verteidiger hinter sich frei lassen. Die Defensivlinie beeinflusst in Kombination mit der Pressinglinie die vertikale Positionierung deiner Mannschaft bei gegnerischem Ballbesitz und damit, welche Räume du dem Gegner anbietest.

Wenn du den Gegner in seiner Hälfte einschnüren willst, benötigst du eine hoch stehende Abwehr. Ein langer Ball und ein schneller Gegner können jedoch unter Umständen ausreichen, um den großen Raum im Rücken deiner Abwehr auszunutzen.

Mit einer tiefen Abwehr reduzierst du diesen Raum und erschwerst Durchbrüche für den Gegner. Dafür hat er mehr Platz, um sein Spiel aufzubauen – Platz, den du im Falle eines Ballgewinns selbst nutzen könntest … (Wenn er dich nicht in der eigenen Hälfte einschnürt.)

Verteidigungsbreite

(engl. Defensive Width)

Hier wird festgelegt, welchen horizontalen Abstand deine Spieler in der Grundformation zueinander haben. Stell dir deine Viererkette als Ziehharmonika vor: Auf „sehr eng“ ist sie gequetscht, auf „sehr weit“ auseinandergezogen:

Mit geringer Breite …

… und mit viel Breite

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit der Defensivbreite kannst du feiner justieren, wo du dem Gegner Räume gewährst. bzw. welche Räume du bevorzugt nutzen willst. Wenn du enger stehst, reduzierst du die Erfolgsaussichten von Steilpässen, lässt dem Gegner aber mehr Zeit zum Flanken – wenn dein Torwart und deine Verteidiger stark in der Luft sind, lässt sich das vielleicht verschmerzen. Mit einer breiten Verteidigung kannst du Flanken besser unterbinden, dafür sind die Abstände zwischen den Verteidigern größer.

Deckung und Tackling

Enger decken

(engl. Use Tighter Marking)

Diese Einstellung verlängert den Weg, den deine Spieler einem Gegenspieler folgen. Das kann hilfreich sein, um den Druck konstant hoch zu halten, reißt unter Umständen jedoch auch Lücken in deine Formation – gerade, wenn sich ein Gegner aus seiner Bewachung lösen kann.

Pressingintensität

(engl. Pressing Intensity)

Mit dieser Einstellung bestimmst du, wie früh deine Spieler einen Gegner attackieren: Mit wenig Pressing bleiben sie eher auf ihrer Position und halten die Reihen geschlossen; bei aggressiverem Pressing rücken sie früher raus, um den Gegner unter Druck zu setzen.

Wie alle anderen der bisher genannten Einstellungen, wird auch das Pressing von der Grundausrichtung (Mentalität) beeinflusst. Je offensiver die Grundausrichtung, desto aggressiver ist das Pressing bereits.

Torwart an kurzem Abspiel hindern

(engl. Prevent Short GK Distribution)

Aktivierst du diese Anweisung, werden deine Stürmer und offensiven Außen den gegnerischen Keeper anlaufen und die Innenvertediger zustellen, wenn der Torwart den Ball hat. Der Rest der Mannschaft lässt sich gleichzeitig etwas tiefer fallen, damit der dadurch (hoffentlich) provozierte lange Schlag nicht in den Rücken der Abwehr kommt und bequem geklärt bzw. gesichert werden kann.

Tackling

Im Duell auf den Beinen bleiben

(engl. Stay On Feet)

Die Spieler sollen nur in den Zweikampf gehen, wenn die Chancen auf einen Ballgewinn gut stehen (oder es höchste Eisenbahn ist) – ansonsten wird der Gegner nur gestellt. Ein Spieler, der nicht grätscht, bleibt auch dann im Spiel, wenn er ausgedribbelt wurde, und bietet dem Gegner kein Bein zum Stolpern an.

Mehr in die Zweikämpfe gehen

(engl. Get Stuck In)

Diese Anweisung verwandelt deine Spieler in kleine Gattusos. Sie werden bei jeder Gelegenheit zur Grätsche ansetzen, um dem Gegner den Ball wieder abzujagen – also auch in weniger aussichtsreichen Situationen. Natürlich erhöht sich dadurch die Anzahl der Fouls (und somit der Karten), aber einem leicht zu verunsichernden Gegner kann man damit hervorragend den Schneid abkaufen (insbesondere Spielern mit wenig Mut).

Aber Achtung: Schiedsrichter sind im Football Manager wie im echten Leben unterschiedlich streng. Bei manchen kann man sich mehr erlauben, bei anderen weniger. Das sollte man im Blick haben.

Fazit

Eine Teamanweisung ist nur im gesamten Kontext zu beurteilen und kommt mit Vor- und Nachteilen daher. Manche definieren eine Taktik von Anfang an mit, andere kommen nur situativ zum Einsatz, um eine Schwäche des Gegners anzugreifen oder eine eigene zu kaschieren.

Glücklicherweise hat sich der Football Manager in den letzten Jahren grafisch so weiterentwickelt, dass die Auswirkungen schon im Menü visualisiert werden. So erkennt man, dass eine höhere Defensivline mit der Mentalität Defensiv immer noch tiefer steht als auf Kontrolle.

Jede Anweisung bezieht sich auf die gesamte Mannschaft und hat – bis auf ein paar Ausnahmen – eine Entsprechung bei den Spieleranweisungen. Wenn du also nicht alle Spieler zu härteren Tacklings anhalten willst, sondern nur deinen robusten ZM, dann gib ihm das als individuelle Spieleranweisung mit.

Apropos:

Zusammenspiel von Grundausrichtung, Team- und Spieleranweisungen

Die Grundausrichtung bildet im Football Manager wie gesagt das Gerüst für die Taktik. Die Teamanweisungen modifizieren dieses Grundgerüst. Die Spieleranweisungen – als letztes Glied in der Kette – verändern dann innerhalb dieses Settings das Verhalten des einzelnen Spielers.

Konkret: Spieler A spielt unter Klopp in einem intensiven Pressing-System, soll selbst aber per Spieleranweisung weniger pressen. Spieler B soll ebenfalls weniger pressen, spielt aber in einer Mannschaft, die insgesamt schon wenig presst. Obwohl beide Spieler die identische Spieleranweisung haben, presst Spieler A dennoch mehr als Spieler B – bedingt durch die Taktik der Mannschaft.

Zum Schluss

… ein herzliches Dankeschön an 53bast1an für die Steilvorlage zu diesem Guide, an Dave für das Erstellen der Grafiken und an Jonukas für die exzellenten Videos.

Ich hoffe, dass der Artikel dazu beitragen konnte, dein Verständnis für die Teamanweisungen im Football Manager zu vertiefen. Wie immer freuen wir uns über deine Kommentare :-)

7 Kommentare

  • Moin, habe letztens noch gedacht, dass so ein „Guide“ zu den Teamanweisungen mal klasse wäre…und da ist er!Super geschrieben – spiele den FM auch seit Jahren und habe dadurch dennoch einige neue Erkenntnisse/Ideen gewonnen. Danke dafür und weiter so!

  • Schöner Beitrag! Selbst als langjähriger FM-Spieler habe hier noch einige Erkenntnisse dazu gewinnen können. Also es lohnt sich den Artikel zu lesen!

    Interessant aber auch das hier stellenweise die (gute!) deutsche Übersetzung für ein kleines bisschen Verwirrung sorgt. Bspw. „Enger decken“ ist in der englischen Originalversion „Close down more“ und erklärt sich gerade auch mit der im Artikel genannten Beschreibung wesentlich besser.

    • Hi Sebastian,

      danke für deinen Kommentar und die freundlichen Worte!

      “Enger decken“ ist im Englischen “tighter marking“ – das Pressing wird auch oben separat behandelt.

      Grüße Tery

      • Aah, Asche über mein Haupt! Nehme alles zurück was ich über die deutsche Übersetzung gesagt habe!

      • :-)

        Habe deinen Kommentar als Anregung genommen und die englischen Begriffe noch ergänzt. Es gibt ja doch einige, die gerne auf Englisch spielen.

        Grüße Tery

    • Off Topic: Sebastian ist übrigens ein seeehr cooler Name! Und es ist auch erwiesen, dass man als „Sebastian“ den FM quasi in der DNA hat :D

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