Dein Weg zur erfolgreichen Jugendarbeit

Was gibt es im Football Manager schöneres, als seine Erfolge mit Spielern aus der eigenen Jugendabteilung zu feiern? Spieler, die man von klein auf selbst geformt hat? Das erste Tor, gemeinsame Titel, die erste Nominierung für die Nationalmannschaft – Momente, die im Gedächtnis bleiben. Bis es soweit ist, musst du als Trainer und Manager jedoch einiges richtig gemacht haben. In diesem Guide zeige ich dir, wie du im FM19 die Jugendarbeit deines Vereins so aufstellst, dass sie Jahr für Jahr große Talente hervorbringt – und diese Talente ihr Potenzial ausschöpfen.

Dafür spielen viele Faktoren eine Rolle: Der Verein, die Einrichtungen und Angestellten, die Persönlichkeiten von Mitarbeitern und Spielern, Einsatzzeiten, das Wettbewerbsniveau … Doch beginnen wir vorne. Da ein Fußballverein keine One-Man-Show ist, sollten alle im Klub an einem Strang ziehen:

1. Jugendförderung als Philosophie

Viele Vereine sind es gewohnt, auf die eigene Jugend zu setzen und erwarten auch von ihrem Trainer, dieser Philosophie zu folgen. Falls das bei denem Arbeitgeber nicht so ist, solltest du mit dem Präsidenten über die Philosophie des Klubs sprechen. Das kann vor bzw. unmittelbar nach deiner Vertragsunterschrift erfolgen. Wenn der Vorstand nichts dagegen hat, nimmt er deinen Vorschlag, die Jugendförderung als Philosophie des Vereins festzulegen, in der Regel gerne auf.

Die Jugendförderung als Philosophie verankert zu haben, hat zwei Vorteile:

  • Du bekommst einen Vertrauensbonus, wenn du jungen Spielern aus der Akademie Spielzeit gibst.
  • Der Vorstand stimmt Verbesserungen der Jugend- und Trainingseinrichtungen eher zu.

Sollte dein Verein noch eine Weile brauchen, bis er gute Jugendspieler hervorbringt, könnte es sinnvoll sein, mit der Philosophie noch zu warten. Versprechen sollte man auch einhalten können.

Ergänzend kann die Philosophie, junge Spieler zu verpflichten, hilfreich sein – gerade Vereine mit schlechter Nachwuchsrekrutierung sind darauf angewiesen, talentierte Spieler von außerhalb in den Klub zu holen.

2. Einrichtungen

Der Stand der Einrichtungen verrät dir, in welchen Bereichen der Jugendarbeit dein Verein wie gut aufgestellt ist:

2.1 Jugendeinrichtungen

Die Jugendeinrichtungen (engl. Youth Facilities) bestimmen die Qualität des Jugendtrainings – und damit die Entwicklungsrate von U18-Spielern. Um das meiste aus deinen Talenten herauszuholen und sie für die erste Mannschaft bereit zu machen, sind gute Jugendeinrichtungen also unerlässlich. Dasselbe gilt für die Trainingseinrichtungen, deren Qualität für die allgemeine Spielerentwicklung verantwortlich ist.

2.2 Jugendtraining

Das Jugendtraining (engl. Junior Coaching) bezieht sich auf das Training, das die Junioren genießen, bevor sie in deine sichtbare Jugendmannschaft wechseln. Ein besseres Jugendtraining erhöht die aktuelle Fähigkeit (CA) der Spieler, d.h. sie werden schneller im Herrenfußball mithalten können.

2.3 Nachwuchsrekrutierung

Je besser die Nachwuchsrekrutierung (engl. Youth Recruitment) ist, desto besser ist das Scoutingnetzwerk für Jugendspieler und desto wahrscheinlicher kommen Jugendspieler auch von weiter her in deine Akademie. Daher beeinflusst die Nachwuchsrekrutierung das Talent, oder wie es im Football Manager heißt, die potenzielle Fähigkeit (PA) deiner Talente.

Insbesondere in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet oder London, wo viele Vereine auf engem Raum beheimatet sind, ist der Kampf um die besten Talente groß. Da kann es auch mit den besten Einrichtungen vorkommen, dass man weniger hochtalentierte Jungs abbekommt, als wenn man irgendwo alleine auf weiter Flur sitzt. Eine hohe Reputation des Vereins hilft hier enorm – je höher die Strahlkraft, desto wahrscheinlicher entscheiden sich talentierte Nachwuchskicker für eine Ausbildung in deinem Klub.

3. Personal

Die Infrastruktur ist nicht alles – sie muss auch mit Leben gefüllt werden. Kompetente Mitarbeiter formen in tagtäglicher Trainingsarbeit die Stars der Zukunft.

3.1 Jugendabteilungsleiter

Dem Jugendabteilungsleiter (engl. Head of Youth Development, HoYD) kommt über die Trainingsarbeit hinaus eine besondere Rolle zu: Als Verantwortlicher für die Aufnahme neuer Jugendspieler hat er maßgeblich Einfluss auf zwei wichtige Faktoren: Die Persönlichkeit und die Positionen der Spieler. Zudem spiegelt sich sein bevorzugter Trainingsstil hin und wieder in einem Nachwuchstalent wieder (die Meldung am Tag der Jugendspieler-Aufnahme erwähnt, welche Spieler das betrifft).

Welche Eigenschaften braucht ein guter Jugendabteilungsleiter?

Um alle Aufgaben gut erfüllen und entsprechend der Philosphie des Vereins handeln zu können, sollte dein HoYD folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Attribute „Arbeit mit Jugendspielern“ und „Beurteilung Potenzial“: Beeinflussen das Potenzial der besten Talente
  • Positive Persönlichkeit: Seine Persönlichkeit (s.u.) färbt auf die neuen Jugendspieler ab.
  • Passender Trainingsstil: Ein technisch orientierter HoYD bringt hin und wieder filigrane Spieler hervor, ein Fitness-Fanatiker eher Laufwunder etc.
  • Bevorzugte Formation: Hat Einfluss auf die Positionen deiner Talente

Man wird nur selten einen Jugendabteilungsleiter finden, der in allen Bereichen exakt den eigenen Bedürfnissen entspricht. In der Regel mache ich lieber Abstriche bei Formation und Trainingsstil – eine professionelle Persönlichkeit und gute Attribute sind mir hingegen sehr wichtig. In der Praxis ist das immer Abwägungssache – auch abhängig vom Niveau, auf dem man arbeitet, und den eigenen Zielen.

Achtung: Wenn der Sportdirektor oder ein anderer Mitarbeiter für die Aufnahme von Jugendspielern verantwortlich ist (das kann man unter Mitarbeiter / Aufgaben bestimmen), dann gilt das soeben Geschriebene für diesen Mitarbeiter. Der Jugendabteilungsleiter wäre in diesem Fall nur ein normaler Assistenztrainer.

3.2 Jugendtrainer

Die übrigen Trainer im Jugendbereich sollten vor allem in ihren jeweiligen Trainingskategorien kompetent sein und ihr Wissen den Jugendspielern vermitteln können. Das Attribut Arbeit mit jungen Spielern ist hier also zentral. Wie bei allen Personen, die ich in den Verein hole, achte ich auch bei den Assistenztrainern auf eine positive Persönlichkeit.

Falls du dir bei der Mitarbeitersuche nicht sicher bist, welcher Kandidat der bessere ist, hilft dir unser Sterne-Kalkulator für Assistenztrainer weiter.

Darüber hinaus haben auch die Jugendtrainer einen kleinen Einfluss auf das Potenzial der besten – nicht aller – Jugendspieler (Quelle). Wer die Wahl zwischen mehreren qualifizierten Trainern hat, sollte denjenigen anstellen, der zusätzlich einen hohen Wert bei der Beurteilung von Spielerpotenzial mitbringt.

Da auch in der Herrenmannschaft mit der Zeit etliche junge Spieler herumlaufen werden, sollte deren Trainerstab ebenfalls passable Werte für die Arbeit mit jungen Spielern mitbringen.

4. Persönlichkeit

Was helfen die besten Einrichtungen und der kompetenteste Trainerstab, wenn die Spieler faule Säcke sind und nicht von selbst hart an sich arbeiten? Richtig: Wenig. Daher sollte man im Klub eine produktive Arbeitsatmosphäre schaffen und auf Spieler setzen, die sich stetig verbessern wollen.

4.1 Wünschenswerte Charaktereigenschaften

4.1.1 Professionalität

Die erstrebenswerteste Charaktereigenschaft ist Professionalität. Sie ist der entscheidende Faktor dafür, wie gut ein Spieler trainiert und wie sehr er sein Leben auf das Dasein als Profisportler ausrichtet. Je professioneller ein Spieler ist, desto wahrscheinlicher wird er sein Potenzial ausschöpfen und eine lange Karriere haben.

4.1.2 Zielstrebigkeit

Zielstrebigkeit ist der zweite wichtige Faktor für die Entwicklung junger Spieler. Seit dem FM17 kann sie Entwicklungsschübe auslösen (Quelle) und damit zu den erfreulichen Screens voller grüner Pfeile führen:

Daneben hilft Zielstrebigkeit auch auf dem Feld, wo sich zielstrebige Spieler von unerwünschten Ereignissen nicht so leicht aus der Spur bringen lassen.

Auch der Ehrgeiz eines Spielers beinflusst die Spielerentwicklung, allerdings in erheblich geringerem Maße als Professionalität und Zielstrebigkeit.

4.1.3 Wie erkenne ich die Professionalität eines Spielers?

Im Gegensatz zur Zielstrebigkeit, die man im Spielerprofil einsehen kann, gehört die Professionalität zu den versteckten mentalen Attributen. Daher ist ihr nicht so leicht auf die Schliche zu kommen. Zunächst gibt es nur einen Anhaltspunkt: die Persönlichkeit des Spielers. Diese steht im Spielerprofil.

Die Persönlichkeit setzt sich aus den acht versteckten Attributen plus Zielstrebigkeit zusammen. Abhängig von den dominanten Facetten seines Charakters wird der Spieler eingestuft. Das bedeutet jedoch, dass man immer nur über einen Teil der versteckten Attribute grob Bescheid weiß – nie über alle. Es gibt durchaus ausgeglichene oder andere Charaktertypen mit einem akzeptablen Maß an Professionalität. Sicher sein kann man sich aber nur bei den folgenden Persönlichkeiten:

  • Modellbürger
  • Modellprofi
  • Professionell
  • Relativ professionell
  • Perfektionist
  • Konsequent
  • Energisch

Heißt das nun, dass nur Jugendspieler mit einer dieser Persönlichkeiten der Ausbildung unter deiner Regentschaft würdig sind? Auf keinen Fall! Zum einen gibt es viele weitere positive Charaktertypen, zum anderen sind junge Spieler auch charakterlich noch entwicklungsfähig – selbst wenn sie zunächst eine negative Persönlichkeit haben.

4.2 Spielercharaktere formen

Während es ratsam ist, bei fertigen Spielern ein großes Augenmerk auf die Persönlichkeit zu legen, sollte man bei den Jugendspielern (noch) nicht zu wählerisch sein – immerhin sind diese noch formbar. Außerdem kosten sie wenig Geld. Sollten sie sich also (wie es bei extrem negativen Persönlichkeiten mitunter vorkommt) nicht zum Besseren entwickeln lassen, kannst du sie immer noch in die Wüste schicken.

Vorher geben wir aber unser bestes, um sie auf den Pfad der Tugend zu geleiten. Um die Persönlichkeit deiner jungen Spieler zu formen, hast du zwei Möglichkeiten – eine direkte und eine indirekte:

4.2.1 Teamcharakter und soziale Gruppen

Im Football Manager haben nicht nur einzelne Personen eine Persönlichkeit, sondern auch die Mannschaft als solches: Der Teamcharakter setzt sich aus den vielen Einzelpersönlichkeiten innerhalb des Vereins zusammen und bestimmt letztlich, wer ins Team passt und wer nicht (einzusehen unter Mannschaftsgefüge / soziale Gruppen oder im Spielerprofil). Den Teamcharakter kannst du auf folgendem Screen einsehen:

Durch Spielertransfers und Mentoring kannst du den Charakter mit der Zeit verändern – und das solltest du unbedingt zu deinen Gunsten nutzen. Denn: Die positiven, wie auch die negativen Eigenschaften des Kaders färben auf die prägsamen jungen Kicker ab. Ein professionelles Umfeld sorgt also ganz automatisch dafür, dass deine jungen Spieler mit der Zeit professioneller werden.

Daher solltest du bevorzugt Spieler (und Mitarbeiter) für dein Team verpflichten, die eine hohe Professionalität und Zielstrebigkeit mitbringen. Wenn dein Teamcharakter zu Beginn noch nicht professionell ist, werden die Neuzugänge möglicherweise zunächst Außenseiter sein. Lass dich davon nicht beirren! Wenn du deinen Weg weitergehst, wird sich das bald ändern.

Es gibt insgesamt drei Stufen des professionellen Teamcharakters:

  1. relativ professionell
  2. professionell
  3. sehr professionell.

Sobald dein Teamcharakter eine der Stufen erreicht hat, profitierst du noch in anderer Hinsicht davon: In Spielerberichten (von Trainern oder Scouts) erfährst du, ob ein Spieler ins Mannschaftsgefüge passt. Passt er in dein professionelles Team, bringt er offensichtlich eine ausreichende Portion Professionalität mit – tut er es nicht, dann darf man davon ausgehen, dass er von der eher unprofessionellen Sorte ist. Somit kannst du ab sofort also auch bei anderen Persönlichkeits-Typen auf die Ausprägung der Professionalität schließen. Das erweitert deine Möglichkeiten für Transfers und das Mentoring.

Unser relativ professioneller Kapitän schart einen Großteil der Mannschaft um sich. So muss das!

Auch die sozialen Gruppen deiner Mannschaft beeiflussen ihre Mitglieder – je weiter oben ein Spieler in der Hierarchie steht, desto größer ist sein Einfluss. Daher solltest du auch immer ein Auge darauf haben, wer sich mit welchen Mitspielern umgibt. Solltest du einen Führungsspieler mit unerwünschten Charaktereigenschaften haben, dann solltest du gut abwägen, ob du langfristig auf seine Dienste setzen willst.

4.2.2 Mentoring

Neben dem indirekten Einfluss durch das Umfeld kann man im Football Manager auch direkten Einfluss auf die Spielerpersönlichkeit nehmen. Das Zauberwort heißt Mentoring (das im FM19 das aus früheren Versionen bekannte Tutoring ersetzt hat und langfristiger und organischer als dieses angelegt ist).

Um zusammen in einer Mentoring-Gruppe zu sein, müssen Spieler gemeinsam in einem Kader sein. D.h. es ist nicht möglich, dass dein Stammspieler einen 16-jährigen aus der Jugend betreut. Wenn du deinem hoffnungsvollen Riesentalent frühzeitig erfahrene Mentoren an die Seite stellen willst, musst du es vorher in die erste Mannschaft befördern (und bei Bedarf weiter für die Spiele der U19 verfügbar machen). Das sollte aber auf einzelne Talente beschränkt sein – es ist nicht empfehlenswert, gleich fünf Nachwuchskicker ständig im Training der ersten Mannschaft zu haben.

Wie sich der Einfluss beim Mentoring gestaltet, wird im FM19 durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • Alter des zu beeinflussenden Spielers
  • Einsätze in der ersten Mannschaft in seiner Karriere
  • Unterschied in der Hierarchie zwischen den Spielern
  • Unterschiede/Gemeinsamkeiten in der sozialen Gruppe

Es gibt beim Mentoring keine feste Altersgrenze (wie das beim Tutoring der Fall war). Das Alter bestimmt – wie die anderen Faktoren – nur die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Spieler andere beeinflusst bzw. selbst beeinflusst werden kann.

Abhängig von den oben genannten Kriterien besteht eine kleinere oder größere Chance, dass sich die Persönlichkeit des jüngeren Spielers schrittweise an die des Mentors angleicht. Wenn die Spieler gleichzeitig in derselben Trainingsgruppe sind, erhöht sich diese Chance weiter. Passen die Kriterien hingegen nicht, passiert gar nichts oder die Spieler entfernen sich sogar in ihren sozialen Gruppen voneinander. Der geschätze Einfluss auf die Gruppe gibt einen Hinweis, welcher Spieler die höchste Wahrscheinlichkeit hat, die anderen zu beeinflussen oder selbst beeinflusst zu werden.

Achtung: Beim Mentoring können auch bevorzugte Spielweisen (PPMs) weitergegeben werden. Das kannst du gezielt nutzen, um passende Nachfolger für deine erste Mannschaft heranzuziehen. Oftmals will man das jedoch nicht – deshalb solltest du die PPMs der Mentoren immer im Blick haben.

Ebenfalls neu im Football Manager 2019 ist die Funktion „Im Verein willkommen heißen“, die eine kurzzeitige Eins-zu-Eins-Betreuung zwischen Neuzugang und etabliertem Spieler einrichtet. Auch hier kann die Persönlichkeit des Neulings beeinflusst werden.

Kleiner Tipp noch am Rande: Wenn du Spieler nach schwachen Leistungen (< 6,4) verwarnst, gewinnen sie (wenn sie einsichtig sind) hin und wieder einen Punkt in Zielstrebigkeit oder Einsatzfreude hinzu.

5. Spielerentwicklung

Die Grundlagen sind nun gelegt – jetzt gehts ans Eingemachte: Wie wird aus dem hoffnungsvollen Talent der bestmögliche Spieler? Welche Weichen müssen gestellt werden, damit er sein Potenzial voll ausschöpft?

5.1 Training

Das Training ist in vielerlei Hinsicht eine Frage des persönliches Stils. Je nach dem, ob du deine Spieler für Ballbesitzfußball oder für totale Defensive ausbildest, wirst du anders trainieren lassen. Ebenfalls scheiden sich die Geister daran, ob die Spieler mit dem Training zufrieden sein müssen. Gerade unprofessionellere Spieler beschweren sich gerne über die Trainingsbelastung. Gibst du dem nach? (Ich für meinen Teil tue es. Aber nicht weil es in irgendeiner Form besser oder richtiger wäre – sondern weil es meiner Philosophie entspricht. Jeder Manager, der anders handelt, hat meine volle Sympathie.)

Dennoch gibt es drei Punkte, die aus meiner Sicht wichtig sind, und die du in deine Trainingsplanung (nicht nur für junge Spieler) einbeziehen solltest:

  1. Beachte das Alter des Spielers
  2. Entwickle den Spieler auf ein Ziel hin
  3. Gib ihm ehrliches Feedback

5.1.1. Beachte das Alter des Spielers:

Junge Spieler bis 23 Jahre verbessern besonders leicht ihre physischen Attribute. Daraus kannst du zwei gegensätzliche Schlüsse ziehen:

  • Du lässt in der Jugend viel Fitness trainieren, um das voll auszunutzen.
  • Du trainierst hauptsächlich die mentalen und technischen Attribute, da sich die Physis fast von alleine verbessert.

Es gibt hier keinen Königsweg – du solltest aber um die altersspezifischen Besonderheiten wissen, um die für deinen Spielstil und den konkreten Spieler beste Lösung zu finden.

Möchtest du den Fokus auf die Fitness legen, stelle als Mannschaftstraining auch innerhalb der Saison Fitness ein (ggf. auf geringer Intensität), ansonsten trainiere die für deinen Spielstil passenden Inhalte bzw. belasse es auf „ausgeglichen“, damit die individuellen Rollen-Trainingspläne stärker zum Tragen kommen.

Übrigens: zwischen 24 und 29 entwickeln sich die technischen Attribute am besten, ab 30 die mentalen Werte.

5.1.2. Entwickle den Spieler auf ein Ziel hin:

Wie überall im Leben gilt: Nur wenn du ein Ziel hast, kannst du den richtigen Weg finden. Im Idealfall hast du schon einen Spielstil im Klub (oder zumindest in deinem Kopf) etabliert und weißt daher, welche Spielertypen du in deinem Kader brauchst. Bevor du deinem Jugendspieler einen individuellen Trainingsschwerpunkt an die Hand gibst, überlege, welche Funktion er in deinem Kader in mehreren Jahren erfüllen könnte.

Individuelles Training

Abhängig davon lässt du ihn eine Rolle trainieren, in der die gewünschten Attribute gezielt verbessert werden (diese werden hervorgehoben). Das muss nicht zwingend die Rolle sein, die er später spielen soll.

Mit dem Attribut-Schwerpunkt feilst du parallel an Schwächen (oder Stärken) des Spielers. Insbesondere hier solltest du den Trainingserfolg beobachten (deine Mitarbeiter berichten dir davon) und gegebenenfalls nachjustieren.

Generell ist es hilfreich, wenn du dir zu festen Zeitpunkten (z.B. halbjährlich) die Entwicklung deiner Jugendspieler anschaust, sie mit deinem Ziel abgleichst und bei Bedarf den Trainingsplan anpasst.

Spieler umschulen

Des Öfteren wirst du Jugendspieler bekommen, deren Hauptposition es in deinem System nicht gibt (insbesondere wenn dein Jugendabteilungsleiter eine abweichende bevorzugte Formation hat) oder deren Skillset für eine andere Position deutlich besser geeignet wäre.

In diesen Fällen solltest du nicht zögern und den Spieler umschulen. So wird es sich an die neue Position gewöhnt haben, bevor er in die erste Mannschaft kommt – außerdem ist es immer gut, flexible Spieler zu haben.

Das Positionstraining wird zwar die Zeit reduzieren, die er an seinen Fähigkeiten arbeiten kann – dieser (geringfügige) Nachteil wird aber dadurch aufgewogen, dass er einen Platz in deinem System finden wird.

5.1.3. Gib deinen Spielern ehrliches Feedback: 

Der regelmäßige Trainingsbericht des Co-Trainers ist eine großartige Gelegenheit, den Spielern eine Rückmeldung zu ihren Leistungen auf dem Trainingsplatz zu geben. Wer gut trainiert hat (Trainingsnote über 8), wird gelobt – wer es etwas ruhiger angegangen ist, wird eingenordet. Die Spieler wissen das in aller Regel sehr zu schätzen – maßvolles vorgehen vorausgesetzt. Wenn du deinen Trainingsweltmeister mehrere Wochen hintereinander lobst, geht ihm das irgendwann auf den Zeiger. In seinem Profil unter „Interaktionen“ kannst du vergangene Gespräche einsehen, wenn du auf Nummer sicher gehen willst.

Auch Spieler, die sich über die Trainingsbelastung beklagen, bekommen hin und wieder ihre Perspektive aufgezeigt: Entweder du trainierst härter oder es wird nicht reichen! Darüber werden sie nicht immer begeistert sein – aber der ehrliche Umgang kann einen Beitrag dazu leisten, sie zu professionelleren Spielern zu machen.

5.2 Spielpraxis

Entscheidend ist auf dem Platz – auch bei der Entwicklung von Nachwuchsspielern. Ohne Spielpraxis wird ein Spieler sein Potenzial nicht ausschöpfen – mit der richtigen Art von Spielpraxis hingegen kann die Entwicklung innerhalb von kürzester Zeit explodieren.

Bevor wir aber zur „richtigen Art von Spielpraxis“ kommen, sollte das Grundbedürfnis gestillt sein: Jeder Spieler sollte regelmäßig spielen – und seien es nur Freundschaftsspiele unter der Woche. Solange die Spielpraxis (engl. Match Sharpness) stets über 85% ist, wird die Entwicklung nicht gehemmt. Sorge also dafür, dass Jugendteam und zweite Mannschaft bei Bedarf Freundschaftsspiele ansetzen, wenn eine spielfreie Woche ansteht.

Sind die negativen Folgen von (fehlender) Spielpraxis ausgeschlossen, können wir uns mit den positiven befassen. Grundsätzlich gilt: Je höher das Niveau des Wettbewerbs, desto besser entwickeln sich Spieler. Die Wettbewerbsreputation verrät dir (getrennt nach Liga- und Pokalwettbewerben), wo der „beste“ Fußball gespielt wird:

Herrenfußball ist in der Regel förderlicher als Jugendfußball, internationale Wettbewerbe mehr als nationale (Top-Ligen ausgenommen). Das bedeutet gleichzeitig, dass Top-Talente, die nicht auf bestmöglichem Niveau spielen, ihr Potenzial oft nicht erreichen können. Ganz extrem merkt man das z.B. bei Spielern, die aus Afrika nach Europa wechseln und sich auf einmal viel besser entwickeln. Bei ihrem Heimatklub hätten sie aufgrund der Infrastruktur und des Wettbewerbsniveaus niemals ihr Talent ausschöpfen können.

Die Leistung zählt

Muss ein Spieler, um sich optimal zu entwickeln, also zwingend in der ersten Mannschaft spielen? Ja – aber erst, wenn er dazu bereit ist. Einen jungen Spieler zu überfordern, hilft seiner Entwicklung nicht. Je besser seine Leistungen sind, desto mehr profitiert er davon. Durch Kurzeinsätze oder als Vertretung von Verletzten kannst du Spieler, die in der Jugend bereits ein gewisses Niveau erreicht haben, an die erste Mannschaft heranführen. Ich achte dabei darauf, dass sie die auf ihrer Position zentralen Aufgaben zufriedenstellend erfüllen können. Ein junger Innenverteidiger z.B. muss nicht mit 17 Jahren das Aufbauspiel organisieren – aber er sollte körperlich bereits mithalten und Zweikämpfe führen können.

Bei kleineren Teams kann es sich lohnen, die Spieler frühzeitig ins kalte Wasser zu werfen. Durch die explosionsartige Entwicklung gewinnt man dadurch oft bereits nach einer halben Saison eine richtige Verstärkung für das Team.

Du wirst merken, wenn Spieler bereit für den nächsten Schritt sind – und dann solltest du ihnen auch Spielzeit auf höherem Niveau bieten. Wenn nicht in der ersten Mannschaft, dann in der zweiten (sofern sie am Ligabetrieb teilnimmt) – oder auswärts.

Ausleihen oder im Verein behalten?

Manchmal bietet es sich an, die Spieler auszuleihen und dadurch Spielpraxis auf höherem Niveau zu verschaffen. Doch ist das sinnvoll? Der Vorteil wird durch zwei mögliche Nachteile aufgewogen:

  1. Einrichtungen und Trainerstab sind beim Leihverein häufig schlechter als in deinem Klub;
  2. Du hast für die Zeit der Leihe keinen direkten Einfluss auf die Entwicklung des Spielers. Mentoring ist ebenso wenig möglich wie eine Umstellung des Trainingsplans.

Ungeachtet dessen können Leihen trotzdem die Entwicklung eines Spielers massiv befördern – wann ist welche Variante sinnvoll? Grundsätzlich muss eine Leihe bei mir vier Punkte erfüllen:

  1. Der aufnehmende Verein muss höherklassig spielen als die eigene zweite Mannschaft
  2. Der aufnehmende Verein muss gute Trainingseinrichtungen haben
  3. Der Spieler wird als Stamm- oder Schlüsselspieler eingeplant
  4. Der Spieler kann von der Leihe zurückbeordert werden

Der letzte Punkt ist besonders wichtig, wenn der Spieler anders als geplant doch keine Spielzeit bekommt. Das passiert manchmal, wenn der Trainer wechselt oder vor Ende des Transferfensters noch ein gestandener Spieler für die Position verpflichtet wurde.

In allen anderen Fällen bevorzuge ich die Spieler im Verein zu haben, da ich dann Einfluss auf die Entwicklung habe. Und wer weiß? Im Falle eine Verletzungsmisere kommt der Spieler vielleicht doch unverhofft zu Einsätzen in der ersten Mannschaft.

6. Fazit

Wenn du es bis hierher geschafft hast, weißt du alles über Jugendentwicklung im Football Manager und bist bereit, auf Basis der eigenen Akademie eine Dynastie zu gründen – so wie Barcelona es mit La Masia getan hat.

Je nach Ausgangslage kann der Aufbau einer leistungsfähigen Nachwuchsarbeit etliche Saisons in Anspruch nehmen. Solltest du zu den Trainern gehören, die ihren Klubs viele Jahre treu bleiben, zahlt sich der Aufwand jedoch aus: Trotz aller Investitionen in Infrastruktur und Personal erhältst du viele hochklassige Spieler, die nicht nur deine Mannschaft verstärken, sondern auch mit hohem Gewinn weiterverkauft werden können. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und freue mich auf dein Feedback:

Wie bildest du deine Spieler aus? Worauf achtest du besonders? Hast du Fragen oder Anmerkungen zum Guide? Ich freue mich auf deinen Kommentar :-)

25 Kommentare

  • sehr informativer beitrag

    heißt das denn eigentlich wenn ich jugendspieler entwickeln möchte, das ich mich dann um das individuelle training (insbesondere antrainieren der richtigen rolle), das normale training, die mentorengruppen etc. für die U18 und U23
    selber kümmern muss? und wenn ja wie lange muss ich fokus etc. dann individuell trainieren lassen?

    wenn per mail eine übersicht der jeweiligen trainer kommt kann man sich darauf verlassen das es stimmt?
    (in bezug auf z.b. passen ist keine schwäche des spielers xy mehr oder wird die position/rolle nie besser als gut beherrschen usw.)

    dann noch ne frage zu den einrichtungen, ob die ausreichend sind um mich auf die entwicklung von jugendspielern zu fokussieren z.b. bei ipswich town

    großartige jugendeinrichtungen (7/10)
    niveau der jugendakademie: 2
    durchschnittliches jugendtraining (4/7)

    • Hi :) Danke für deinen Kommentar!
      Du MUSST dich nicht zwingend selbst um das individuelle Training kümmern – aber es hilft natürlich, um die Spieler in die Richtung zu entwickeln, in die du sie haben willst. Entwickeln werden sie sich aber auch so. Wenn du dich also nicht darum kümmern möchtest, musst du es nicht zwingend tun.
      Die Berichte der Trainer sind in der Regel schon zuverlässig – aber es sind eben auch (simulierte) Menschen mit Vorlieben, Stärken und Schwächen. Verlass dich auf sie, wie du dich auf Mitarbeiter verlässt – eine zweite Meinung ist immer gut, aber letzten Endes liegt die Entscheidung bei dir. Wenn du z.B. eine 9 in Passen als zu schwach empfindest, dann lass den Spieler das weiterhin trainieren.

      Die Einrichtungen sehen erstmal gut aus, dennoch solltest du immer versuchen, sie zu verbessern. Aber solange du gute Jugendspieler dazubekommst oder von außen verpflichtest, steht dem nichts entgegen.

      Grüße Tery

      • danke für die schnelle antort
        hab ich mir irgendwie schon fast gedacht, das die aussagen nicht immer so ganz zuverlässig sind
        wenn ich bei ner 10 gesagt bekomme keine schwäche mehr ^^

        verbessern ist derzeit nicht möglich, der vorstand von meinem verein (ipswich town) sagt nein aufgrund der begrenzten finanziellen mittel :( hab ja auch nur nen transferbudget von etwas über 1 mio und nen gehaltsbudget von ca. 13,5 mio, weswegen ich gezwungenermaßen junge spieler entwickeln muss und mir nicht ohne ende gute spieler leihen/kaufen kann

        wenn ich die philosophie vereinbare beim vorstand gibt es da einen zeitraum bis wann ich erste ergebnisse liefern muss also junge spieler bis in die 1. mannschaft herangeführt habe?

      • Genau weiß ich es nicht, aber du hast schon genügend Zeit. Es müssen auch keine Eigengewächse sein, Hauptsache du setzt regelmäßig junge Spieler ein.

        Für dein Niveau sehen die Einrichtungen sehr gut aus 👍

      • danke 😀

  • Zocke den fm jetzt schon einige Jahre, aber auf die Seite bin ich nie gestoßen. Schande auf mein Haupt… Wirklich sehr Informativ, danke für die Tipps. Jugend
    Entwicklung ist für mich sehr wichtig, teilweise muss ich mich zurück halten zu viele junge Spieler in der ersten Mannschaft zu haben. 😉

    • Hi Bastion83,

      danke für deinen Kommentar. Jetzt bist du ja da – und das ist die Hauptsache. :) Es freut uns sehr, wenn dir unsere Seite weiterhilft.
      Das mit dem Kaufrausch bei vielversprechenden Spielern kenne ich gut … ich muss mich da auch immer zusammenreißen und mich selbst dran erinnern, dass es am Ende keinem weiterhilft, wenn die sich alle gegenseitig die Spielzeiten wegnehmen …

      Grüße Tery

  • hey

    mal eine Frage zum Jugendtraining, wie erhöht man dort den Wert habe beim KSC da 4/7 stehen?

    habe bis jetzt immer gedacht, das sich dieser Wert aus dem durchschnitt meiner Jugendtrainer ergibt, liege ich da richtig?oder hat es was mit dem Jugendtrainingbudget zu tun das man beim Vorstand erhöhen kann?

    mfg CRD

    • Hi CRD,
      das hat mit den Trainern nichts zu tun, sondern – wie du richtig vermutest – mit dem Jugendtrainingsbudget. Der Weg zur Verbesserung führt also durch die Vorstandsetage.

      Grüße Tery

      • ok dann war ich ja echt auf dem Holzweg die ganze Zeit.

        danke für die schnelle Antwort :)

        mfg crd

  • Pingback: Walerij Lobanowskyj, der Football Manager und Du | FM.Zweierkette

  • Sehr guter Artikel 🙂 Habe zwar keinen Pedro Peso als Abteilungsleiter aber dafür einen mit den gleichen Werten 🙂
    Bin sehr gespannt, wie sich meine Jugendspieler entwickeln und wenns nicht ganz so klappt, habe ich immer noch den Artikel hier zum Spicken 😛

    Bis zum nächsten Stream 😉
    Grüße,
    Almo

    • Hi Almo,
      freut mich, wenn dir der Artikel gefällt – drücke die Daumen bei deinen Jugendspielern :)
      Ich bin auch gespannt, wie sich meine entwickeln – v.a. Yangomann und CKK ;-)

      Grüße Tery

  • hey, ich wollte mal Fragen ob das Attribut Anpassungsfähigkeit ein große Rolle Spielt?
    habe mir einen Kolumbianer als u19 Trainer geholt, der eine Anpassungsfähigkeit von 2 hat und auch noch nie in Europa gearbeitet hat, ist das Ok oder ist das schlecht fürs Training und so?

    • Er wird eine Weile brauchen, bis er sich an Land und Leute gewöhnt hat und die Sprache spricht. Insofern ist es nicht ideal – gerade, wenn es so extrem niedrig ist.

      Wenn sonst alle anderen Attribute aber passen, würde ich es versuchen und mal das Ergebnis des ersten Sprachkurses abwarten.

      Grüße Tery

  • Ja wie gesagt die liste der verfügbaren Spieler ist sehr klein, was es schwer macht professionelle Spieler hinzu zu gewinnen.

  • Wie würdest du eigentlich den Teamcharakter „ehrgeizig“ bezeichnen? Spiele derzeit ja mit Bilbao und hab kaum professionelle Charaktere im Team. An Ehrgeiz mangelt es dennoch nicht. Deine Meinung würde mich sehr interessieren. lg

    • Ehrgeiz ist natürlich nicht verkehrt – gerade auf dem Platz. Für die Förderung von Jugendspielern hilft es jedoch nicht weiter, zumindest nicht in dem herausragenden Maße wie Professionalität.

      Unabhängig davon versuchen ehrgeizige Spieler auch gerne mal den Absprung zu einem größeren Klub zu schaffen – gerade bei Spielern, die noch nicht fertig entwickelt sind, kann das nerven.

      Insofern ein zweischneidiges Schwert.

      • Danke für deine Meinung. Leider ist es aufgeund der Baskenregelung nicht ganz einfach. Aber vielleicht gelingt ja der Umstieg auf professionell irgendwann ;)

      • Wie immer kleine Schritte. Ist ja auch nur ein Baustein – wichtiger als der Teamcharakter wäre es, für jeden Mannschaftsteil professionelle Tutoren zu haben.

  • Sehr guter Beitrag. Starte mit Bilbao gerade in meine 3.Saison und da könnte einiges sehr interessant für mich werden da ich ja nahezu verdonnert zum eigenen Nachwuchs bin. Mach weiter so 😉

  • und so ganz nebenbei, besinnliche weihnachtstage an alle :-)

    mfg nameless :-)

  • wirklich ein super artikel tery.

    erklärt es wirklich super und leicht verständlich.

    mfg nameless

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