Dein Weg zur erfolgreichen Jugendarbeit

Jugendarbeit Guide FM18

Was gibt es im Football Manager schöneres, als seine Erfolge mit Spielern aus der eigenen Jugendabteilung zu feiern? Spieler, die man von klein auf selbst geformt hat? Das erste Tor, gemeinsame Titel, die erste Nominierung für die Nationalmannschaft – Momente, die im Gedächtnis bleiben. Bis es soweit ist, musst du als Trainer und Manager jedoch einiges richtig gemacht haben. In diesem Guide zeige ich dir, wie du im FM18 die Jugendarbeit deines Vereins so aufstellst, dass sie Jahr für Jahr große Talente hervorbringt – und diese Talente ihr Potenzial ausschöpfen.

Dafür spielen viele Faktoren eine Rolle: Der Verein, die Einrichtungen und Angestellten, die Persönlichkeiten von Mitarbeitern und Spielern, Einsatzzeiten, das Wettbewerbsniveau … Doch beginnen wir vorne. Da ein Fußballverein keine One-Man-Show ist, sollten alle im Klub an einem Strang ziehen:

1. Jugendförderung als Philosophie

Viele Vereine sind es gewohnt, auf die eigene Jugend zu setzen und erwarten auch von ihrem Trainer, dieser Philosophie zu folgen. Falls das bei denem Arbeitgeber nicht so ist, solltest du mit dem Präsidenten über die Philosophie des Klubs sprechen. Das kann vor bzw. unmittelbar nach deiner Vertragsunterschrift erfolgen. Wenn der Vorstand nichts dagegen hat, nimmt er deinen Vorschlag, die Jugendförderung als Philosophie des Vereins festzulegen, in der Regel gerne auf.

FM18 Philosophien

Die Jugendförderung als Philosophie verankert zu haben, hat zwei Vorteile:

  • Du bekommst einen Vertrauensbonus, wenn du jungen Spielern aus der Akademie Spielzeit gibst.
  • Der Vorstand stimmt Verbesserungen der Jugend- und Trainingseinrichtungen eher zu

Sollte dein Verein noch eine Weile brauchen, bis er gute Jugendspieler hervorbringt, könnte es sinnvoll sein, mit der Philosophie noch zu warten. Versprechen sollte man auch einhalten können.

Ergänzend kann die Philosophie, junge Spieler zu verpflichten, hilfreich sein – gerade Vereine mit schlechter Nachwuchsrekrutierung sind darauf angewiesen, talentierte Spieler von außerhalb in den Klub zu holen.

2. Einrichtungen

Der Stand der Einrichtungen verrät dir, in welchen Bereichen der Jugendarbeit dein Verein wie gut aufgestellt ist:

FM18 Einrichtungen

2.1 Jugendeinrichtungen

Die Jugendeinrichtungen (engl. Youth Facilities) bestimmen die Qualität des Jugendtrainings – und damit die Entwicklungsrate von U18-Spielern. Um das meiste aus deinen Talenten herauszuholen und sie für die erste Mannschaft bereit zu machen, sind gute Jugendeinrichtungen also unerlässlich. Dasselbe gilt für die Trainingseinrichtungen, deren Qualität für die allgemeine Spielerentwicklung verantwortlich ist.

2.2 Jugendtraining

Das Jugendtraining (engl. Junior Coaching) bestimmt, wie hoch die aktuelle Fähigkeit (CA) der Spieler ist, wenn sie in deinen Jugendkader wechseln. Je höher der Wert, desto schneller werden sie im Herrenfußball mithalten können.

2.3 Nachwuchsrekrutierung

Je besser die Nachwuchsrekrutierung (engl. Youth Recruitment) ist, desto besser ist das Scoutingnetzwerk für Jugendspieler und desto wahrscheinlicher kommen Jugendspieler auch von weiter her in deine Akademie. Daher beeinflusst die Nachwuchsrekrutierung die potenzielle Fähigkeit (PA) deiner Talente.

Insbesondere in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet oder London, wo viele Vereine auf engem Raum beheimatet sind, ist der Kampf um die besten Talente groß. Da kann es auch mit den besten Einrichtungen vorkommen, dass man weniger hochtalentierte Jungs abbekommt, als wenn man irgendwo alleine auf weiter Flur sitzt. Eine hohe Reputation des Vereins hilft hier enorm  – je höher die Strahlkraft, desto wahrscheinlicher entscheiden sich talentierte Nachwuchskicker für eine Ausbildung in deinem Klub.

3. Personal

Die Infrastruktur ist nicht alles – sie muss auch mit Leben gefüllt werden. Kompetente Mitarbeiter formen in tagtäglicher Trainingsarbeit die Stars der Zukunft.

3.1 Jugendabteilungsleiter

Dem Jugendabteilungsleiter (engl. Head of Youth Development, HoYD) kommt über die Trainingsarbeit hinaus eine besondere Rolle zu: Als Verantwortlicher für die Aufnahme neuer Jugendspieler hat er maßgeblich Einfluss auf zwei wichtige Faktoren: Die Persönlichkeit und die Positionen der Spieler. Zudem spiegelt sich sein bevorzugter Trainingsstil hin und wieder in einem Nachwuchstalent wieder (die Meldung am Tag der Jugendspieler-Aufnahme erwähnt, welche Spieler das betrifft).

Profil Jugendabteilungsleiter

Welche Eigenschaften braucht ein guter Jugendabteilungsleiter?

Um alle Aufgaben gut erfüllen und entsprechend der Philosphie des Vereins handeln zu können, sollte dein HoYD folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Attribute „Arbeit mit Jugendspielern“ und „Beurteilung Potenzial“: Beeinflussen das Potenzial der besten Talente
  • Positive Persönlichkeit: Die Persönlichkeit (s.u.) färbt auf die neuen Jugendspieler ab.
  • Passender Trainingsstil: Ein technisch orientierter HoYD bringt hin und wieder filigrane Spieler hervor, ein Fitness-Fanatiker eher Laufwunder etc.
  • Bevorzugte Formation: Hat Einfluss auf die Positionen deiner Talente

Man wird so gut wie fast nie einen Jugendabteilungsleiter finden, der in allen Bereichen exakt den eigenen Bedürfnissen entspricht. In der Regel mache ich lieber Abstriche bei Formation und Trainingsstil – eine professionelle Persönlichkeit und gute Attribute sind mir hingegen sehr wichtig. In der Praxis ist das immer Abwägungssache – auch abhängig vom Niveau, auf dem man arbeitet, und den eigenen Zielen.

Achtung: Wenn der Sportdirektor oder ein anderer Mitarbeiter für die Aufnahme von Jugendspielern verantwortlich ist (das kann man unter Mitarbeiter / Aufgaben bestimmen), dann gilt das geschriebene für diesen Mitarbeiter. Der Jugendabteilungsleiter wäre in diesem Fall nur ein normaler Assistenztrainer.

3.2 Jugendtrainer

Die übrigen Trainer im Jugendbereich sollten vor allem in ihren jeweiligen Trainingskategorien kompetent sein und ihr Wissen den Jugendspielern vermitteln können. Das Attribut Arbeit mit jungen Spielern ist hier also zentral. Wie bei allen Personen, die ich in den Verein hole, achte ich auch bei den Assistenztrainern auf eine positive Persönlichkeit.

Darüber hinaus haben auch die Jugendtrainer einen kleinen Einfluss auf das Potenzial der besten – nicht aller – Jugendspieler (Quelle). Wer die Wahl zwischen mehreren qualifizierten Trainern hat, sollte denjenigen anstellen, der zusätzlich einen hohen Wert bei der Beurteilung von Spielerpotenzial mitbringt.

Da auch in der Herrenmannschaft mit der Zeit etliche junge Spieler herumlaufen werden, sollte deren Trainerstab ebenfalls passable Werte für die Arbeit mit jungen Spielern mitbringen.

4. Persönlichkeit

Was helfen die besten Einrichtungen und der kompetenteste Trainerstab, wenn die Spieler faule Säcke sind und nicht von selbst hart an sich arbeiten? Richtig: Wenig. Daher sollte man im Klub eine produktive Arbeitsathmosphäre schaffen und auf Spieler setzen, die sich stetig verbessern wollen.

4.1 Wünschenswerte Charaktereigenschaften

4.1.1 Professionalität

Die erstrebenswerteste Charaktereigenschaft ist Professionalität. Sie ist der entscheidende Faktor dafür, wie gut ein Spieler trainiert und wie sehr er sein Leben auf das Dasein als Profisportler ausrichtet. Je professioneller ein Spieler ist, desto wahrscheinlicher wird er sein Potenzial ausschöpfen und eine lange Karriere haben.

4.1.2 Zielstrebigkeit

Zielstrebigkeit ist der zweite wichtige Faktor für die Entwicklung junger Spieler. Seit dem FM17 kann sie Entwicklungsschübe auslösen (Quelle) und damit zu den erfreulichen Screens voller grüner Pfeile führen:

FM18 Spielerentwicklung Boost

Daneben hilft Zielstrebigkeit auch auf dem Feld, lassen sich zielstrebige Spieler doch von unerwünschten Ereignissen nicht so leicht aus der Spur bringen.

Auch der Ehrgeiz eines Spielers beinflusst die Spielerentwicklung, allerdings in erheblich geringerem Maße als Professionalität und Zielstrebigkeit.

4.1.3 Wie erkenne ich die Professionalität eines Spielers?

Im Gegensatz zur Zielstrebigkeit, die man im Spielerprofil einsehen kann, gehört die Professionalität zu den versteckten mentalen Attributen. Daher ist ihr nicht so leicht auf die Schliche zu kommen. Zunächst gibt es nur einen Anhaltspunkt: die Persönlichkeit des Spielers. Diese steht im Spielerprofil.

Die Persönlichkeit setzt sich aus den acht versteckten Attributen plus Zielstrebigkeit zusammen. Abhängig von den dominanten Facetten seines Charakters wird der Spieler eingestuft. Das bedeutet jedoch, dass man immer nur über einen Teil der versteckten Attribute grob Bescheid weiß – nie über alle. Es gibt durchaus ausgeglichene oder andere Charaktertypen mit einem akzeptablen Maß an Professionalität. Sicher sein kann man sich aber nur bei den folgenden Persönlichkeiten:

  • Modellbürger
  • Modellprofi
  • Professionell
  • Relativ professionell
  • Perfektionist
  • Konsequent
  • Energisch

Heißt das nun, dass nur Jugendspieler mit einer dieser Persönlichkeiten der Ausbildung unter deiner Regentschaft würdig sind? Auf keinen Fall! Zum einen gibt es viele weitere positive Charaktertypen, zum anderen sind junge Spieler auch charakterlich noch entwicklungsfähig – selbst wenn sie zunächst eine negative Persönlichkeit haben.

4.2 Spielercharaktere formen

Während es ratsam ist, bei fertigen Spielern ein großes Augenmerk auf die Persönlichkeit zu legen, sollte man bei den Jugendspielern (noch) nicht zu wählerisch sein – immerhin sind diese noch formbar. Außerdem kosten sie wenig Geld. Sollten sie sich also (wie es bei extrem negativen Persönlichkeiten mitunter vorkommt) nicht zum Besseren entwickeln lassen, kannst du sie immer noch in die Wüste schicken.

Vorher geben wir aber unser bestes, um sie auf den Pfad der Tugend zu geleiten. Um die Persönlichkeit deiner jungen Spieler zu formen, hast du zwei Möglichkeiten – eine direkte und eine indirekte:

4.2.1 Teamcharakter

Im Football Manager haben nicht nur Spieler eine Persönlichkeit, sondern auch die Mannschaft als solches: Der Teamcharakter setzt sich aus den vielen Einzelpersönlichkeiten innerhalb des Vereins zusammen und bestimmt letztlich, wer ins Team passt und wer nicht (einzusehen unter Mannschaftsgefüge / soziale Gruppen oder im Spielerprofil). Den Teamcharakter kannst du auf folgendem Screen einsehen:

FM18 Teamcharakter

Durch Spielertransfers und Tutoring kannst du den Charakter mit der Zeit verändern – und das solltest du unbedingt zu deinen Gunsten nutzen. Denn: Die positiven, wie auch die negativen Eigenschaften des Kaders färben auf die prägsamen jungen Kicker ab. Ein professionelles Umfeld sorgt also ganz automatisch dafür, dass deine jungen Spieler mit der Zeit professioneller werden.

Daher solltest du bevorzugt Spieler (und Mitarbeiter) für dein Team verpflichten, die eine hohe Professionalität und Zielstrebigkeit mitbringen. Wenn dein Teamcharakter zu Beginn noch nicht professionell ist, werden die Neuzugänge möglicherweise zunächst Außenseiter sein. Lass dich davon nicht beirren! Wenn du deinen Weg weitergehst, wird sich das bald ändern.

Es gibt insgesamt drei Stufen des professionellen Teamcharakters:

  1. relativ professionell
  2. professionell
  3. sehr professionell.

Sobald dein Teamcharakter eine der Stufen erreicht hat, profitierst du noch in anderer Hinsicht davon: In Spielerberichten (von Trainern oder Scouts) erfährst du, ob ein Spieler ins Mannschaftsgefüge passt. Passt er in dein professionelles Team, bringt er offensichtlich eine ausreichende Portion Professionalität mit – tut er es nicht, dann darf man davon ausgehen, dass er von der eher unprofessionellen Sorte ist. Somit kannst du ab sofort also auch bei anderen Persönlichkeits-Typen auf die Ausprägung der Professionalität schließen. Das erweitert deine Möglichkeiten für Transfers und Tutorings.

4.2.2 Tutoring

Neben dem indirekten Einfluss durch das Umfeld kann man im FM auch direkten Einfluss auf die Spielerpersönlichkeit nehmen. Das Zauberwort heißt Tutoring. Hierbei betreut ein etablierter Spieler der Mannschaft einen Jungspund. Ist das Tutoring erfolgreich, hat sich der junge Spieler dem Charakter des Mentors angenähert – im Guten wie im Schlechten. Daher sollte man stets darauf achten, dass der Mentor eine positivere Persönlichkeit (und im Idealfall höhere Zielstrebigkeit) besitzt als sein Schützling.

Tutoring Gesprächsoptionen

Es gibt zwei Arten von Tutoring: auf und neben dem Platz. Die erste Option beeinflusst nicht nur den Charakter, sondern überträgt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch eine oder mehrere bevorzugte Spielweisen (PPMs) vom Mentor auf den Jugendspieler. Besser kann man „Thronfolger“ nicht heranziehen. Möchte man sich nur auf die mentalen Aspekte konzentrieren, ist die zweite Option, die Betreuung neben dem Platz, die richtige Wahl.

Um einen jungen Spieler anleiten zu können, muss der potenzielle Tutor einige Voraussetzungen erfüllen:

  • höhere Reputation als sein Schützling
  • höherer Teamstatus als sein Schützling
  • mindestens 24 Jahre alt (Ausnahme: der Kapitän)
  • mindestens eine gemeinsame Position mit dem Schützling
  • arbeitet aktuell an keiner bevorzugten Spielweise

Der anzuleitende Spieler darf maximal 23 Jahre alt sein und sich noch nicht im Herrenbereich etabliert haben (weniger als 75 Seniorenspiele). Stimmen beide Spieler im Gespräch dem Vorschlag zu, beginnt das Tutoring. Wenn nichts dazwischen kommt, dauert es sechs Monate. Eine Meldung berichtet über Erfolg oder Misserfolg des Vorhabens:

FM18 PPM Tutoring Erfolg

FM18_Tutoring Erfolg

Die obere Meldung erscheint, wenn erfolgreich PPMs weitergegeben wurden – die untere, wenn nur die Persönlichkeit beeinflusst wurde.

Sofort nach Ende des Tutorings kann man dem Youngster einen neuen Tutor an die Seite geben – und so Stück für Stück seinen Charakter zum Positiven formen.

5. Spielerentwicklung

Die Grundlagen sind nun gelegt – jetzt gehts ans Eingemachte: Wie wird aus dem hoffnungsvollen Talent der bestmögliche Spieler? Welche Weichen müssen gestellt werden, damit er sein Potenzial voll ausschöpft?

5.1 Training

Das Training ist in vielerlei Hinsicht eine Frage des persönliches Stils. Je nach dem, ob du deine Spieler für Ballbesitzfußball oder für totale Defensive ausbildest, wirst du anders trainieren lassen. Ebenfalls scheiden sich die Geister daran, ob die Spieler mit dem Training zufrieden sein müssen. Gerade unprofessionellere Spieler beschweren sich gerne über die Trainingsbelastung. Gibst du dem nach? (Ich für meinen Teil tue es. Aber nicht weil es in irgendeiner Form besser oder richtiger wäre – sondern weil es meiner Philosophie entspricht. Jeder Manager, der anders handelt, hat meine volle Sympathie.)

Dennoch gibt es drei Punkte, die aus meiner Sicht wichtig sind, und die du in deine Trainingsplanung (nicht nur für junge Spieler) einbeziehen solltest:

  1. Beachte das Alter des Spielers
  2. Entwickle den Spieler auf ein Ziel hin
  3. Gib ihm ehrliches Feedback

5.1.1. Beachte das Alter des Spielers:

Junge Spieler bis 23 Jahre verbessern besonders leicht ihre physischen Attribute. Daraus kannst du zwei gegensätzliche Schlüsse ziehen:

  • Du lässt in der Jugend viel Fitness trainieren, um das voll auszunutzen.
  • Du trainierst hauptsächlich die mentalen und technischen Attribute, da sich die Physis fast von alleine verbessert.

Es gibt hier keinen Königsweg – du solltest aber um die altersspezifischen Besonderheiten wissen, um die für deinen Spielstil und den konkreten Spieler beste Lösung zu finden.

Möchtest du den Fokus auf die Fitness legen, stelle als Mannschaftstraining auch innerhalb der Saison Fitness ein (ggf. auf geringer Intensität), ansonsten trainiere die für deinen Spielstil passenden Inhalte bzw. belasse es auf „ausgeglichen“, damit die individuellen Rollen-Trainingspläne stärker zum Tragen kommen.

Übrigens: zwischen 24 und 29 entwickeln sich die technischen Attribute am besten, ab 30 die mentalen Werte.

5.1.2. Entwickle den Spieler auf ein Ziel hin:

Wie überall im Leben gilt: Nur wenn du ein Ziel hast, kannst du den richtigen Weg finden. Im Idealfall hast du schon einen Spielstil im Klub (oder zumindest in deinem Kopf) etabliert und weißt daher, welche Spielertypen du in deinem Kader brauchst. Bevor du deinem Jugendspieler einen individuellen Trainingsschwerpunkt an die Hand gibst, überlege, welche Funktion er in deinem Kader in mehreren Jahren erfüllen könnte.

Individuelles Training

Abhängig davon lässt du ihn eine Rolle trainieren, in der die gewünschten Attribute gezielt verbessert werden (diese werden hervorgehoben). Das muss nicht zwingend die Rolle sein, die er später spielen soll.

Mit dem Attribut-Schwerpunkt feilst du parallel an Schwächen (oder Stärken) des Spielers. Insbesondere hier solltest du den Trainingserfolg beobachten (deine Mitarbeiter berichten dir davon) und gegebenenfalls nachjustieren.

Generell ist es hilfreich, wenn du dir zu festen Zeitpunkten (z.B. halbjährlich) die Entwicklung deiner Jugendspieler anschaust, sie mit deinem Ziel abgleichst und bei Bedarf den Trainingsplan anpasst.

Spieler umschulen

Des Öfteren wirst du Jugendspieler bekommen, deren Hauptposition es in deinem System nicht gibt (insbesondere wenn dein Jugendabteilungsleiter eine abweichende bevorzugte Formation hat) oder deren Skillset für eine andere Position deutlich besser geeignet wäre.

In diesen Fällen solltest du nicht zögern und den Spieler umschulen. So wird es sich an die neue Position gewöhnt haben, bevor er in die erste Mannschaft kommt – außerdem ist es immer gut, flexible Spieler zu haben.

Das Positionstraining wird zwar die Zeit reduzieren, die er an seinen Fähigkeiten arbeiten kann – dieser (geringfügige) Nachteil wird aber dadurch aufgewogen, dass er einen Platz in deinem System finden wird.

Bevorzugte Spielweisen

Anders sieht es bei bevorzugten Spielweisen (PPMs) aus. Sie reduzieren nicht nur die Zeit für die übrigen Trainingsinhalte, sondern blockieren auch das Tutoring: Wer an einer PPM arbeitet, kann nicht anleiten oder angeleitet werden. Daher kommt das Antrainieren einer bevorzugten Spielweise bei Jugendspielern nur in Frage, wenn der Charakter bereits fertig ausgeformt ist. Außerdem sollte die zukünftige Funktion des Spielers zweifelsfrei feststehen – eine falsche bevorzugte Spielweise kann einen Spieler ansonsten leicht für bestimmte Rollen unbrauchbar machen (z.B. „Geht bei jeder Gelegenheit nach vorne“ für einen Abräumer).

Unabhängig davon ist das Tutoring zur Übertragung von bevorzugten Spielweisen vorzuziehen.

5.1.3. Gib deinen Spielern ehrliches Feedback: 

Der monatliche Trainingsbericht des Co-Trainers ist eine großartige Gelegenheit, den Spielern eine Rückmeldung zu ihren Leistungen auf dem Trainingsplatz zu geben. Wer gut trainiert hat, wird gelobt – wer es etwas ruhiger angegangen ist, wird eingenordet. Die Spieler wissen das in aller Regel sehr zu schätzen.

FM18 Spielergespräch

Auch Spieler, die sich über die Trainingsbelastung beklagen, bekommen hin und wieder ihre Perspektive aufgezeigt: Entweder du trainierst härter oder es wird nicht reichen! Darüber werden sie nicht immer begeistert sein – aber der ehrliche Umgang kann einen Beitrag dazu leisten, sie zu professionelleren Spielern zu machen.

5.2 Spielpraxis

Entscheidend ist auf dem Platz – auch bei der Entwicklung von Nachwuchsspielern. Ohne Spielpraxis wird ein Spieler sein Potenzial nicht ausschöpfen – mit der richtigen Art von Spielpraxis hingegen kann die Entwicklung innerhalb von kürzester Zeit explodieren.

Bevor wir aber zur „richtigen Art von Spielpraxis“ kommen, sollte das Grundbedürfnis gestillt sein: Jeder Spieler sollte regelmäßig spielen – und seien es nur Freundschaftsspiele unter der Woche. Solange die Spielpraxis (engl. Match Sharpness) stets über 85% ist, wird die Entwicklung nicht gehemmt. Sorge also dafür, dass Jugendteam und zweite Mannschaft bei Bedarf Freundschaftsspiele ansetzen, wenn eine spielfreie Woche ansteht.

Sind die negativen Folgen von (fehlender) Spielpraxis ausgeschlossen, können wir uns mit den positiven befassen. Grundsätzlich gilt: Je höher das Niveau des Wettbewerbs, desto besser entwickeln sich Spieler. Die Wettbewerbsreputation verrät dir (getrennt nach Liga- und Pokalwettbewerben), wo der „beste“ Fußball gespielt wird:

FM18 Wettbewerbsreputation

Herrenfußball ist in der Regel förderlicher als Jugendfußball, internationale Wettbewerbe mehr als nationale (Top-Ligen ausgenommen). Das bedeutet gleichzeitig, dass Top-Talente, die nicht auf bestmöglichem Niveau spielen, ihr Potenzial oft nicht erreichen können. Ganz extrem merkt man das z.B. bei Spielern, die aus Afrika nach Europa wechseln und sich auf einmal viel besser entwickeln. Bei ihrem Heimatklub hätten sie aufgrund der Infrastruktur und des Wettbewerbsniveaus niemals ihr Talent ausschöpfen können.

Die Leistung zählt

Muss ein Spieler, um sich optimal zu entwickeln, also zwingend in der ersten Mannschaft spielen? Ja – aber erst, wenn er dazu bereit ist. Einen jungen Spieler zu überfordern, hilft seiner Entwicklung nicht. Je besser seine Leistungen sind, desto mehr profitiert er davon. Durch Kurzeinsätze oder als Vertretung von Verletzten kannst du Spieler, die in der Jugend bereits ein gewisses Niveau erreicht haben, an die erste Mannschaft heranführen. Ich achte dabei darauf, dass sie die auf ihrer Position zentralen Aufgaben zufriedenstellend erfüllen können. Ein junger Innenverteidiger z.B. muss nicht mit 17 Jahren das Aufbauspiel organisieren – aber er sollte körperlich bereits mithalten und Zweikämpfe führen können.

Bei kleineren Teams kann es sich lohnen, die Spieler frühzeitig ins kalte Wasser zu werfen. Durch die explosionsartige Entwicklung gewinnt man dadurch oft bereits nach einer halben Saison eine richtige Verstärkung für das Team.

Du wirst merken, wenn Spieler bereit für den nächsten Schritt sind – und dann solltest du ihnen auch Spielzeit auf höherem Niveau bieten. Wenn nicht in der ersten Mannschaft, dann in der zweiten (sofern sie am Ligabetrieb teilnimmt) – oder auswärts.

Ausleihen oder im Verein behalten?

Manchmal bietet es sich an, die Spieler auszuleihen und dadurch Spielpraxis auf höherem Niveau zu verschaffen. Doch ist das sinnvoll? Der Vorteil wird durch zwei mögliche Nachteile aufgewogen:

  1. Einrichtungen und Trainerstab sind beim Leihverein häufig schlechter als in deinem Klub;
  2. Du hast für die Zeit der Leihe keinen direkten Einfluss auf die Entwicklung des Spielers. Tutoring ist ebenso wenig möglich wie eine Umstellung des Trainingsplans.

Ungeachtet dessen können Leihen trotzdem die Entwicklung eines Spielers massiv befördern – wann ist welche Variante sinnvoll? Grundsätzlich muss eine Leihe bei mir vier Punkte erfüllen:

  1. Der aufnehmende Verein muss höherklassig spielen als die eigene zweite Mannschaft
  2. Der aufnehmende Verein muss gute Trainingseinrichtungen haben
  3. Der Spieler wird als Stamm- oder Schlüsselspieler eingeplant
  4. Der Spieler kann von der Leihe zurückbeordert werden

Der letzte Punkt ist besonders wichtig, wenn der Spieler anders als geplant doch keine Spielzeit bekommt. Das passiert manchmal, wenn der Trainer wechselt oder vor Ende des Transferfensters noch ein gestandener Spieler für die Position verpflichtet wurde.

FM18 Spieler ausleihen

In allen anderen Fällen bevorzuge ich die Spieler im Verein zu haben, da ich dann Einfluss auf die Entwicklung habe. Und wer weiß? Im Falle eine Verletzungsmisere kommt der Spieler vielleicht doch unverhofft zu Einsätzen in der ersten Mannschaft.

6. Fazit

Wenn du es bis hierher geschafft hast, weißt du alles über Jugendentwicklung im Football Manager 2018 und bist bereit, auf Basis der eigenen Akademie eine Dynastie zu gründen – so wie Barcelona es mit La Masia getan hat.

Je nach Ausgangslage kann der Aufbau einer leistungsfähigen Nachwuchsarbeit etliche Saisons in Anspruch nehmen. Solltest du zu den Trainern gehören, die ihren Klubs viele Jahre treu bleiben, zahlt sich der Aufwand jedoch aus: Trotz aller Investitionen in Infrastruktur und Personal erhältst du viele hochklassige Spieler, die nicht nur deine Mannschaft verstärken, sondern auch mit hohem Gewinn weiterverkauft werden können. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und freue mich auf dein Feedback:

Wie bildest du deine Spieler aus? Worauf achtest du besonders? Hast du Fragen oder Anmerkungen zum Guide? Ich freue mich auf deinen Kommentar :-)

10 Kommentare

  • wirklich ein super artikel tery.

    erklärt es wirklich super und leicht verständlich.

    mfg nameless

  • und so ganz nebenbei, besinnliche weihnachtstage an alle :-)

    mfg nameless :-)

  • Sehr guter Beitrag. Starte mit Bilbao gerade in meine 3.Saison und da könnte einiges sehr interessant für mich werden da ich ja nahezu verdonnert zum eigenen Nachwuchs bin. Mach weiter so 😉

  • Wie würdest du eigentlich den Teamcharakter „ehrgeizig“ bezeichnen? Spiele derzeit ja mit Bilbao und hab kaum professionelle Charaktere im Team. An Ehrgeiz mangelt es dennoch nicht. Deine Meinung würde mich sehr interessieren. lg

    • Ehrgeiz ist natürlich nicht verkehrt – gerade auf dem Platz. Für die Förderung von Jugendspielern hilft es jedoch nicht weiter, zumindest nicht in dem herausragenden Maße wie Professionalität.

      Unabhängig davon versuchen ehrgeizige Spieler auch gerne mal den Absprung zu einem größeren Klub zu schaffen – gerade bei Spielern, die noch nicht fertig entwickelt sind, kann das nerven.

      Insofern ein zweischneidiges Schwert.

      • Danke für deine Meinung. Leider ist es aufgeund der Baskenregelung nicht ganz einfach. Aber vielleicht gelingt ja der Umstieg auf professionell irgendwann ;)

      • Wie immer kleine Schritte. Ist ja auch nur ein Baustein – wichtiger als der Teamcharakter wäre es, für jeden Mannschaftsteil professionelle Tutoren zu haben.

  • Ja wie gesagt die liste der verfügbaren Spieler ist sehr klein, was es schwer macht professionelle Spieler hinzu zu gewinnen.

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