Eine eigene Taktik erstellen — so geht’s

Einen eigenen taktischen Stil zu entwickeln ist eine der anspruchsvolleren Aufgaben im Football Manager. Kein Wunder bei dieser Optionsfülle: über vierzig Spielerrollen plus Duties, zahlreiche Team- und Spieleranweisungen, dazu sieben Grundausrichtungen. Doch wofür sonst hat uns die virtuelle Vereinsführung in den virtuellen Trainersessel befördert, wenn nicht, um genau hier unseren Fußballsachverstand von der Leine zu lassen?

Mir ist aufgefallen, dass die meisten Ratsuchenden in den FM-Taktikforen durchaus eine klare Vorstellung davon haben, wie ihre Mannschaft spielen soll. Die Probleme entstehen meist, sobald es an die Umsetzung geht. Da werden Formationen, Teamanweisungen und vor allem Spielerrollen gewählt, die nicht so richtig zur eigentlichen Idee passen. Entweder weil man nicht weiß, was eine Einstellung bewirkt – oder weil sie einfach gut klingt und es nicht schaden kann, sie zu aktivieren. Dadurch gewinnt die Taktik an Schwachstellen und Unausgewogenheiten.

In diesem Guide möchte ich einen möglichen Weg aufzeigen, aus deiner Idee eine funktionierende Taktik zu erstellen. Ich werde keine festen Regeln formulieren, da jede Taktik, jede Mannschaft und jeder Trainer anders ist. Stattdessen möchte ich Fragen aufwerfen, auf die du eigene Antworten finden musst. Das erfordert Nachdenken und Lernwillen, falls du mal etwas nicht weißt. Daher verlinkte ich unter jedem Abschnitt passende Guides, die den Teilbereich vertiefen.

Auch wenn der Weg zur eigenen Taktik frustrierend sein kann: Er lohnt sich. Versprochen.

Mit dem Football Manager 2019 wurde der Taktik-Bildschirm komplett überarbeitet. Durch die neuen taktischen Stile ist es nun einfach möglich, eine grundlegende Spielidee anzulegen und von da aus dann Anpassungen vorzunehmen. Der nachfolgende Artikel ist in den Vorgängerversionen entstanden, kann aber nach wie vor dafür herangezogen werden, wenn man seine Taktik hinterfragen oder mit einer leeren Taktiktafel beginnen will.

Der Guide ist in einige Zwischenschritte gegliedert, die sich an verschiedenen Einstellungen im Football Manager orientieren. Die Reihenfolge kann durchaus auch eine andere sein.

I. Die Teamanalyse: Wie kann ich spielen lassen?

Manche Trainer bringen ihre Philosophie mit in den Verein und setzen sie unabhängig vom Spielermaterial um. Andere passen sich komplett dem Kader an und entwickeln ein neues System auf Grundlage dessen, was sie vorfinden. Wieder andere versuchen beides unter einen Hut zu bringen und schauen, wie sie beider Stärken vereinen können. Die Entscheidung muss jeder für sich treffen – alles hat seine Vor- und Nachteile.

Die erste Frage lautet unabhängig davon: Welche Rahmenbedingungen gibt mir das Team vor?

  • Sind alle Mannschaftsteile ausgeglichen besetzt?
  • Zwingt mich der Mangel an Außenverteidigern zu einer Dreierkette?
  • Reicht mein Angebot an Angreifern nur für ein Ein-Stürmer-System?
  • Habe ich potente Spielmacher?
  • usw.

Die Erkenntnisse müssen nicht bindend sein – durch Transfers kann man Lücken ja füllen. Spieler umzulernen ist ebenfalls eine großartige Möglichkeit, vakante Positionen intern zu besetzen. Es lohnt sich also, seine Spieler genau anzuschauen. Vielleicht ist der schnelle, aber eindimensionale Zehner genau der Typ, der als Flügelverteidiger die Außenlinie rauf und runter laufen kann … Und könnte der bissige, aber kleine Innenverteidiger nicht wunderbar auch im Mittelfeld aufräumen?

Beispiel Verteidigung: In allen Werten top – aber langsam. Daher lieber nicht hoch verteidigen.

In einem zweiten Schritt schauen wir uns die Werte der Mannschaft im Vergleich zum Rest der Liga an:

  • Sind unsere Verteidiger gut zu Fuß?
  • Wie zweikampfstark ist das Mittelfeld?
  • Haben die Stürmer die Lufthoheit oder sind sie klein und wendig?
  • usw.

So gewinnen wir einen groben Eindruck, wo wir stehen. Alles auffällige wird notiert. Im Folgenden müssen wir dann sehen, dass wir unsere Stärken auf den Platz bringen und unsere Schwächen bestmöglich kaschieren.

II. Die eigene Idee: Wie will ich spielen lassen?

Jetzt kommt der entscheidende Punkt: Wie werden die Fans in späteren Jahrzehnten unsere Ära in Erinnerung haben? Erfolgreich sowieso – aber für welchen Stil stehen wir? Früh attackieren und dem Gegner keinen Raum zum Atmen lassen? Oder lieber tief stehen, den Druck absorbieren und dann blitzschnell die offenen Räume überbrücken? Wie greifen wir an? Wie erobern wir den Ball zurück? Kurz: Wie will ich spielen lassen? 

Wenn du schon eine Vorstellung hat: bestens! Wir beleuchten diese Idee jetzt von verschiedenen Seiten, sodass daraus eine Taktik wird, die in allen Bereichen des Spiels gut aussieht.

Wenn du noch gar keine Idee hast, fangen wir hier damit an, eine zu entwickeln. Folgende Fragen sind ein guter Anfang:

  1. Wer soll deine Tore erzielen? Von wem und von wo soll die größte Torgefahr ausgehen?
    z.B. kopfballstarker Stürmer, nachstoßende Mittelfeldspieler, offensive Außen, …
  2. Wer setzt diese Spieler ein? Wie?
    z.B. Flügelspieler mit Flanken, Spielmacher mit Steilpässen, Ablagen durch Zielspieler, …
  3. Gibt es einen Plan B? Oder hat der Gegner gewonnen, wenn er deinen Torjäger/Spielmacher/Schlüsselspieler aus dem Spiel nimmt?
    z.B. hohe Dynamik (= alle Spieler beteiligen sich am Aufbau), mehrere Spielmacher, ballspielende Verteidiger, Torgefahr aus der Tiefe …
  4. Schafft sich dein Torjäger selbst seine Räume oder müssen sie für ihn geöffnet werden?
    z.B. Falsche Neun öffnet Räume für Außen- oder Schattenstürmer, Hängende Spitze schafft Raum für Knipser, …
  5. Steht deine Abwehr hoch oder ziehst du dich zurück?
    z.B. Pressing benötigt einen höheren Block, will man den Gegner locken und dann auskontern, steht man besser tief …

Das, was du jetzt in deinem Kopf hast, versuchen wir nun auf den Platz zu übertragen.

III. Die Grundausrichtung: Wie viel Risiko will ich gehen?

Die Mentalität bestimmt maßgeblich die Risikobereitschaft.

Die nächste Frage lautet: Wie viel Risiko willst du gehen, wenn du den Gegner attackierst? Kennst du nur eine Richtung: nach vorne? Oder bist du eher ein geduldiger Vertreter und lässt sichere Pässe spielen, bis du den Gegner da hast, wo du ihn haben willst?

Offensivfußball verbindet man mit Attraktivität – aber Vorsicht: Nicht alles, was offensiv aussieht, ist auch auf Angriff eingestellt. Betrachte die Mentalität bzw. Grundausrichtung als Skala für Risikofreude. Vielleicht spielen die Bayern mit ihren ewigen Passstaffetten am Ende doch nur vorsichtig?

Lass dich von den Bezeichnungen nicht irre führen: Auch eine defensive Mentalität versucht Tore zu erzielen – und auch eine angreifende kann defensiv äußerst stabil sein. Beide versuchen das nur mit anderen Mitteln zu erreichen.

Mehr zur Mentalität gibt’s im Guide „Mentalität. Oder: Wie eine Taktik aufgebaut ist.“.

Hast du die passende Mentalität für deine Taktik gefunden? Dann ab zum nächsten Schritt:

IV. Die Teamanweisungen: für Stil & Spiel

Die Teamanweisungen passen den Stil der Taktik an und helfen im Spiel

Teamanweisungen haben zwei Funktionen: Erstens können sie helfen, den Stil deiner Mannschaft weiter auszudefinieren. Um beim Bayern-Beispiel zu bleiben: Wenn man auf die Mentalität „Konter“ setzt, würde man nun mithilfe der Anweisungen die Defensivlinie nach vorne schieben und das Pressing erhöhen.

Die zweite Funktion ist die Anpassung der Taktik an Gegner und Spielsituation: „Durch die Mitte spielen“ z.B. macht nur Sinn, wenn man weiß, dass der Gegner dort verwundbar ist.

Wenn du dir bei einer Anweisung nicht sicher über ihre Wirkung bist, lass sie weg – oder lies vorher nach, was es damit auf sich hat. Immerhin willst du im Spiel hinterher ja auch erkennen, ob die Anweisung fruchtet. Sonst wird es schwer, richtige Anpassungen vorzunehmen, wenn mal was nicht nach Plan läuft.

Eine Beschreibung aller verfügbaren Anweisungen findest du im aussagekräftig betitelten Guide „Die Teamanweisungen“.

V. Die Formation: Wo sind die Spieler?

Die Formation bestimmt die defensive Grundordnung

Nachdem nun klar ist, wie die Mannschaft spielen soll, ist die nächste Frage, wie du die Spieler über das Feld verteilst. Intuitiv wäre die Wahl der Formation der erste Schritt. Ich habe jedoch diese Reihenfolge gewählt, um den Zusammenhang zwischen der Spielweise und der Formation zu betonen – der etwas anders ist, als man landläufig annehmen mag. Ein 3-4-3 ist ziemlich offensiv, richtig? Und ein 5-4-1 ziemlich defensiv, oder? Nein – beide sagen darüber gar nichts aus.

Ein Beispiel: Wir wollen tief stehen, viele Spieler hinter dem Ball haben und in Ballbesitz geduldig sein, den Ball laufen lassen und auf die Lücke beim Gegner warten. Unsere Mentalität ist defensiv. Welche Formation wählen wir?

Wie wäre es mit einem 3-4-3? Durch die defensive Mentalität stehen wir ohnehin sehr tief und eng, sodass eine „defensive“ Formation wie 5-4-1 nur dafür sorgen würde, dass der Gegner uns leicht einschnüren könnte. Durch die drei Stürmer mit entsprechender Rolle wird der Gegner schon im Mittelfeld gestört. Außerdem haben wir Anspielstationen um uns sicher zu befreien. Ein einzelner Stürmer hätte es ganz schön schwer gegen den gesamten Defensivverbund einen Ball zu behaupten, geschweige denn Torgefahr zu entwickeln. Defensiv heißt ja nicht, dass man keine Tore machen will …

Will man hingegen den Gegner locken und dann kontern, ist es vielleicht nicht schlecht, viele Spieler in der eigenen Hälfte zu haben. So traut er sich noch ein bisschen weiter raus, bevor wir den Ball gewinnen und blitzschnell in die großen Lücken starten.

Die beiden Beispiele sollen folgendes verdeutlichen: Es gibt keine Patentlösung und viele – auch gegensätzliche – Kombinationen sind möglich. Das Konstrukt muss nur in sich durchdacht sein (und durch Analyse und Anpassungen verfeinert werden).

Wichtig: Die Formation stellt die defensive Grundordnung der Mannschaft dar, in die sie nach Ballverlust versucht zurückzukehren. Das heißt, man kann anhand der Formation schon mögliche Schwachpunkte bei sich und beim Gegner ausmachen. Das Gegenmittel hierfür sind dann die Spielerrollen, zu denen wir jetzt kommen:

VI. Die Spielerrollen: Wer macht was?

Spielerrollen sind für die Balance einer Taktik entscheidend

Die Rollenverteilung ist mein Lieblingswerkzeug – und das Herzstück jeder Taktik. Jede Taktik steht und fällt mit der Auswahl der richtigen Rollen. Wie die Mannschaft spielen soll, haben wir bereits herausgearbeitet – nun müssen wir das auf die einzelnen Spieler herunterbrechen:

  • Wer soll die Tore machen? Wie bekommt er Zeit, Raum und Bälle dafür?
  • Wer sorgt dafür, dass der Gegner permanent Entscheidungen treffen muss (durch Läufe aus der Tiefe, durch ausweichende Bewegungen)?
  • Wie kommt der Ball in die gefährliche Zone?
  • Was passiert, wenn dieser Weg vom Gegner blockiert wird? Gibt’s einen Plan B?
  • Wer sichert ab? Wer bietet eine sichere Anspielstation und ist auf dem Posten, wenn wir den Ball verlieren?
  • Wie gewinnen wir den Ball zurück?

Haben wir diese Fragen geklärt, verteilen wir entsprechend die Rollen. Hier wird maßgeblich festgelegt, wie die Spieler sich bewegen, welche Aktionen sie bevorzugt ausführen und wie sie miteinander interagieren. Es ist also von entscheidender Bedeutung, die Funktionsweise der einzelnen Rollen zu kennen. Nicht jede Rolle ist für jede Taktik geeignet. Das klassische Beispiel ist der Zielspieler, der allein durch seine Anwesenheit seine Mitspieler zu direkten Pässen animiert – in einer Ballbesitztaktik ist er also (normalerweise) fehl am Platz!

Unabhängig davon gilt:

„Jeder Spieler kann jede Rolle spielen – er wird sie nur anders interpretieren.“
– Cleon

Nur weil dein Spieler (laut deinem Co-Trainer!) für die Rolle Trequartista besser geeignet ist als für die Rolle Schattenstürmer, heißt das nicht, dass er auch Trequartista spielen muss. Wenn ein Schattenstürmer das ist, was deine Taktik braucht um erfolgreich zu sein, dann spielt er besser Schattenstürmer.

Abgesehen davon zieht der FM zur Berechnung der Rollenwertung Attributsgewichtungen heran, die von deinen abweichen können. So sollte auch der Zerstörer in einem Ballbesitzsystem den Ball sauber annehmen und passen können.

Tiefer in die Spielerrollen kannst du dich im Guide „Vom Torwart bis zum Knipser“ einlesen, in dem jede Rolle beschrieben ist. Das englische Standardwerk ist „Pairs and Combinations“ von llama3. Eine unkommentierte Auflistung aller Rollen gibt es im Kompendium.

VII. Eine Frage der Philosophie: Wer trägt das Spiel?

Wie viel Verantwortung tragen deine Spieler?

(Wenn du den Football Manager 2019 spielst, kannst du diesen Part überspringen, da die Dynamik glücklicherweise aus dem Spiel entfernt wurde.)

Im echten Leben unterteilt diese Frage den Fußball in zwei Schulen (mit Grautönen dazwischen) und ist dementsprechend prominent. Hier aber soll sie zum Schluss beantwortet werden, da die Dynamik im FM viel Verwirrung gestiftet hat und ich einen einfacheren, gangbaren Weg vorschlagen will.

Die Frage, die du hier beantworten musst, lautet vereinfacht: Kollektiv oder individuelle Klasse?
Hast du ein, zwei, drei herausragende Figuren in deiner Mannschaft, mit denen dein Spiel steht oder fällt? Dann wähle eine rigidere Philosophie – so werden diese Spezialisten ihre besonderen Fähigkeiten am besten einbringen können und den Unterschied für dich ausmachen, während der Rest der Mannschaft sich verlässlich an deine Vorgaben hält.

Oder bist du Anhänger des voetbal total, wo der Verteidiger der erste Stürmer und der Stürmer der erste Verteidiger ist und die Mannschaft als ein geschlossener Block agiert? Dann wähle eine fluide Philosophie – das wird die Aufgaben über die gesamte Mannschaft verteilen. Du wirst für den Gegner schwerer auszurechnen sein – zumindest, wenn jeder deiner Spieler den hohen Anforderungen gerecht werden kann …

Wenn du dir nicht sicher bist, machst du mit „flexibel“ nichts verkehrt.

Im Guide „Was genau macht die Dynamik?“ kannst du dich etwas tiefer einlesen. Es gibt sogar eine verständliche Erklärung dort.

VIII. Finetuning: Spielen und sehen.

Jetzt kommt der spannendste Teil – und der schwierigste: Die Taktik tritt in Aktion. Stelle die Kamera so ein, dass du das gesamte Spielfeld überblicken kannst (z.B. Data Analyst oder 2D-Modus) und schaue das umfassende oder ganze Spiel.

Im 2D-Modus hat man den vollen Überblick über das Geschehen auf dem Rasen.

Wenn du in Ballbesitz bist, pausiere das Spiel und schau dir genau an, was passiert:

  • Wo sind die Passoptionen?
  • Wer läuft wo hin?
  • Wo sind die Räume?

Wenn eine kritische Situation auftritt, spule das Spiel bis zu der Stelle zurück, wo der Spielzug begann:

  • Wo lag das Problem? Warum kam es zum Ballverlust?
  • Keine Anspielstationen?
  • Standen sich zwei Spieler auf den Füßen?
  • Warum konnte der Gegner so schnell Kapital schlagen?
  • Wo war die Absicherung?

Schau einfach, was passiert – und versuche zu verstehen, warum etwas passiert. Das ist schwierig, aber mit etwas Übung zu meistern. Du kannst nicht alles gleichzeitig sehen – aber du kannst das Spiel vor- und zurückspulen. Und dir Notizen machen.

Fallen dir Schwachstellen mehrfach (!) auf, nimm logische Änderungen vor. Meistens wird die Änderung einer Spielerrolle schon etwas bewirken. Durch Spieleranweisungen kannst du zusätzlich das Verhalten einzelner Spieler genauer an deine Vorstellungen anpassen. Wichtig: Nimm nicht zu viele Änderungen auf einmal vor – sonst kannst du nicht beurteilen, welche Veränderung was bewirkt hat.

Der Football Manager bietet noch weitere Informationsquellen an: Hier findest du eine Einführung in das Analyse-Tool.

Herzlichen Glückwunsch – du hast deine eigene Taktik erstellt! Denke immer daran: Jede Taktik hat ihre Stärken und Schwächen – und der Gegner wird genauso versuchen dich zu knacken wie du ihn. Damit kommen wir zum letzten Punkt:

IX. Ingame-Coaching: Weniger ist mehr.

Auch wenn ein Spiel schlecht läuft: Meistens sind es nur kleine Schrauben, die an einer Taktik gedreht werden müssen. Oft reicht es, nur eine Spielerrolle oder Anweisung zu ändern und das Spiel kippt zu deinen Gunsten. Versuche zu erkennen, wo dein Gegner Räume offen lässt und versuche diese anzugreifen. Versuche möglichst einfache Antworten zu finden.

Kleine Änderung mit großer Wirkung

Ein Beispiel: Zwischen Abwehr und Mittelfeld des Gegners ist viel Platz. Stelle sicher, dass mindestens ein Spieler diesen Raum nutzt. Ob das ein zurückfallender Stürmer ist, ein aufrückender zentraler Mittelfeldspieler oder dein Spielmacher auf der Zehn – das entscheidest du aufgrund deiner Taktik. Entsprechende Anweisungen (wie Pässe in die Tiefe) können das unterstützen.

Je einfacher du deine Änderungen vornimmst, desto einfacher fällt es dir im Football Manager zu sehen, was du geändert hast und zu beurteilen, ob es gut war oder nicht. Der Gegner verändert sich im Laufe der Partie, sei also immer auf neue Herausforderungen gefasst!

X. Und du so?

Dieser Guide ist sehr allgemein gehalten, weil er ein Leitfaden für alle sein will. Somit sind mir deine Liga, Mannschaft und Spieler unbekannt. Ich hoffe, dass dir meine Fragen trotzdem die ein oder andere Anregung gegeben haben und du mithilfe der verlinkten Guides immer tiefer in die komplexeste Materie, die der Football Manager zu bieten hat, einsteigen kannst.

Lass mich in den Kommentaren wissen, ob du bestimmte Aspekte herausgreifen und anwenden konntest oder du die ein oder andere Sache völlig anders angehen würdest. Nach welchem Prinzip baust du deine Taktiken? Ich freue mich auf deine Fragen, Erfahrungen, Anregungen, Diskussionsbeiträge :-)

27 Kommentare

  • Servuuus! Mich würde mal interessieren, wie Ihr mit dem „Tempo“umgeht. Ich habe diesen Punkt in all den Jahren immer vernachlässigt und „normal“gelassen. Man sagt ja, dass die Mannschaft technisch stark sein muss, damit man ein höheres Tempo ohne viele Ballverluste spielen kann. Wann ändert Ihr das Tempo? Welche Voraussetzung muss euer Team mitbringen? Spielt Ihr auch in tieferen Klassen mit hohem Tempo?

    • Am Tempo ändere ich tatsächlich auch eher selten etwas. Die Kopplung an die Technik der Spieler sehe ich nicht so – es sei denn, du versuchst ein schnelles Kurzpassspiel aufzuziehen.

      Wenn du jedoch “nur“ schnell umschalten willst, würde ich auch mit einer technisch mittelmäßigen Mannschaft das Tempo erhöhen.

      Grüße Tery

      • Meinste, dass geht auch mit weniger starken Technikern? Ich habe einen Save mit WOB gestartet und werde es da mal versuchen.

      • Wenn du es nicht auf Kurzpassspiel anlegst, habe ich da keine Bedenken. Technik hilft natürlich trotzdem immer :)

  • Stand im fm17 ^^

    Aber vielen dank für seine Hilfe :)

  • Wo soll das stehen? Das ist völliger Unsinn … der spielt die Bälle überall hin, wo es ihm passt.

    Der ZSm ist wirklich kein Runner, daher würde ich ihn als absichernden Part einsetzen.

  • ich hatte irgendwo gelesen… das der zsm aber nicht so der runner ist… das soll der zm mit support duty sein… daher frag ich ja :) das 4-4-2 ist zwar einfach… aber im mittelfeld wirklich bisschen kniffelig :)

    ein vosm mit support… spielt die pässe doch nur auf spieler mit support duty oder ? steht im spiel in der beschreibung :D

  • moinsen :D ich bins mal wieder xD

    ich hab da mal eine taktik frage… momentan tüftle ich an einem 4-4-2 system…. ich glaube ich hab das schon im MTF angesprochen…

    mein problem ist das mittelfeld… defensiv hält es gut… aber offensiv geht nicht viel… ich habe einen MZ auf defensiv… und einen MZ auf support… aber wie gesagt… in der offensive geht da nix… soll ich den MZ umstellen? wenn auf was? damit offensiv bisschen mehr abgeht :D

    • Moin :-)

      Da gibts mehrere Möglichkeiten. Eine Angriffs-Duty ist mir persönlich in einem Zweiermittelfeld zu riskant; ein BBM wäre die die „offensivste“ mögliche Rolle für mich. Eine andere Möglichkeit ist auch, einen Spielmacher mit reinzunehmen, entweder einen ZSm, der gleichzeitig die Absicherung übernimmt oder – als offensiveren Part der Zwei – einen VeSm (ähnlich wie BBM) oder VoSm (der dann den Zehnerraum besetzt).

      Hoffe, das hilft dir weiter – unabhängig davon bin ich aber auch ein Fan der Kombi MZd / MZu. Hängt aber auch immer von den anderen Rollen ab.

      Tery

  • Das mache ich ähnlich wie du. Nur bezüglich der schlechten Spieler bin ich anderer Meinung. Klar gibt es Tage, an denen nichts geht. Aber häufig passiert es auch, dass sie nach einer grottigen ersten Hälfte in der zweiten zum Matchwinner werden. Nicht immer und nicht alle – mein Topstürmer ist aber auch nach 89. Minuten und mit Note 6,3 noch für das entscheidende Tor gut.

  • @ PatiFM

    Meiner Erfahrung nach hat das viel mit der Mentalität deiner Mannschaft zu tun. Nach vielen Siegen werden sie immer überheblich. Wenn man da nicht genug gegenangeht (per Pressekonferenzen, Teamtalks etc), nehmen die die Gegner nicht mehr ernst. Oft verliert man dann hoch gegen den letzten der Liga.

    Hinzukommt aber auch noch das die KI im FM2017 viel besser darin ist Gegenmaßnahmen gegen Deine Taktik zu finden. Man kann jetzt nicht wie früher eine ganze Saison mit einer unveränderten Taktik spielen. Man muss sich immer anpassen.

    Ich hoffe es hilft, Norman

    • Un da man sich immer anpassen muss, stelle ich meine eigentliche Spieltaktik immer erst kurz vor Beginn ein, je nach gegnerischer Aufstellung und wie ich vermute wie der Gegner gegen mich angehen wird. Die Feineinstellungen finden dann eigentlich immer während der ersten 5 min des matches statt und müssen auch immer wieder korrigiert werden, spätestens zur Halbzeit. Ich finde es daher allgemein sehr schwierig über funktionierende Taktiken zu sprechen, es wird doch wieder alles über den Haufen geworfen wenn der Gegner plötzlich zu überraschen weiß.

      Was mich nervt sind Spieler mit einem schlechten Tag, man weiß bereits nach spätestens 20 min ob der Spieler gut spielt oder das gesamte Match schlecht, da hilft leider auch nicht die Rolle zu wechseln, kein ermutigen und gut zureden, man weiß einfach ziemlich früh das der Kollege ne sichere Auswechslung wird und sich nicht mehr fängt. Schade eigentlich …

  • ja sehr bitter. Ich spiele aber generell nie offensiv und schaue das ich wenig anfällig für konter bin. Zudem noch kurze Pässe, ball halten und geduldig spielen. Ich finde da sollte such gegen tiefstehende Gegner einiges möglich sein. Aber von im Schnitt 60% Ballbesitz auf knapp 50% und von 9:2 Torschüsse auf 2:11 (mal ein Beispiel) kann ich mir nicht erklären. Danke jedenfalls für deine Tipps ;) Liebe Grüße

    • Ja, ist komisch manchmal. Ich würde dann mal versuchen, offensiver zu spielen bzw. den Gegner stärker unter Druck zu setzen. Pressing, höheres Tempo o.ä. wären meine Ansatzpunkte. Wie gesagt aber auf Basis dessen, was man tatsächlich sieht.

  • Bei mir gehen die Taktiken immer vom ein ins andere Extrem. Die ersten 15 Runden spiele ich die Gegner an die Wand, bekomm kaum Tore und lasse so gut wie gar nichts zu. Mein Stürmer trifft regelmäßig.

    Plötzlich bin ich chancenlos, sogar gegen 10 Mann, bin offensiv nicht mehr vorhanden und Defensiv ein Hühnerhaufen.

    Nimmt mir eigentlich immer wieder den Spaß an meinen Projekten.

    Ich weiß mir langsam echt keinen Rat mehr

    • Das Phänomen kenne ich auch. In der Regel liegt das daran, dass die Gegner Spiele gegen dich etwas defensiver angehen, da du recht erfolgreich warst.

      Normalerweise genügt es, durch kleine Änderungen (einzelne Rollen, ggf. Mentalität/TI) sich an die neue Situation anzupassen. Ein Patentrezept gibt es nicht, es hilft aber, die Spiele ausführlicher anzuschauen und ggf. hinterher zu analysieren, um zu sehen, was genau sich verändert hat.

      Grüße Tery

  • Grüß dich !

    Ich spiele den FM seit FM14 und bin da her schon recht gut vertraut wie ich meine Mannschaft führen kann/soll/will.
    Ich habe mir dennoch deine ganzen Guides gerade durchgelesen, da ich mir gedacht habe – es schadet ja nicht.
    Und ich muss schon sagen das ich ehrlich beeindruckt bin!

    Ich dachte das ich relativ Tief in der Materie drinnen wäre aber so ist es nicht, was mir gerade bewusst wird.
    Durch deine Guides die mir diverse Dinge neu erleuchtet haben sehe ich den FM nun anders und Sehr viel komplexer als ich es selber wahrgenommen habe. Gerade die Praxis- Analyse in den Situations-Klick-Bildern haben meinen Horizont in diesen geliebten Spiel erweitert und auf einen neuen Level gehoben.
    Da ich nie wirklich analysiert habe nach dem Spiel und mir so der nächste Schritt gefehlt hat sowohl gedanklich als auch konkretes bewusstes fühlen/ sich im klaren sein ( unabhängig von den Spielergebnissen ).

    Hut hab!

  • Habs gefunden…

  • Ich habe eine ziemliche Anfängerfrage, aber wo finde ich den Teamvergleich aus dem ersten Abschnitt?

  • Mal eine Frage, stehe ein wenig auf den Schlauch. Wie verhält sich der Unterschied zwischen Flg und AM? Laut Erklärung verstehe ich es so, das sich der AM mehr in der defensive einbringt, ist aber auch nicht unbedingt ein schneller und dribbelstarker spieler. Arbeitet der normale Flg auch nach hinten? Wie würde man beim FM zum beispiel einen Ribéry aufstellen? Ist ja ein dribbelstarker Flügelspieler der aber auch nach hinten arbeitet. Ich hoffe ich habe mein Problem verständlich ausgedrückt.

    • Der Unterschied zwischen Flg und AM ist die Direktheit. Der Flg sucht häufiger das Dribbling um auf die Grundlinie zu kommen. Der AM ist mehr im Passspiel eingebunden und kombiniert mehr mit dem Rest der Mannschaft. Defensiv arbeiten beide mit, wobei man beim AM die Duty natürlich auch auf Verteidigen setzen kann, was der Flügelspieler nicht hat.

      Riberys Rolle würde ich dementsprechend abhängig von der Taktik machen; in Umschaltsystemen Flügelspieler, in Ballbesitztaktiken AM. Das schöne beim AM ist auch, dass er viele PIs verfügbar hat, sodass man ihn noch etwas Richtung Flg gestalten und eine Mischung bauen kann.

  • Das ist mir leider auch schon aufgefallen. Hatte ja mal den Versuch gestartet im MTF eine Taktik gemeinsam zu erarbeiten. Das ging genau so in die Hose wie du sagtest. Als Antwort kommt eine Änderung ohne Erklärung warum. Fand ich etwas schade. Deswegen kann ich mich nur nochmal anschließen uns deinen Blog loben weil es Hilfe zur Selbsthilfe ist und kein fertiges Produkt.

    • Eine Taktik gemeinsam zu erarbeiten ist extrem schwierig, da jeder eine andere Herangehensweise oder Sichtweise hat und zudem noch seine eigenen Erfahrungen macht. In einem Guide heißt es z.B. (auch wenn es deutlich nur als lose Regel empfohlen wird), nur eine bestimme Anzahl von „Spezialisten“ je nach Mentalität aufzustellen, wobei ich für mich eher beide Dinge unabhängig voneinander betrachte: ich hab in nem 14er Save großen Erfolg mit einer extrem fluiden Philosophie, bei der ich 5 oder 6 Spezialisten habe. Ändere ich die Philosphie (Fluidity), spielt die Mannschaft schon nicht mehr so, wie ich mir das vorstelle. Deshalb finde ich den Weg der „Denkanstöße“ deutlich besser, auch wenn dieser Weg der deutlich schwierigere ist.

  • Das Gute an diesem Guide ist, dass dem FM-Spieler das selbstständige Denken nicht abgenommen wird. Im MTF bekommt man zwar gute Änderungsvorschläge, wenn man Probleme mit seiner Taktik hat, aber ich vermisse oft die Erklärung dahinter. Es heißt oft nur:“Mach aus der Rolle X doch mal eine Rolle Y“, ich persönlich vermisse da oft die Erklärung, warum eine Rolle für eine Taktik geeigneter ist bzw. sein soll, als eine andere. Dabei geht es mir nicht um die Lösung auf dem Silbertablett, sondern eher um den Gedanken dahinter. Klar, freue ich mich, wenn sich Rolle Y für meine Taktik besser eignet, als Rolle X, aber: ich wüsste auch gerne, warum das so ist.
    Generell ist mir aufgefallen, daß Diskussionen um die Taktik in englischsprachigen Foren tiefer gehen, als es im MTF der Fall ist (was aber KEINE Kritik am MTF sein soll !). Vllt schafft es dieser Blog ja, diese Lücke zu schließen. Was ich bisher gelesen habe, gefällt mir sehr gut und hat mir auch hier und da schon weitergeholfen.

    • Hallo Duke,
      danke für deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass die Herangehensweise ankommt. Dass die Diskussionen in den englischen Foren tiefer gehen als im MTF liegt meiner Meinung nach daran, dass dort einfach mehr Leute zusammenkommen. Dazu dürften die im Schnitt einige FM-Jahre mehr auf dem Buckel haben. Da hat man dann eine kritische Masse beisammen, die taktische Themen befeuern kann.

      Im MTF hängt das immer etwas an Einzelpersonen – aber was nicht ist, kann ja noch werden :-)

      Grüße Tery

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