Die Spielerrollen: Vom Torwart bis zum Knipser

Spielerrollen FM18

Spielerrollen sind im Football Manager ein entscheidendes taktisches Puzzleteil. Sie bestimmen, wie ein Spieler sich konkret innerhalb deines Systems verhält. Ist er der Mann, den seine Mitspieler suchen – oder derjenige, der dem Spielmacher den Rücken freihält? Ist er der Fels in der Brandung, der das sprühende Offensivspiel absichert – oder derjenige, der aus der Tiefe des Raumes heranrauscht und den Gegner vor unerwartete Probleme stellt?

Eine schnelle Übersicht über alle Spielerrollen und ihre Abkürzungen findest du im Kompendium. Hier geht es in die Tiefe.

Dieser Guide orientiert sich sehr stark am Handbuch „Lines and Diamonds“ von The Hand of God bzw. am entsprechenden Abschnitt, der sich mit den Spielerrollen auseinandersetzt. Im Gegensatz zum Original, das nach Klassifizierung vorgeht, gruppiere ich die Rollen der Übersichtlichkeit halber jedoch nach Mannschaftsteilen. Die Klassifizierung soll dennoch nicht unerwähnt bleiben, da sie für das Verständnis der Funktionsweise hilfreich ist. Deshalb geht es damit los:

0. Einleitung und Einteilung

Spielerrollen haben einen deutlichen Einfluss auf das System. Während Mentalität, Dynamik und Team-Anweisungen das Verhalten der gesamten Mannschaft steuern, wird es bei den Rollen konkret: Wie bewegt sich der Spieler? Welche Techniken führt er im Angriffsspiel bevorzugt aus? Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Rest der Mannschaft, weshalb Spielerrollen immer im gesamten Kontext betrachtet werden sollten.

Öfter liest man bei Hilfesuchenden die resignierte Aussage „Meine Spieler spielen schlecht, dabei habe ich jedem seine beste Rolle zugewiesen!“ – nicht selten ist das schon ein großer Teil des Problems. Denn durch die Rollen werden in nicht unerheblichem Maß Angriffsmuster mitbestimmt. Nur ein Beispiel: Flügelspieler als solche sind stark auf Hereingaben von der Außenlinie fixiert und versuchen durch schnelle Läufe mit dem Ball in gute Flankenpositionen zu kommen. Gibt es keine Abnehmer für die Flanken oder soll der Ball bevorzugt durch die Mitte gespielt werden, gibt es geeignetere Rollen für die Außenbahn. Keine Sorge: Auch wenn ein Attribut in einer Rolle nicht als „wichtig“ markiert ist, kommt es dennoch zum Tragen. Andersrum wirst du auf bestimmten Positionen Attribute haben wollen, die das Spiel nicht hervorgehoben hat. Da passt wieder einer meiner liebsten FM-Merksätze:

Jeder Spieler kann jede Rolle spielen – er wird sie nur anders interpretieren.
— Cleon, teaandbusquets.com

Die Spielerrollen im Football Manager lassen sich grob in fünf Kategorien einteilen:

  • Generalisten,
  • Spielmacher,
  • eingeschränkte Spezialisten,
  • Systemspezialisten und
  • Freirollen.

Diese Klassifizierung zeigt an, ob die Rolle innerhalb eines Spielsystems eher generelle oder spezielle Funktionen erfüllt. Mit Spezialisten kann ein Trainer dafür sorgen, dass die Mannschaft von individuellen Stärken einzelner profitiert – auch wenn Mannschaftskameraden dafür an anderer Stelle einspringen müssen.

a.) Generalisten

Vielseitig und taktisch gut geschult sind Generalisten in der Lage, sich in jeder Spielsituation zurechtzufinden. Auch wenn man von ihnen keine großartigen kreativen Ergüsse erwartet, können sie den Ball auch unter Druck behaupten und – bietet sich die Gelegenheit – Torgefahr entwickeln oder einen tödlichen Pass spielen. Kurz: Sie sind das Rückgrat jeder Mannschaft.

b.) Spielmacher

Mit größerer taktischer Freiheit ausgestattet sind Spielmacher der Dreh- und Angelpunkt des Aufbauspiels. Von den Mitspielern werden sie gesucht, damit sie das Tempo des Spiels bestimmen und Chancen kreieren. Als kreativer Kopf der Mannschaft müssen Spielmacher die Übersicht und Technik besitzen, um die gegnerische Abwehrreihe ein ums andere Mal zu knacken.

c.) Eingeschränkte Spezialisten

Für gewöhnlich ist der eingeschränkte Spezialist ein einseitiger Spieler, dessen Stärken jedoch deutlich heraustreten und seinen Platz in der Mannschaft rechtfertigen. Um die Schwächen zu kaschieren kommt ihm jedoch im Aufbauspiel wenig Verantwortung zu, was in einem sehr einfachen Spiel mit dem Ball resultiert.

d.) Systemspezialisten

Systemspezialisten führen in der Regel Aufgaben aus, die klassischerweise nicht mit ihrer Position in Verbindung stehen. Ihre sehr speziellen Laufwege ohne Ball ermöglichen unorthodoxe Systeme. In den meisten Fällen entspricht ihr Verhalten am Ball dem eines Generalisten, wie andere Spezialisten auch führen sie jedoch sehr spezifische Aufgaben aus, um das beste aus ihren Stärken herauszuholen. Ihre spezifische Rolle verlangt vom Trainer eine sorgfältige Abwägung über die Wechselwirkungen mit den Spielern um sie herum.

e.) Freirollen

Im Gegensatz zu Spielmachern stehen Spieler mit einer Freirolle nicht zwingend im Zentrum des Aufbauspiels. Dennoch genießen sie größere taktische Freiheiten, um ihre eigenen Ideen einzubringen und unvorhersehbare Situationen zu schaffen. Das heißt nicht, dass sie defensiv weniger beitragen (dem ist nicht so); sie unterliegen nur weniger taktischen Einschränkungen, wenn die eigene Mannschaft in Ballbesitz ist (was jedoch das Risiko erhöhen kann, dass sie im Falle eines Ballverlusts nicht auf ihrer defensiven Position sind).

Philosophie und Spielertypen

Spezialisten, besonders eingeschränkte Spezialisten und Spielmacher, sind vor allem in strukturierten Systemen zu finden. Dort sollen Spieler ihre klar definierten Aufgaben mit großer Disziplin erfüllen. Im Fall von eingeschränkten Spezialisten stellt der strukturierte Ansatz sicher, dass die Spieler sich an die ihnen auferlegten Grenzen halten und ihr Spiel nicht verkomplizieren. Spielmacher hingegen nutzen die Tiefe, die strukturierte Systeme schaffen. Neben Raum für den Spielmacher selbst sorgt das für ausreichend Abnehmer für dessen Pässe in die Tiefe.

In fluiden Systemen hingegen kommen eher Generalisten zum Einsatz, die sich in verschiedenen Spielsituationen behaupten können. Gemäß dem voetball totaal: Der Angreifer ist der erste Verteidiger und der Verteidiger der erste Angreifer.

Wie immer ist das nicht dogmatisch zu verstehen, bietet aber eine grobe Orientierung.

Kriterien für die Rollen-Wahl

Bei der Auswahl einer Rolle ist es wichtig zu wissen, wie sie den Spielstil der Mannschaft beeinflusst. Das betrifft sowohl die Gestaltung des Angriffspiels (siehe den Flügelspieler eingangs) als auch taktische Prinzipien.

Ein Beispiel: Ein stark pressender Spieler kann in einem tief stehenden System unerwünschte Lücken reißen; mit Bedacht eingesetzt, kann er jedoch auch dafür sorgen, dass der Gegner nicht zu bequem den Strafraum belagern kann.

Neben der Eignung des Spielers für eine Rolle ist es wichtig, dass die Spieler sich untereinander ergänzen, sprich: dass Räume, Anspielstationen und Unterstützung geschaffen werden. Das ermöglicht jedem einzelnen, seine Rolle effizient zu erfüllen. Nun aber los:


1. Tor

Spielerrollen Tor FM15

Torwart (TW)

engl.: Goalkeeper (GK) | Kategorie: Generalist | Position: TW | Duties: V

Der „klassische“ Torwart ist in erster Linie zwar ein defensiver Spieler, dennoch sollte er gut genug am Ball sein, um das Aufbauspiel mitzutragen. Das schließt die Ballzirkulation mit den Abwehrspielern ebenso ein wie das Einleiten von Kontern durch schnelle Abwürfe oder Abschläge. Befindet sich das Spiel weit vorne hält sich der Torwart näher am eigenen Tor auf und ist darauf bedacht, seine Linie nicht allzu weit hinter sich zu lassen.

Mitspielender Torwart (MTW)

Sweeper Keeper (SK) | Generalist | TW | V, U, A

Der mitspielende Torwart gleicht mit Verteidigen-Duty dem klassischen Torwart, auch wenn er etwas mehr Freiheit beim Einleiten von Kontern genießt.

Auf Unterstützen oder Angriff wird der mitspielender Torwart in seinem Passspiel schrittweise risikobereiter agieren und auch im Angriff eine tiefe Anspielstation bieten. Ist die Mannschaft weit aufgerückt, verlässt er dazu seinen Strafraum um eingebunden zu sein; außerdem läuft er Bälle ab, die hinter die Abwehr gespielt werden. Während das der Mannschaft helfen kann, den Raum zu komprimieren, besteht immer ein Restrisiko, dass der mitspielende Torwart bei einem Sonntagsschuss auf der Linie fehlt.

 


2. Abwehr

Spielerrollen FM15 Abwehr

2.1 Libero

 

Libero (LI)

Sweeper (SW) | Generalist | LIB | V

Der Libero agiert als klassischer Ausputzer hinter der Abwehr – egal, ob die Mannschaft in Ballbesitz ist oder nicht. Dort bietet er eine tiefe Anspielstation und Rückendeckung für die Spieler vor ihm. Wie andere Generalisten auch sollte er gut am Ball sein, um aus der Tiefe den Ball in den eigenen Reihen zu halten oder bei passender Gelegenheit mit einem wohl gewählten Steilpass den Angriff neu beleben zu können.

 

Offensiver Libero (OLI)

Libero (LIB) | Freirolle | LIB | U, A

Der offensive Libero schaltet sich in Angriffe mit ein, indem er eine mobile Option im defensiven Mittelfeld bietet. Mit seiner Beweglichkeit schafft er Überzahl in der Mitte und unterstützt seine Mitspieler. Ist der Raum vor ihm offen, läuft er mit dem Ball nach vorne oder spielt Schnittstellenpässe auf die Angreifer.

Als Unterstützer spielt der offensive Libero kreativ, wird für gewöhnlich aber im defensiven Mittelfeld bleiben.

Mit Angreifen-Duty genießt er hingegen noch mehr Freiheiten und läuft öfter nach vorne, wo er von der Strafraumgrenze den Abschluss sucht.

 

2.2 Innenverteidigung

Innenverteidiger (IV)

Central Defender (CD) | Generalist | IV | V, X, D

Der normale Innenverteidiger bringt erwartungsgemäß die Fähigkeiten mit, sich dem Spielstil des Teams anzupassen. Er kann zum Ballbesitzspiel beitragen, aber auch Konter einleiten, wenn die Situation es erfordert. Dennoch ist er eher auf Sicherheit bedacht und bietet so eine ausgeglichene Optionn.

Mit der Duty Rückendeckung versucht er Angreifer zu stellen und den Angriff zu verzögern. Er wird geduldiger agieren, wenig Risiko eingehen und stattdessen auf Mitspieler warten, die ihn absichern können.

Ein Stopper hingegen übt mehr Druck auf den Gegner aus und ist bereit, die Situation mit einem schnellen Tackling zu klären.

Die Dutys schaffen keine Ausputzer-Vorstopper-Kombination wie in früheren Zeiten (auch wenn der Name das vermuten lässt); stattdessen sind sie nützlich um einzelnen Verteidigern spezielle Anweisungen für das Verhalten in Eins-gegen-eins-Situationen mitzugeben.

 

Ballspielender Verteidiger (BsV)

Ball Playing Defender (BPD) | Generalist | IV | V, X, D

Diese Rolle legt einen deutlichen Schwerpunkt auf das Überwinden der gegnerischen Defensive. Der Ballspielende Verteidiger soll das Spiel auch unter Druck verlässlich aus der Abwehr aufbauen und den Ball nach vorne bringen können, notfalls auch mithilfe eines Laufs. Auch schwierige Schnittstellenpässe spielt er konstant und sauber und nutzt so sich öffnende Räume vor ihm. Dafür genießt er etwas mehr Freiheit am Ball, im Gegensatz zu einer Freirolle bleibt er jedoch in der Nähe seiner Defensivposition. Bezüglich der Dutys gilt dasselbe wie oben beim Innenverteidiger beschrieben.

 

Defensiver Innenverteidiger (DIV)

Defensive Centre Back (CDB) | Eingeschränkter Spezialist | IV | V, X, D

Unabhängig von der Marschroute der Mannschaft konzentriert sich der defensive Innenverteidiger einzig und allein aufs Vermeiden von Fehlern in der eigenen Defensive. Er wird den Ball ohne zu zögern hoch und weit klären, sollte er auch nur leicht unter Druck gesetzt werden. Das kann eine Mannschaft mit Fokus auf schnelles Umschalten mit langen Bällen nutzen; dennoch ist der defensive Innenverteidiger hauptsächlich darauf bedacht, den Ball so weit vom eigenen Tor wegzuhalten wie möglich.

2.3 Außenverteidigung

Außenverteidiger (AV)

Full Back (FB) | Generalist | AV | V, U, A, auto

Der Außenverteidiger ist der zurückhaltendste Generalist auf seiner Position. Anstatt das direkte Duell mit den gegnerischen Verteidigern zu suchen, wird er vor allem auf Flanken und überladende Läufe zurückgreifen, wenn diese beschäftigt sind (seine Gegenspieler sind dann vor allem Außenstürmer/Flügelspieler).

Mit Verteidigen-Duty wird er vor allem hinten bleiben und sicherstellen, dass er bei einem Angriff schnell hinter dem Ball ist. Am Ball wird er sich vor allem an der tiefen Ballzirkulation beteiligen, dennoch sollte er den Ball auch sauber nach vorne spielen und gute Flanken aus der Tiefe schlagen können.

Als Unterstützer spielt der Außenverteidiger eine ausgeglichene Rolle. Er wird sich eher nach vorne begeben und unterstützt seine Mitspieler auch im letzten Drittel, wenn die Situation es erlaubt. Im Vergleich zur Verteidigen-Duty bietet der Unterstützer etwas mehr Durchschlagskraft, da er hin und wieder Risikopässe auf durchstartende Mitspieler spielt.

Mit der Duty Angreifen setzt der Außenverteidiger einen größeren Schwerpunkt auf Mobilität und Überwinden der gegnerischen Abwehr und gibt im letzten Drittel Breite. Hinterlaufen und überladen – provoziert durch seine häufigen Läufe nach vorne – gehören ebenso zu seinem Beitrag in der Offensive wie Flanken auf im Strafraum lauernde Mitspieler. Wird er nicht (oder nicht ausreichend) abgesichert, kann ein angreifender Außenverteidiger Lücken hinterlassen, die der Gegner seinerseits ausnutzen könnte.

 

Defensiver Außenverteidiger (DAV)

Defensive Full Back (DFB) | Eingeschränkter Spezialist | AV | V

Der defensive Außenverteidiger ist ähnlich dem defensiven Innenverteidiger. Verglichen mit dem normalen Außenverteidiger konzentriert er sich ausschließlich auf die Defensive. Während der Rest nach vorne geht, bleibt er kompakt bei den übrigen Verteidigern. Am Ball spielt er nach Möglichkeit sichere Pässe und schlägt ihn lang nach vorne, sobald er erste Anzeichen von Druck bemerkt.

 

Flügelverteidiger (FV)

Wing Back (WB) | Generalist | AV, FV | V, U, A, auto

Der Flügelverteidiger ist eine etwas offensivfreudigere Alternative in der Außenverteidigung. Er vereint die defensive Verantwortung eines Außenverteidigers mit den Fähigkeiten offensiv auf außen die Hauptbedrohung für den Gegner darzustellen. Meist hat er die Außenbahn für sich alleine oder vor ihm agieren Außenstürmer, die in zentralere Räume laufen. Dementsprechend ist er normalerweise auch der Breitegeber im Team.

Mit einer Verteidigen-Duty konzentriert sich der Flügelverteidiger vor allem auf die Ballzirkulation und schnelle Rückker in die defensive Ordnung. Verglichen mit einem verteidigenden Außenverteidiger geht er jedoch ein wenig öfter nach vorne und unterstützt das Mittelfeld.

Der Flügelverteidiger mit Unterstützen-Duty hingegen bringt deutlich mehr Mobilität durch regelmäßige Läufe nach vorne in Angriffspositionen, wo er Breite gibt. Er bietet auch mehr Durchschlagskraft durch gelegentliche Schnittstellenpässe hinter die Verteidigung. Meistens jedoch agiert er als Verbindungsspieler in schnellen Kombinationen in und um den Strafraum.

Der angreifende Flügelverteidiger sieht offensiv wie ein echter Flügelspieler aus. Er kombiniert die Mobilität und Breite des unterstützenden Flügelverteidigers mit einem höheren Fokus auf Durchdringung der Defensive. Mit großer Regelmäßigkeit versucht er Verteidiger anzulaufen, mit seinem versierten Dribbling auszuspielen und dann eine gefährliche Flanke von der Grundlinie in die Mitte zu schlagen.

 

Kompletter Flügelverteidiger (KFV)

Complete Wing Back (CWB) | Freirolle | AV, FV | U, A

Kombiniere die defensiven Verantwortlichkeiten eines Außenverteidigers mit der Angriffsfreude eines modernen Flügelspielers und heraus kommt – voilà – der Komplette Flügelverteidiger. Wie andere Freirollen zeichnet sich auch diese durch das hohe Maß an Mobilität aus. Der KFV wird bei jeder Gelegenheit nach vorne durchstarten und Breite im Angriff geben, besitzt aber die Freiheit – wenn nötig – auch nach innen zu ziehen, um das Mittelfeld zu unterstützen. Am Ball darf er sich frei entfalten und er wird regelmäßig nach Möglichkeiten Ausschau halten, die Abwehr mit einer gefährlichen Flanke oder einem gewandten und gewagten Dribbling zu überwinden.

Als Unterstützer konzentriert sich der Komplette Flügelverteidiger vermehrt auf die Unterstützung des Mittelfelds, während er mit einer Angreifen-Duty bei erster Gelegenheit seine Mitspieler hinterläuft.

 

Falscher Außenverteidiger (FAu)

Inverted Wing Back (IWB) | Generalist | AV, FV | V, U, A, auto

Anstatt Breite zu geben bietet der Falsche Außenverteidiger zusätzliche Penetration und Mobilität in der Mitte. Er wird sich eher zu den defensiven Mittelfeldspielern begeben, dort den Ball erhalten und nach vorne laufen, um Überzahlsituationen zu schaffen. Dann spielt er scharfe Pässe auf Angreifer, typischerweise auf einen Flügelspieler, der durch die Bewegung des falschen Außenverteidigers mehr Raum zur Verfügung hat. Wenn er sich auf den Außen wiederfindet, vermeidet der Falsche Außenverteidiger Flanken und versucht sich stattdessen zu drehen und schräge Steilpässe hinter die Abwehr zu spielen.

 


3. Mittelfeld

Spielerollen FM15 Mittelfeld

3.1 Defensives Mittelfeld

Defensiver Mittelfeldspieler (DM)

Defensive Midfielder (DM) | Generalist | DM | V, U

Der Defensive Mittelfeldspieler muss in der Lage sein, Angriffe abzuwehren, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und – wenn sich die Gelegenheit bietet – nach erfolgtem Ballgewinn Angriffe einzuleiten.

Mit Verteidigen-Duty wird er als tiefe Absicherung agieren und in erster Linie die defensive Stabilität im Auge haben. Auch wenn er den Ball im Normalfall nicht selbst nach vorne trägt, streut er hin und wieder einen Steilpass ein. Sein Augenmerk in der Defensive liegt auf dem schnellen Stören von Angriffen, die hinter die Mittelfeldlinie kommen.

Mit der Duty Unterstützen beteiligt der Defensive Mittelfeldspieler sich bereitwilliger am Angriff, rückt mit auf und bietet am gegnerischen Strafraum seine Unterstützung an. Zusätzlich zu gelegentlichen Steilpässen, läuft er auch ab und an mit dem Ball nach vorne. Wie sein Gegenstück mit Defend-Duty setzt er Gegner, die in seine Zone kommen, schnell unter Druck. Dazu steigt er auch mal härter in den Zweikampf ein. Das ist besonders effektiv gegen unsichere Angreifer; generell wird der DM mehr auf eine schnelle Entscheidung aus sein als auf eine Verzögerung des Angriffs.

Abräumer vor der Abwehr (Abr)

Anchor Man (A) | Eingeschränkter Spezialist | DM | V

Der Abräumer ist ein spezialisierter defensiver Mittelfeldspieler, der mit intelligentem Stellungsspiel und Manndeckung beeindruckt. Er schützt vorsichtig den Raum vor der Abwehrreihe, versucht Angriffe vom Zentrum wegzulenken und unterbindet Konter, indem er, falls nötig, den Angreifer in ungefährlichere Zonen drängt. Am Ball geht er wenig Risiko ein, improvisiert weniger als der Standard-DM und versucht, wenn möglich, den Ball zu halten. Damit er nicht isoliert und zu langen Befreiungsschlägen gezwungen werden kann, sollte er von seinen Mitspielern unterstützt werden.

 

Tiefer Sechser (TS)

Half Back (HB) | Systemspezialist | DM | V

Der Tiefe Sechser ist ein defensiver Mittelfeldspieler, der sich in die Defensivlinie zurückfallen lässt, wenn die Mannschaft in Ballbesitz ist und dann als dritter Innenverteidiger agiert. Das kann für einen tiefen Kreativspieler Räume öffnen und gleichzeitig der Defensive Stabilität verleihen, wenn beide Außenverteidiger offensiv eingestellt sind. Ist die eigene Mannschaft in Ballbesitz, hilft der Tiefe Sechser den Ball sicher ins Mittelfeld zu spielen, wenn er in den eigenen Reihen gehalten werden soll. Sollte sich die Gelegenheit bieten, wird er jedoch gelegentlich auch den Gegner mit einem plötzlichen Pass in die Tiefe zu knacken versuchen.

 

Zurückgezogener Spielmacher (ZSm)

Deep-Lying Playmaker (DLP) | Spielmacher | DM, ZM | V, U

Der Zurückgezogene Spielmacher vereint in sich Absicherung und Spielmacher. Ohne Ball bleibt er in der Tiefe, sodass er nach Ballverlust seines Teams schnell defensive Kompaktheit herstellen kann. Am Ball soll er hingegen den Gegner mit weitreichenden, ehrgeizigen Pässen aus der Tiefe überwinden. Er hat mehr Freiheit zu improvisieren, in den seltenen Fällen, in denen er die Gelegenheit zum Abschluss hat, wird er sich jedoch eher an seine kreative Rolle halten und eher den Pass als den Schuss versuchen.

Anders als bei den meisten anderen Rollen unterscheiden sich die Dutys mehr durch kleine Unterschiede in der Positionierung im Aufbauspiel und weniger durch die Tendenz mehr oder weniger Läufe nach vorne zu unternehmen.

Mit Verteidigen-Duty schafft der zurückgezogene Spielmacher mehr Tiefe im Mittelfeld, indem er in der Aufbauphase tiefer steht und den Kontakt zur Verteidigung hält.
Auf Unterstützen wird er sich etwas höher positionieren und Anschluss ans Mittelfeld suchen. Dennoch wird er versuchen sich stets hinter dem Ball aufzuhalten.

 

Regista (REG)

Regista (RGA) | Spielmacher | DM | U

Der Regista hat eine Freirolle in der Tiefe inne, die es ihm erlaubt, als Spielmacher seiner Mannschaft zu agieren. Wie der zurückgezogene Spielmacher soll er die erste und hauptsächliche Verantwortung für die Überwindung des Gegners übernehmen, indem er ihn mit weitreichenden und ehrgeizigen Pässen attackiert. Darüber hinaus hat er jedoch komplette Freiheit zu improvisieren und bietet zudem mit späten Läufen an die Strafraumgrenze potenzielle Torgefahr durch Distanzschüsse. Auch ohne Ball hat er die Lizenz sich frei zu bewegen und Räume zu suchen, was zur Folge hat, dass er als Absicherung des Teams ungeeignet ist und einen Mitspieler benötigt, der diesen Part übernimmt.

 

NEU: Segundo Volante (VOL)

Segundo Volante (VOL) | ? | ZDML/R | U, A

Von allen Mittelfeld-Rollen im Spiel ist der Segundo Volante wohl die kompletteste – und daher anspruchvollste. Offensiv benötigt er Attribute wie ein Box-to-Box-Mittelfeldspieler und in der Defensive wie ein klassicher DM. Typischerweise wird er als Teil einer Doppelsechs eingesetzt und steht daher auch nur im linken und rechten zentralen defensiven Mittelfeld zur Verfügung.

Er initiiert und unterstützt Angriffe und entwickelt hier und da auch Torgefahr. Die Rolle passt vor allem in Systeme ohne zentrale Mittelfeldspieler, wie in einem tiefen 4-2-3-1. In Ballbesitz agiert der Segundo Volante wie ein zentraler Mittelfeldspieler, ohne Ball zieht er sich ins defensive Mittelfeld zurück.

Mit Unterstützen-Duty versucht der Segundo Volante das Angriffsspiel zu unterstützen und stößt in geeigneten Situationen spät in den gegnerischen Strafraum vor.

Auf Angriff bewegt sich der Segundo Volante weiter nach vorne, taucht regelmäßig spät im gegnerischen Strafraum auf und versucht öfter aufs Tor zu schießen. Da er bisweilen sehr hoch steht, kann es bei Ballverlust dauern, bis er wieder auf Position ist.

 

Ballerobernder Mittelfeldspieler (BeM)

Ball-Winning Midfielder (BWM) | Eingeschränkter Spezialist | DM, ZM | V, U

Der Ballerobernde Mittelfeldspieler ist ein Spezialist, der beim Jagen des Balles in seinem Element ist. Ist der Gegner in Ballbesitz, wird der BeM sofort und unnachgiebig Druck auf jeden Angreifer ausüben, der in seine Zone eindringt und übt dabei keine Zurückhaltung, sobald sich die Gelegenheit zur Grätsche ergibt. Das bedeutet, dass dem BeM jegliche verzögernden Instrumente (abwarten, Gegner lenken, Formation halten) fehlen, allerdings kann der richtige Spieler im richtigen System sehr effektiv im Unterbinden von Angriffen sein.

Auf Verteidigen achtet der Balleroberer darauf, anfangs tiefer zu bleiben, sodass er kompakt im Defensivverbund steht. Dennoch wird er in Kontersituationen schnell die Position verlassen und den Gegner mit einem Tackling zu stoppen versuchen – schlägt das fehl, kann die Defensive dadurch allerdings entblößt werden. Bekommt er den Ball, sucht er nach einem einfachen, kurzen Pass zum nächsten Mitspieler. Er improvisiert nicht so viel wie ein Standard-Mittelfeldspieler, dennoch wird er hin und wieder einen Distanzschuss wagen, wenn sich die Situation ergibt (vor allem, wenn er den Ball in der Nähe des gegnerischen Strafraums erobert hat und ein wenig Freiraum hat).

Als Unterstützer bewegt er sich mit dem Angriff nach vorne, um am letzten Drittel seine Unterstützung anzubieten – vor allem aber, um den Ball nach Ballverlust schneller wieder zurückgewinnen zu können. Generell pflegt er ein einfaches Kurzpassspiel ohne Improvisation, dennoch kann er – wenn er den Ball in freiem Raum gewinnt – ihn nach vorne tragen, einen sauberen Steilpass auf einen Angreifer spielen oder einen Torschuss aus der zweiten Reihe versuchen.

3.2 Zentrales Mittelfeld

 

Zentraler Mittelfeldspieler (ZM)

Central Midfielder (CM) | Generalist | ZM | V, U, A, auto

Der zentrale Mittelfeldspieler ist der ultimative Generalist. Er soll Chancen vorbereiten, hin und wieder ein Tor erzielen, Ballbesitz kontrollieren und defensiv verlässlich sein. Auch wenn es nicht die glamouröseste Rolle ist, hat die Qualität der zentralen Mittelfeldspieler einen großen Einfluss auf die taktischen Möglichkeiten einer Mannschaft.

Mit Verteidigen-Duty agiert der ZM als Absicherung. Er bleibt tief, zieht sich bei Ballverlust seiner Mannschaft schnell zurück und übt etwas wahrscheinlicher Druck auf den Gegner in seiner Zone aus, wenn er genügend Rückendeckung hat. Am Ball trägt er gelegentlich zum Angriffsspiel bei, indem er hin und wieder Steilpässe spielt oder mit dem Ball nach vorne läuft, um Verteidiger herauszulocken, wenn alle Anspielstationen eng gedeckt sind.

Als Unterstützer bewegt er sich mit dem Angriff nach vorne und hilft der Mannschaft am letzten Drittel. Später im Angriff dient er als Verbindungsspieler und Fernschuss-Waffe außerhalb des Strafraums; gelegentlich wird er auch in den Strafraum vorstoßen.

Auf Angreifen liegt der Fokus des zentralen Mittelfeldspielers auf Mobilität, in dem er zusätzlich zu seinen hauptsächlichen Pflichten deutlich öfter Läufe in die Tiefe startet. Das erhöht die Gefahr durch Überladungen im Zentrum für den Gegner, kann aber auch das eigene Mittelfeld entblößen.

 

Vertikaler Spielmacher (VeSm)

Roaming Playmaker (RPM) | Spielmacher | DM, ZM | U

Im Vergleich zu den anderen Spielmachern hebt sich der Vertikale Spielmacher heraus, da er mehr auf Mobilität fokussiert ist als auf sein Passspiel. Auch wenn er tödliche Bälle spielen wird, wenn sich die Gelegenheit ergibt, ist seine Hauptaufgabe die des omnipräsenten Verbindungsspielers. Dazu bewegt er sich frei auf dem Feld, bietet seinen Mitspielern dynamisch Unterstützung an und zieht die Fäden im komplexen Passspiel. Am Ball muss der Vertikale Spielmacher fähig sein, das Spielgerät auch in Engen zu kontrollieren, durch Pressing zu spielen und Gegner auf sich zu ziehen, sodass Räume für die Mitspieler entstehen. Dadurch bietet er Penetration, sowie durch clevere Dribblings und höhere Freiheit zur Improvisation am Ball.

 

Box-to-Box-Mittelfeldspieler (BBM)

Box to Box Midfielder (BBM) | Freirolle | ZM | U

Der Box-to-Box-Mittelfeldspieler soll eine unermüdliche Energie- und Bewegungsquelle in der Mitte des Spielfeldes sein. Seine erste Priorität liegt auf dynamischer Unterstützung des Mittelfeldes, seine hohe Mobilität stellt jedoch sicher, dass er überall dort auftaucht, wo seine Mitspieler ihn brauchen und unternimmt sogar späte Ausflüge in den Strafraum. Am Ball muss der BBM kein filigraner Techniker sein, dennoch genießt er mehr Freiheit zu improvisieren, sodass er einen Funken Kreativität versprühen kann, wenn das Mittelfeld ein wenig Inspiration vertragen könnte.

 

NEU: Carrilero (CAR)

Carrilero (CAR) | Systemspezialist (?) | ZM | U

Der Carrilero („Pendler“) ist eine unterstützende Rolle, die meist als Teil eines Dreiermittelfelds oder als einer von zwei zentralen Mittelfeldspielern in einer Raute vorkommt. Im Gegensatz zum Box-to-Box-Spieler, der vertikal zwischen den Strafräumen agiert, bewegt sich der Carrilero horizontal. Dadurch sichert er (v.a. in engen Formationen) die Außen ab, gibt etwas Breite und verbindet so das defensive mit dem offensiven Mittelfeld. Da er trotzdem weiterhin Verantwortung für seinen zentralen Bereich hat, sollte man die übrigen Rollen gut ausbalancieren, wenn man ihm nicht zu viele Aufgaben gleichzeitig übergeben will.

 

NEU: Mezzala (MEZ)

Mezzala (MEZ) | Systemspezialist | ZRM/ZLM | U, A

Als einzige Rolle im zentralen Mittelfeld versucht der Mezzala aktiv in den Halbräumen zu agieren. Ähnlich wie ein Box-to-Box-Spieler bewegt sich der Mezzala in Räume, die typischerweise von nach innen ziehenden Angreifern besetzt werden. Man kann ihn also als zentralen (oder halben) Flügelspieler bezeichnen. Mit Flair und Technik versucht er die gegnerische Abwehr zu überwinden und verteidigt für gewöhnlich relativ hoch, wobei er generell eher wenig defensive Verantwortung trägt.
Damit passt er vor allem (aber nicht nur) in Systeme mit hohem Pressing, da er die gegnerischen Verteidiger gut unter Druck setzen kann. In Formationen mit drei zentralen Mittelfeldspielern bietet er zudem eine offensiv potente Option.

Als Unterstützer werden seine Beiträge zum Angriffsspiel im letzten Drittel durch klassiche Mittelfeld-Arbeit ergänzt und ausbalanciert.

Als Angreifer überlässt er die Verantwortung fürs Mittelfeld gerne den Mitspielern und versucht hauptsächlich, sich im letzten Drittel am Angriffsspiel zu beteiligen.

 

Äußerer Mittelfeldspieler (AM)

Wide Midfielder (WM) | Generalist | RZM/LZM | V, U, A, auto

Im Vergleich zu den anderen Rollen auf Außen liegt der Schwerpunkt des Äußeren Mittelfeldspielers mehr auf Teamwork und Passspiel. Er steht in steter Verbindung zu seinen Mitspielern, um mithilfe komplexer Passmuster den Weg über außen nach vorne zu finden.

Auf Verteidigen agiert er hauptsächlich als Absicherung für einen hinterlaufenden Außenverteidiger oder hilft diesem die Seite gegen einen besonders gefährlichen Gegenspieler zu sichern. Um sich nach Ballverlust des Teams schnell zurückziehen zu können, steht er deshalb etwas tiefer; außerdem wird er weniger Risikobälle spielen und hilft stattdessen den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Dennoch wird er bei passender Gelegenheit den Ball nach vorne tragen oder eine Flanke aus der Tiefe schlagen.

Mit der Duty Unterstützen zeigt der Äußere Mittelfeldspieler deutlich mehr Angriffslust: Er wird bis in Strafraumnähe aufrücken, um im letzten Drittel der Mannschaft zu helfen, stellt Verbindung zu den Stürmern her und unternimmt gelegentlich Läufe in den Sechzehner. Wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt, versucht er außerdem Steilpässe zu spielen.

Mit Angreifen-Duty wird der Äußere Mittelfeldspieler zu einem sekundären Abschlussspieler. Er bietet einen deutlich größeren Fokus auf Mobilität und Durchschlagskraft. Mit regelmäßigen Läufen greift er den Strafraum an und kreiert Chancen für die Stürmer, in dem er ambitionierte Risikobälle hinter die Abwehr spielt.

 

Defensiver Flügelspieler (DFs)

Defensive Winger (DW) | Eingeschränkter Spezialist | RZM/LZM | V, U

Der Defensive Flügelspieler lässt sich als Ballerobernder Mittelfeldspieler für die Außenbahn bezeichnen. Diese Rolle passt perfekt zu Spielern, die Angriffe schnell unterbinden können; der DF glänzt aber vor allem im Einleiten von schnellen Kontern, nachdem er den Ball einem angreifenden Außenverteidiger abgenommen hat. Ohne Ball jagt er gegnerische Außenverteidiger mit intensivem Pressing und aggressivem Tackling. Da er dementsprechend wenig für Kompaktheit sorgt, hilft es dem Team für gewöhnlich, wenn hinter ihm noch jemand absichert.

Auf Verteidigen bleibt der DF tief, wenn die Mannschaft im Angriff ist, und zieht sich nach Ballverlust schnell zurück. Dort wartet er, dass der Gegner den Ball nach außen spielt, bevor er herauskommt und Druck ausübt. Dann versucht er für gewöhnlich dem gegnerischen Außenverteidiger den Ball abzunehmen, einen Konter einzuleiten und den Flügel entlang zu stürmen um eine Flanke auf die Stürmer zu schlagen. Um das effektiv tun zu können, muss er notfalls in eine gute Flankenposition dribbeln können. Im Gegensatz zum üblicherweise technisch versierten Standard-Flügelspieler soll der Defensive Flügelspieler seinen Gegenspieler optimalerweise schon mit dem Tackling überwinden anstatt mit Ball am Fuß ins direkte Duell zu gehen.

Als Unterstützer bewegt der DF sich mit dem Angriff nach vorne, um am letzten Drittel zu helfen. Das ermöglicht es ihm, den Ball in höheren Bereichen des Spielfelds zu gewinnen und den Gegner daran zu hindern, den Ball kontrolliert nach vorne zu spielen.

Allgemein ist die Verteidigen-Duty besser für Systeme geeignet, die aus der Tiefe umschalten wollen, wohingegen der Unterstützer besser zu Stilen passt, die schon in des Gegners Hälfte den Ball erobern und dann schnell umschalten wollen.

 

Äußerer Spielmacher (ASpm)

Wide Playmaker (WP) | Spielmacher | RZM/LZM | U, A

In der Defensivformation agiert der Äußere Spielmacher auf einer der äußeren Mittelfeldpositionen, orientiert sich im Aufbauspiel jedoch zunehmend in zentralere Regionen. Auch wenn das Risiko besteht, das der Äußere Spielmacher auf Außen isoliert wird, begünstigt es seine Ausgangsposition, dass er Räume ausnutzen kann, die durch hinterlaufende Außenverteidiger geöffnet wurden. Er entgeht zudem leichter den gegnerischen Abräumern und kann dadurch Räume in der Mitte öffnen, die von angreifenden, torgefährlichen Mittelfeldspielern genutzt werden können.

Am Ball begünstigt die Rolle Penetration durch ambitioniertes Passspiel und größerer Freiheit zur Improvisation. Ohne Ball opfert der Äußere Spielmacher Breite für Mobilität. Auch wenn er zu Beginn des Angriffs noch weit steht, strebt er schnell in die Mitte, wo er Verbindung zu seinen Mitspielern sucht und die gegnerischen Innenverteidiger und defensiven Mittelfeldspieler vor Schwierigkeiten stellt. Wen sollen sie denn jetzt decken? Im Angriffsdrittel bevorzugt der Äußere Spielmacher den Pass vor dem Schuss oder der Flanke.

Wie auch beim vorgeschobenen und zurückgezogenen Spielmacher bestimmt die Duty nicht die Häufigkeit der Läufe nach vorne; er soll jederzeit für einfache Anspiele verfügbar sein. Als Unterstützer konzentriert er sich auf schnelle, angeschnittene Pässe zu seinen Mitspielern, auf Angreifen versucht er die Verteidigung zusätzlich durch Eins-gegen-Eins-Duelle und Dribblings in gefährliche Räume zu überwinden.

 

Flügelspieler (Flg)

Winger (W) | Generalist | RZM/LZM, ROM/LOM | U, A

Deutlich direkter mit Ball als der äußere Mittelfeldspieler ist der Flügelspieler, der deutlich mehr Breite und Durchschlagskraft mitbringt.

Auf Unterstützen steht er sehr breit, um Raum zu haben, in dem er den Ball bekommen kann, und um idealerweise den Gegner etwas auseinander zu ziehen. Sobald er den Ball hat, versucht er seinen Gegenspieler mit einem gewagten Dribbling auszunehmen, bevor eine Flanke schlägt. Dennoch muss er auch die Gelegenheit für angeschnittene Pässe erkennen und nutzen können, wenn sie sich ergibt.

Der angreifende Flügelspieler ist ähnlich, bietet nur mehr Mobilität durch Läufe in torgefährliche Zonen. Außerdem versucht er verstärkt auf die Grundlinie zu kommen, bevor er flankt.

 

NEU: Falscher Flügelspieler (FFl)

Inverted Winger (IW) | Generalist | RM/LM | U, A

Der falsche Flügelspieler zieht regelmäßig nach innen ins Angriffsdrittel, um Räume für aufrückende Außenverteidiger zu öffnen und anschließend den gegnerischen Außenverteidiger zu überladen. Der falsche Flügelspieler funktioniert am besten, wenn der stärkste Fuß der Seite, auf der er spielt, entgegengesetzt ist.

Als Unterstützer zieht er diagonal vor der Verteidigung nach innen, um den Ball durch die Mitte zu spielen und defensive Mittelfeldspieler und Verteidiger vor dem Strafraum zu überladen.

Auf Angriff wird er die Verteidigung direkt anlaufen und im Angriffsdrittel entweder schießen, passen oder flanken.

 

 

Vorgeschobener Spielmacher (VoSm)

Advanced Playmaker (AP) | Spielmacher | ZM, ZOM, ROM/LOM | U, A

Der vorgeschobene Spielmacher soll den Ball im Mittelfeld aufnehmen und schnell nach vorne in den Angriff spielen. Dementsprechend ist diese Rolle stark auf Penetration ausgerichtet; große Improvisationsfreiheit ist gepaart mit Anweisungen für ambitioniertes, risikovolles Passspiel. Ohne Ball bleibt der vorgeschobene Spielmacher in zentraler Position, um das übrige Mittelfeld zu unterstützen. Schreitet der Angriff weiter fort, bewegt er sich bis an die Strafraumgrenze.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Rollen unterscheiden sich die Dutys hier nicht durch die Tendenz, ohne Ball nach vorne zu laufen, sondern durch das Verhalten am Ball. In tieferen Regionen bieten sich beide für einfache Pässe der Mitspieler an; am gegnerischen Strafraum agieren beide als kreatives Zentrum, das nicht den Abschluss sucht sondern auf Spielverlagerungen und tödliche Pässe aus ist.

Mit Unterstützen-Duty konzentriert sich der vorgeschobene Spielmacher auf die schnelle Zulieferung des Balles mit geschnittenen Pässen an die Mitspieler.

Auf Angriff versucht er mit ambitionierten, durchschlagenden Dribblings Verteidiger auf sich zu ziehen und so Raum für die Mitspieler zu öffnen.

3.3 Offensives Mittelfeld & Außenstürmer

 

Offensiver Mittelfeldspieler (OM)

Attacking Midfielder (AM) | Generalist | ZOM | U, A

Der Offensive Mittelfeldspieler ist in Ballbesitz dem zentralen Mittelfeldspieler sehr ähnlich, auch wenn die Rolle nur mit den Dutys Angreifen und Unterstützen verfügbar ist. Aufgrund seiner Grundposition spielt der OM jedoch eine größere Rolle im offensiven Umschaltspiel, indem er eine schnelle Verbindung zwischen den tieferen Mittelfeldspielern und dem Angriff herstellt.

 

Engache (ENG)

Engache (EG) | Spielmacher | ZOM | A

Der Engache ist einer von zwei Spielmachern im offensiven Mittelfeld, die ihre Rolle als Zehner eher klassisch interpretieren. Diese ziemlich statische Rolle ist gut geeignet, wenn auf die Fitness eines verletzungsanfälligen Spielers geachtet werden muss oder ein Schlüsselspieler nach Möglichkeit jedes Spiel in einem vollen Terminkalender bestreiten soll. Die Durchschlagskraft, die diese Rolle bietet, speist sich vor allem aus ambitioniertem Passspiel und kompletter kreativer Freiheit am Ball; im Gegensatz zu anderen Spielmachern sucht der Engache in passenden Situationen auch den Abschluss.

Ansonsten ist er ein reiner Zulieferer, der auf seine Übersicht vertraut, um den Ball schnell weiterzuspielen ohne in Drucksitustionen zu kommen. Ohne Ball halt der Engache seine zentrale Position in der Lücke vor der Abwehr und sucht nicht groß nach Räumen. In der Verteidigung verlegt er sich auf das einfache Verzögern von Angreifern und das Zustellen von Passwegen. Um keine Energie zu verschwenden verzichtet er komplett auf das Jagen des Balles oder Pressing. Das heißt nicht, dass er in einer aggressiv pressenden Mannschaft nicht eingesetzt werden kann – er wird sich durch sein Stellungsspiel beteiligen, die Balleroberung aber anderen überlassen.

 

Trequartista (T)

Trequartista (T) | Spielmacher | ZOM, ROM/LOM, ST | A

Der Trequartista erhält größte Freiheit auf dem Feld, um ununterbrochen Räume zu finden, von denen aus er seinen Mitspielern Chancen auflegen kann. Diese Rolle hat einen starken Fokus auf Überwindung des Gegners: durch sein weitreichendes, ambitioniertes Passspiel ebenso wie die komplette Freiheit, nach eigenem Gutdünken zu improvisieren. Im Gegensatz zum Engache ist der Trequartista mit und ohne Ball extrem mobil.

Am Ball ist er ein Dribbelkünstler, der Pässe durch gegnerischen Druck spielen, den Ball in gefährliche Positionen bringen und auch den Abschluss suchen kann, wenn sich die Gelegenheit bietet. Ohne Ball verlässt er seine Position und weicht auf die Flügel aus, um gegnerischen Abräumern und Innenverteidigern zu entgehen. Das geschieht vor allem, damit er den Ball erhalten und einen tödlichen Pass spielen kann. Wie die anderen Spielmacher auch vermeidet er nach Möglichkeit Läufe in die Tiefe und bietet sich stattdessen etwas tiefer vor der gegnerischen Abwehr als Anspielstation an. Wie der Engache soll der Trequartista bei gegnerischem Ballbesitz seine Energie für die Aufbau- und Angriffsphase sparen und dementsprechend nicht ins Pressing gehen. Nichtsdestotrotz wird er trotzdem Passwege und Gegner zustellen und auch mal einen Zweikampf führen, wenn die Situation es verlangt.

 

Schattenstürmer (SS)

Shadow Striker (SS) | Systemspezialist | ZOM | A

In gewisser Weise ist der Schattenstürmer das Gegenstück zur falschen Neun: ein offensiver Mittelfeldspieler, der sich ständig nach vorne in Abschlusspositionen bewegt. Sein Fokus liegt darauf, den eigentlichen Stürmer zu unterstützen oder zu überlaufen. Dadurch erzeugt er Tiefe, die seine Teamkameraden hinter ihm ausnutzen können. Sobald er sich in Angriffsposition befindet, bietet er Mobilität durch Ausweichen in die Zwischenräume und gefährliche diagonale Läufe hinter die Abwehr. Am Ball beweist er sowohl durch seine Bereitschaft in Engen zu dribbeln als auch durch tödliche Bälle auf Sturmkollegen seine Durchschlagskraft.

 

Nach innen ziehender Angreifer (IZA)

Inside Forward (IF) | Generalist | ROM/LOM | U, A

Der Nach innen ziehende Angreifer bietet – obwohl ähnlich direkt wie der Flügelspieler – keine Breite, dafür aber größere Mobilität durch diagonale Läufe mit dem Ball. Aus dem Grund ist es bei beiden Dutys sinnvoll, mobile Außenverteidiger einzusetzen, die gegnerische (Außen-)Verteidiger auf sich ziehen und so Räume schaffen, in denen der IZA operieren kann.

Auf Unterstützen ist er grundsätzlich etwas zentraler positioniert. Er bietet sich dort an und weicht in die Zwischenräume auf der Innenseite des gegnerischen Außenverteidigers aus, um die zentralen Räume zu überladen. Er bietet am Ball Durchschlagskraft sowohl durch aggressives Dribbling als auch regelmäßige Risikopässe in die Tiefe. Wird er nach außen gezwungen, versucht er sich zu drehen und angeschnittene Schnittstellenpässe zu spielen anstatt zu flanken.

Mit Angreifen-Duty agiert der IZA ähnlich, nur dass er abschlussorientierter agiert und dafür weniger kreativ. Durch regelmäßige Läufe in Abschlusspositionen bietet er mehr Mobilität, dafür ist sein Passspiel weniger ambitioniert.

 

Äußerer Zielspieler (AZS)

Wide Target Man (WTM) | Eingeschränkter Spezialist | ROM/LOM | U, A

Der Äußere Zielspieler ist ein spezialisierter Außenstürmer, der sich auf Kraft und Lufthoheit verlässt, anstatt auf Schnelligkeit und Technik. Diese Rolle verleitet die Mitspieler in Abwehr und Mittelfeld dazu, (unabhängig von den sonstigen Anweisungen) vermehrt direkte Bälle auf den Äußeren Zielspieler zu spielen. Sobald er den Ball erhält, nutzt er seine körperliche Stärke um ihn abzuschirmen, bis er einen Pass auf einen Angreifer oder heranstürmenden Mittelfeldspieler spielen kann.

Mit Unterstützen-Duty agiert er etwas tiefer, bietet eine Anspielstation für Pässe aus dem Mittelfeld und versucht mit Mitspielern zu kombinieren, die aus der Verteidigung kommend hinterlaufen.
Als Angreifer bietet er höhere Mobilität, indem er nach vorne läuft und den Strafraum angreift, nachdem er den Ball auf einen Mitspieler abgelegt hat.

 

Raumdeuter (RMD)

Raumdeuter (RMD) | Eingeschränkter Spezialist | ROM/LOM | A

Der Raumdeuter ist ein spezialisierter Außenstürmer, der sich vor allem auf intelligentes Bewegungsspiel verlässt und weniger auf Schnelligkeit und Technik. Seine Mobilität ist seine Hauptwaffe, die er in Form von unvorhersehbaren Bewegungen und beständigen Sturmläufen einsetzt. Während er nicht zögert, Chancen aufzulegen sobald er im Strafraum ist, legt er ansonsten ein einfaches Kurzpassspiel an den Tag, wenn er den Ball im Mittelfeld erhält. Anstatt das direkte Duell mit seinen Gegenspielern zu suchen, gibt er den Ball für gewöhnlich lieber an einen Mitspieler weiter. Daraus folgt, dass der Raumdeuter stark von seinen Kollegen abhängig ist, die für ihn Räume schaffen müssen. Dafür nimmt er jeden sich bietenden Raum wahr und nutzt ihn aus.

 


4. Angriff

Spielerrollen Angriff FM15

Hängende Spitze (HäS)

Deep-Lying Forward (DLF) | Generalist | ST | U, A

Die hängende Spitze agiert als Verbindungsspieler zwischen Mittelfeld und Angriff und ist eine kreative Rolle. Sie wird vor allem eingesetzt, wenn das offensive Mittelfeld nicht besetzt ist. In diese Räume lässt sich die hängende Spitze dann fallen und versucht Chancen für die Mitspieler zu kreieren. Dementsprechend sollte man ihr angriffslustigere Spieler an die Seite stellen wie einen Stoßstürmer oder Knipser oder einen nachstoßenden offensiven Mittelfeldspieler (z.B. Schattenstürmer) oder einen offensiven Außen wie den nach innen ziehenden Angreifer.

Auf Unterstützen lässt sich der Spieler vor allem tief fallen und agiert als Verbindungsspieler. Er kann und wird auch Tore schießen, aber der Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenspiel und Kreieren von Chancen.

Als Angreifer lässt sich die hängende Spitze nicht ganz so tief fallen und ist etwas fixierter auf eigene Torabschlüsse und Chancen.

 

Stoßstürmer (StS)

Advanced Forward (AF) | Generalist | ST | A

Der Stoßstürmer steht im Mittelpunkt aller Angriffsbemühungen. Durch seine hohe Positionierung gibt er Tiefe, während er sich in die Zwischenräume bewegt um den Ball zu erhalten oder für Steilpässe Läufe in die Tiefe zu starten. Wenn er den Ball hat, wagt er ambitionierte Dribblings um in Abschlusspositionen zu gelangen – dennoch sollte er auch ein Auge haben, um seinen Mitspielern Chancen aufzulegen.
Daneben jagt er Bälle und setzt den gegnerischen Torwart und die Verteidiger unter Druck.
Der Stoßstürmer funktioniert am besten in einem System, in dem kreative Spieler hinter oder Sturmpartner neben ihm Chancen kreieren. Er sollte eine der Hauptquellen für Tore sein – ist er das nicht, liegt das meist an mangelhafter Unterstützung und fehlenden Zuspielen.

 

Zielspieler (ZS)

Target Man (TM) | Eingeschränkter Spezialist | ST | U, A

Der Zielspieler ist der gute, alte Turm in der Schlacht, der die gegnerische Defensive durch schiere körperliche Präsenz beschäftigt, Bälle vorne festmacht und dann auf seine Mitspieler ablegt. Im Football Manager ist die Rolle relativ statisch, zudem erhöht sie (ungeachtet der anderen taktischen Vorgaben) die Tendenz für direkte Pässe bei den Mitspielern. Dementsprechend ist für Systeme, die sich auf Spielmacher verlassen oder auf Ballbesitz ausgerichtet sind, der Zielspieler keine gute Wahl – eine hängende Spitze ist dann besser geeignet. Dafür kann er seine Stärke in direkten oder defensiven Systemen einbringen, die schnell nach vorne spielen wollen oder müssen, um Druck von der Verteidigung zu nehmen. Aufgrund seiner fehlenden Mobilität ist er in hohem Maße auf die Unterstützung seiner Mitspieler angewiesen.

Auf Unterstützen nutzt der Zielspieler seine Lufthoheit und Stärke, um den Ball zu halten und auf heranstürmende Mitspieler zu warten, auf die er dann ablegt. Er bietet seine Unterstützung vor allem am Strafraum an, attackiert in Erwartung einer Flanke aber auch das Tor, wenn der Ball sich auf den Außen befindet.

Mit Angriffs-Duty führt er die Angriffsreihe an, beschäftigt die gegnerischen Verteidiger und versucht ein ständiger Unruheherd zu sein. Dadurch kann Raum für seine Mitspieler entstehen. Seine Anwesenheit vorne drin ermutigt die Mitspieler außerdem zu flanken.

 

Knipser (Kni)

Poacher (P) | Eingeschränkter Spezialist | ST | A

Der Knipser ist ausschließlich aufs Tore schießen fixiert und dementsprechend hochgradig von seinen Mitspielern abhängig. Sie müssen für ihn Räume öffnen und ihn mit Zuspielen versorgen. Ist das nicht gewährleistet, kann es leicht passieren, dass er vom Gegner aus dem Spiel genommen wird und man genauso gut mit 10 Mann spielen könnte. Dafür entfernt er sich nie weit von torgefährlichen Zonen und steht immer an der Grenze zum Abseits – jederzeit bereit, loszusprinten und den Ball im Netz zu versenken. Auch wenn er gelegentlich dribbelt, wenn der Raum da ist, spielt er für gewöhnlich einfache Pässe zu seinen Mitspielern und wartet auf sich öffnende Räume.
Die oben genannten Gründe machen ihn zu einem Stürmer, der am besten mit Sturmpartner funktioniert – auch wenn er in defensiven oder Kontersystemen alleine funktionieren kann.

 

Kompletter Stürmer (KoS)

Complete Forward (CF) | Freirolle | ST | U, A

Der Komplette Stürmer ist ein dynamischer und taktisch intelligenter Angreifer, der verschiedene Stürmerrollen einnehmen kann, abhängig von der aktuellen Situation. Wie andere Freirollen genießt er größere Freiheiten zur Improvisation am Ball und bewegt sich ohne Ball frei auf dem Feld. Er besitzt die Fähigkeiten und das taktische Bewusstsein, um in Ballbesitz das richtige Angriffsmuster zu wählen. So kann er den Ball halten, bis Unterstützung aus dem Mittelfeld da ist, gegen isolierte Verteidiger ins direkte Duell gehen, einen Steilpass auf einen Mitspieler spielen oder etwas komplett unerwartetes tun.
Dementsprechend kann er in jedem System eingesetzt werden – jedoch schafft es bei weitem nicht jeder Spieler, eine derart anspruchsvolle Rolle auszufüllen.

Als Unterstützer bewegt er sich tendenziell mehr in zentralen Bereichen, wo er das Kombinationsspiel mit dem Mittelfeld sucht.
Auf Angreifen begibt er sich vermehrt in die Schnittstellen der Verteidigung, um dort den Ball zu erhalten und mit diagonalen Läufen das Tor anzugreifen.

Defensivstürmer (DS)

Defensive Forward (DF) | Eingeschränkter Spezialist | ST | V, U

Der Defensivstürmer ist eine ziemlich aggressive Rolle, die ständig die gegnerischen Verteidiger unter Druck setzt und ihnen so keine Zeit gibt, das Spiel ordentlich von hinten aufzubauen. Viele moderne Angreifer haben Elemente eines Defensivstürmers in ihrer Art zu spielen.
Der Defensivstürmer ist ein Arbeitstier und nimmt so seinen Angriffspartnern (bevorzugt abschlussorientierte Angreifer oder offensive Mittelfeldspieler) eine Menge harter Arbeit ab. Auch wenn er als einzelne Spitze eingesetzt werden kann, funktioniert er am besten mit Sturmpartner, einem offensiven Mittelfeldspieler wie dem Schattenstürmer oder nach innen ziehenden Angreifern. Er wird regelmäßig und früh Bälle in hohen Bereichen des Spielfelds zurückgewinnen und um daraus das beste zu machen hilft eine rein offensive Rolle an seiner Seite.

Als Unterstützer setzt er die gegnerische Defensivlinie und den Torhüter unter Druck und versucht so deren Zeit am Ball zu reduzieren. Außerdem jagt er verlorenen Bällen nach und hält den Druck auf den Gegner aufrecht.

Mit der Duty Verteidigen agiert er etwas tiefer und setzt defensive oder zentrale Mittelfeldspieler unter Druck, die sich gerne in die eigene Hälfte fallen lassen (wie z.B. den Zurückgezogenen Spielmacher).

 

Falsche Neun (F9)

False Nine (F9) | Systemspezialist | ST | U

Die Falsche Neun schafft und nutzt Räume und ist dementsprechend optimal als alleiniger Stürmer geeignet (auch wenn sie ebenfalls mit Sturmpartner funktionieren kann). Sie reißt besonders für Nach innen ziehende Angreifer (oder Schattenstürmer) Lücken, indem sie sich ins Mittelfeld zurückfallen lässt und idealerweise den Gegenspieler mitzieht. Obwohl man sie zu den spielmachenden Stürmertypen zählt, strahlt sie mit ihrer Angriffslust auch selbst Torgefahr aus, vor allem – aber nicht nur – mit gefährlichen Schüssen aus der Distanz.

 

Zum Aufbau einer Sturmreihe hat Cleon einen großartigen Guide geschrieben (Teile der Rollenbeschreibungen oben sind dort entnommen): „What Makes A Goalscorer?“ (engl.)

 


 

Falls du Fragen oder Anmerkungen hast, freue ich mich wie immer über Kommentare :-)

31 Kommentare

  • Wie immer super Arbeit. Ungefähr so hatte ich mir das gewünscht.
    Eine kleine Anmerkung hätte ich aber. Wäre es möglich, wo notwendig, die Beeinflussung / Eingliederung mit den vertikalen Nachbarn zu Beschreiben?
    Im Teil eins wäre das der Offensive Libero. Wie gliedert er sich in Verbindung mit den 1-3 IV vor ihm, bei Ballbesitz und ohne, in eine Kette ein, oder eben nicht, bzw. verändern die IV dadurch ihre horizontale Position, wenn dahinter ein Libero spielt.
    In den weiteren Teilen wäre das zum Beispiel, bei gegnerischem Ballbesitz, die mögliche Kettenbildung zwischen Spielern die im DM, ZM und OM zentral spielen. Inwiefern würde da überhaupt eine Kette gebildet, oder stehen die dann voreinander wie eine Perlenkette, statt nebeneinander?
    Ansonsten sind die Rollen sehr gut beschrieben, insbesondere die Arbeitsbereiche sind gut ausgearbeitet. Es ist eine deutliche Unterscheidung der Risikofreudigkeit und offensiven Grundposition zwischen den einzelnen AV’ern erkennbar. Wenn Du das jetzt noch für die anderen beiden Teile beibehalten kannst, insbesondere in diesem Detailgrad, wird das ein erstklassiger Guide.

    • Ich werde es zumindest versuchen, wobei THoG mir das natürlich relativ einfach macht. Bei manchen Begriffen hingegen fehlt eine deutsche Entsprechung in der Fußball-Terminologie. Aus dem Grund habe ich Penetration z.B. hin und wieder so übernommen, da mir „Überwindung der gegnerischen Defensive“ auf Dauer zu sperrig war.

      Den Teil mit den Wechselwirkungen/Kombinationen von Rollen werde ich versuchen abzudecken, sobald ich mit den einzelnen Rollen durch bin. In welcher Form das geschieht, weiß ich aber noch nicht.

  • Sehr anschaulich beschrieben. Es ist gut verständlich, wo jede Rolle ihre Stärken und Aufgaben hat. Wenn du zum Ende jeweils nochmal eine kleine Tabelle anfügen würdest, aus der ersichtlich würde, welche Rolle unter Generalisten o.ä. fällt, wäre es perfekt

  • Saubere Arbeit, gefällt mir sehr gut, wie immer!
    Eine Frage zu Außen- und Flügelverteidigern: Habe ich das richtig verstanden, dass Flügelverteidiger/Flügelspieler dem Spiel mehr Breite geben als Außenverteidiger/Äußere Mittelfeldspieler? Oder hängt das jeweils von den Dutys ab und ein verteidigender FV steht genau so eng, wie ein verteidigender AV, ein unterstützender FV genau so wie ein unterstützender AV und so weiter?

  • Noch ein Vorschlag für den Dritten Teil, die Stürmer. Bin da letztens über einen Beitrag im SI Forum von Cleon gestolpert:
    What Makes A Goalscorer?!
    Finde die Beschreibung viel Aussagekräftiger und detaillierter als in „Lines and Diamonds“. Und vor allem ist da auch der Defensivstürmer beschrieben. Damit habe ich es endlich hinbekommen ohne langes Probieren den richtigen Stürmertyp für mein System auszuwählen.

  • Den Goalscorer-Guide hab ich am WE ebenfalls entdeckt,kann Dagobert da nur zustimmen: die Beschreibung dort ist wirklich nahezu perfekt. Die (defensiven) Mittelfeld-Rollen in deinem (Terys) Guide sind wieder mal gut dargestellt. Ein kleiner Denkanstoß von mir: wenn ich in einem System einen „Balleroberer“ einsetze, verstehe ich ihn – zumindest mit der Unterstützen-Duty – durchaus eher als Teil meiner Offensiv-Abteilung, weil er relativ hoch presst und für Ballgewinne sorgen kann.

    Wie sieht es denn aus, in Sachen „Rollenverteilung“? Hast du da einen Guide geplant, welche Rollen sich ergänzen, im Zusammenspiel sinnvoll sind oder sich gegenseitig eher ausschließen? Könnte mir vorstellen, dass es da viele Diskussionen geben könnte :D

    • Offensivabteilung im Bezug auf die Absicherung: ja. Ansonsten ist er halt ein eingeschränkter Spezialist, der keine offensiven Besonderheiten aufweist.

      Ich habe vor generelle Prinzipien bei der Rollenverteilung anzusprechen, einen zweiten „Pairs and Combinations“ werde ich aber wahrscheinlich nicht verfassen. Aber mal sehen – erstmal hiermit fertig werden ;)

  • „Pairs und Combinations“ finde ich persönlich gar nicht so schrecklich gut. Es werden zwar ein paar sinnvolle Kombinationen aufgeführt, aber ich vermisse da Beschreibungen, wie sich Rollen nicht nur horizontal, sondern auch vertikal auswirken. Jetzt kann ich wieder mal prima an Dagoberts Ausführungen zur Abseitsfalle anknüpfen, um ein Beispiel zu geben: ich habe die Erfahrung gemacht – obwohl ich eigentlich kein Freund davon bin, einen einzelnen DM als BEM auf die „6“ zu setzen – dass ein BEM auf der „6“ ein besseres funktionieren der Abseitsfalle gewährleistet, während hingegen ein „tiefer 6er“ die Abseitsfalle eher „verschlechtert“, andererseits ist der „tiefe 6er“ für defensive oder auf Konter ausgerichtete Systeme OHNE Abseitsfalle die bessere Wahl, wie man ja auch deinen (also Terys) Beschreibungen entnehmen kann. Einen Guide in dieser Richtung fände ich sehr aufschlussreich – weil ich mir eben nicht sicher bin, ob das alles nur subjektive Wahrnehmungen sind. Mir selbst traue ich einen solchen Guide definitiv nicht zu: wenn ich lese, was Leute wie Cleon oder du da so verfassen, bin ich (in taktischer Hinsicht) echt ein kleines Licht :D

    • Cleon spielt aber nochmal zwei, drei Klassen über mir :D Ob du dir das zutrauen kannst, erfährst du erst, wenn du es probierst – ich hab am Anfang auch nicht gedacht, dass meinen Kram mal jemand liest ;) Biete dir gerne meine Unterstützung an, falls du es wagen möchtest. Hier dürfen auch Gastbeiträge hin ;)

      Die Verbindung von Abseitsfalle und Sechser höre ich das erste Mal – ein interessanter Ansatz. Generell könnte man schauen, welche Spieler in welchen Systemen zurecht kommen bzw welche auf bestimmte Systeme festgelegt sind. Das Problem ist halt, dass man da ohne saubere Klassifizierung nicht weiterkommt. Und die hinzubekommen ist aus zwei Gründen schwierig: A.) ist das sehr komplex, sodass ich nicht weiß, ob man das überblickt ohne eine Doktorarbeit draus zu machen und B.) nimmt man damit wieder Festschreibungen vor, die andere Leute davon abhalten (können), außerhalb des Vorgegebenen Rahmens zu denken.

      Deshalb tendiere ich eher zu einfachen Prinzipien – also schauen, dass man Absicherungen, Läufer und Passspieler hat usw. Ich überlege sogar, dass so zu machen, dass ich gar keine Rollen erwähne :-O

      Mal sehn…

      • Das mit der Abseitsfalle kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, und habe dies auch noch nicht beobachten können. Einen Zusammenhang könnte dann bestehen wenn du enger decken lässt und der 10er deinen 6er hinter die Kette „drückt“. Das würde dann aber prinzipiell auf jeden 6er / 8er Sitter zutreffen.
        Habe zum Thema Abseitsfalle auch im Beitrag Mentalität einen Beitrag geschrieben.

        Am Interessantesten für das Zusammenspiel in Teil 4 wäre, die gegenseitige Beeinflussung von Positionen, vor allem in der vertikalen. Habe beim Feintuning meiner aktuellen Taktik (4-4-2 Box Off) festgestellt, dass die F9 den direkt dahinter spielenden SS beim zurückfallen, mit nach hinten drückt, anstatt sich „überholen“ zu lassen, was ich eigentlich beabsichtigt hatte. Erst als ich die beiden leicht seitlich versetzt zu einander hatte, funktionierte das.
        Und diese gegenseitige Beeinflussung könnte man ewig auf andere Pärchen fortsetzen.

  • Pingback: Die falsche Neun, der maßgeschneiderte Messi(as) ? | Der Taktiktisch

  • Pingback: Der ballerobernde Mittelfeldspieler – Das ewige Missverständnis ? | Der Taktiktisch

  • In wie weit haben sich die Spielerrollen von der 2015er Version zu 2016er Version geändert?
    Ich habe die erste Saison (bin Neuling) nur die Standardrollen genommen würde aber nun mehr ins Detail gehen.

    Und gibt es etws Vergleichbares für Spieleranweisungen?
    So nach der Art das ich Spielern sage bei eigenem Ball besitz nach vorne und bei generischem Ball besitz zurück ziehen?

  • Super Beitrag. Hast du vielleicht auch mal vor das mit den Synergien zu erstellen? Welche Rollen passen jeweils zusammen usw.? Ich habe da nämlich noch so meine Probleme. Ebenso mit den „Sitter“ und „runner“ Wäre toll, wenn du nach langer Zeit mal so etwas machen würdest. Auf englisch gibt es das ganze ja schon, ist aber doch sehr anstrengend zu lesen.

    • Danke für deinen Kommentar. Au der Liste habe ich (neben anderen) das Thema „Synergien“ noch – allerdings kann ich nicht sagen, wann ich dazu komme. Vergessen ist es aber nicht.

  • Suuuuuuper. Vielen Dank.

  • vonreichsmueller

    Hi. Super gemacht von dir. Könntest du diese Seite mal als pdf bereitstellen? Würde die mir gerne mal ausdrucken und beim Taktiken erstellen lesen.

    • Hi – Danke für deinen Kommentar!
      Normalerweise kannst du dir die Seite über die Drucken-Funktion des Browsers und einen entsprechenden PDF-Drucker als PDF speichern.

      Grüße Tery

  • vonreichsmueller

    Danke. 1. verstehe ich. Da sind die Seiten aber nicht konvertiert und das mit dem pdf-drucker klappt bei mir leider nicht.

  • Kleiner Fehler beim Falschen Flügelspieler: „Der falsche Außenverteidiger funktioniert am besten, wenn der stärkste Fuß der Seite, auf der er spielt, entgegengesetzt ist.“ Ich glaube du meinst den falschen Flügelspieler.

  • Herzlichen Dank Tery für die prompte Übersetzung. Hab dann gleich mal einen Carrilero in mein 4-4-2 eingebaut und bereue es bislang keinesfalls. Weiterhin Top Seite mit Top Artikeln, mach weiter so!

  • vonreichsmueller

    Super Tery. Danke für dein Update und das sogar vor öffiziellem Release.

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