Was genau macht die Dynamik?

Dynamik Team Shape FM17

Die Dynamik (engl. Team Shape) ist im Football Manager wohl der Bestandteil einer Taktik, der nicht nur für Anfänger am schwierigsten zu fassen ist. Doch es gibt eine gute Nachricht: Man kann die richtige Dynamik für sein Team finden, ohne sich das Hirn zu verknoten. In diesem Beitrag stelle ich drei unterschiedliche Ansätze vor. Zusammen ergeben sie hoffentlich ein klareres Bild dieses taktischen Bausteins – in jedem Fall aber solltest du danach einen passenden Weg gefunden haben, die für dich passende auszuwählen. Folgendes habe ich im Angebot:

  • Dynamik für Taktiker
  • Dynamik für Pragmatiker
  • Dynamik für Rollenspieler

Für Taktiker: Team vs. Individuum

Es folgt die beste und gleichzeitig einfachste Erklärung der Dynamik, die mir bislang begegnet ist. Verfasst wurde sie im SI-Forum vom User Ö-zil to the Arsenal, der sich generell durch hochklassige taktische Beiträge hervortut. An dieser Stelle herzlichen Dank für die Erlaubnis, seine erhellende Erläuterung der Dynamik übersetzen zu dürfen:

Die Dynamik ist einer von drei Hauptfaktoren, welche im FM17 die individuelle Mentalität eines Spielers bestimmen. Es sind dies:

  • Team-Mentalität (= kollektive Mentalität/Strategie)
  • Spieler-Duty (= individuelle Aufgabe innerhalb der allgemeinen Strategie)
  • Dynamik

Die Dynamik nun legt fest, wie der Spieler die beiden anderen Faktoren gegeneinander gewichtet, d.h. ob er eher der eigenen Mentalität/Duty folgt oder derjenigen der Mannschaft:

  • strikt: der Spieler gewichtet seine Duty höher als die Team-Mentalität
  • flexibel: der Spieler gewichtet beides gleich
  • dynamisch: der Spieler stellt die Team-Mentalität über die eigene Duty
    (was die typische Kompaktheit bedingt)
Ein Beispiel:

Das Verhalten eines offensiven Mittelfeldspielers mit der Duty Angreifen in einem Team mit der Mentalität Defensiv – abhängig von der gewählten Dynamik:

Sehr strikt:

FM17 Dynamik Strikt

Der Spieler gewichtet seine individuelle Aufgabe (Angreifen) deutlich höher als die Team-Mentalität (Defensiv). Dadurch erhält er eine hohe individuelle Mentalität, obwohl das Team defensiv eingestellt ist.

Flexibel:

FM17 Dynamik Flexibel

Hier werden die defensive Ausrichtung des Teams und die persönliche Duty gleichwertig gewichtet, was dem Spieler eine ausgeglichene, neutrale Mentalität gibt.

Sehr dynamisch:

FM17 Dynamik Dynamisch

Hier wird die defensive Mentalität der Mannschaft deutlich höher gewichtet als die individuelle Aufgabe (Angreifen), wodurch der Spieler eine zurückhaltendere individuelle Mentalität erhält, obwohl er selbst auf Angreifen eingestellt ist.

 

Anwendung bei der Taktik-Erstellung im FM17

Im Folgenden eine mögliche Anwendung dieser Erkenntnisse beim Erstellen einer neuen Taktik:

  1. Wähle die naheliegenste Team-Mentälität für dein Vorhaben.
  2. Nutze Team-Anweisungen, um deine Strategie für Defensive, Aufbauspiel und Ofensive anzupassen.
  3. Wähle eine Formation, die eine passende defensive Struktur bietet und deine Strategie unterstützt.
  4. Vergib individuelle Dutys, um das Angriffspiel zu strukturieren.
  5. Wähle nun die Dynamik, um festzulegen, wie deine Spieler ihre Duty gegenüber der allgemeinen Mentalität gewichten.
  6. Wähle Spielerrollen und -anweisungen, um Laufwege und Spielmacher festzulegen.
Beispiel: Tiefstehende Konter-Taktik

In diesem Beispiel wollen wir nicht mit dem Gegner um den höheren Ballbesitz wetteifern. Stattdessen streben wir eine stabile, tiefstehende Defensive an, um den Gegner herauszulocken und ihn dann mit ein, zwei schnellen Spielern auszukontern.

  1. Team-Mentalität: Konter
    1. zurückhaltende Basis-Mentalität
    2. niedriger Defensiv-Block (Defensivlinie & wenig Pressing) und enge Formation
  2. Team-Anweisungen: Direktere Pässe und Pässe in die Tiefe
    1. beschleunigt das Aufbauspiel beim Umschalten auf Offensive
  3. Formation: 4-4-2
    1. zwei solide Viererketten in der Defensive
    2. zwei Spieler in vorderster Linie, über die Konter laufen können
  4. Dutys:FM17 Konter-Taktik
    1. zentrale Mittelfeldspieler mit Verteidigen-Duty sorgen für ein massives Bollwerk und schirmen die Verteidigung ab
    2. Außenverteidiger, rechter Außenspieler und ein Stürmer unterstützen
    3. Linker Flügelspieler und ein Stürmer mit Angreifen-Duty
  5. Dynamik: Strukturiert
    1. Stürmer und Flügelspieler auf Angreifen bevorzugen dadurch ihre Duty gegenüber der Team-Mentalität. Dadurch sind sie diejenigen Spieler, über welche unsere Konter bevorzugt laufen werden.FM17 Dynamik Strikt
    2. Außenverteidiger, rechter Außenspieler und der zweite Stürmer bieten ihnen Unterstützung an
    3. Die Dynamik hat hingegen wenig Auswirkung auf das zentrale Mittelfeld, da die individuelle Aufgabe (Verteidigen) nah an der Team-Mentalität ist
  6. Spielerrollen und -anweisungen: wie im Screenshot oben, dazu soll der Torwart den Ball schnell auf die linke Seite spielen

 

Wir haben nun zwei stabile Viererketten, wobei der linke Flügelspieler und der Stoßstürmer (AF) für schnelle Konter sorgen – dabei werden sie von den Außenspielern unterstützt.

An diesem Punkt würde ich dann ein Spiel anschauen.

Der Beitrag von Ö-zil to the Arsenal „What is Team Shape?“ (engl.), der hier übersetzt wurde, erschien zuerst im SI Forum

Wenn man die Dynamik aus dieser Perspektive betrachtet, erscheint sie plötzlich ziemlich logisch (fast transparent) und lässt sich leicht mit dem echten Fußball verknüpfen. Darüber hinaus sind ihre Auswirkungen – aus meiner Perspektive – endlich konkret greifbar und lassen eine viel qualifiziertere Auswahl dieser Einstellung zu. Wie denkst du darüber?

 

Für Pragmatiker: Spezialist oder Generalist?

Spezialisten FM15

Wer soll es sein? Der Spezialist oder der Mann für alle Fälle?

In einem Fußballspiel gibt es verschiedene Aufgaben zu bewältigen: Man muss den Ball erobern, den Gegner stören, den Ball in den eigenen Reihen halten, attackieren und Tore schießen. Wer für welche und wie viele dieser Aufgaben verantwortlich ist, bestimmt die Dynamik.

Eine sehr strikte Herangehensweise verteilt diese Aufgaben so über die Mannschaft, dass jeder Spieler genau eine dieser Aufgaben zu bewältigen hat. Die Verteidiger sollen den Ball erobern, das defensive Mittelfeld stört den Gegner, der Spielmacher übernimmt das Aufbauspiel, die Flügel attackieren und die Torjäger sehen zu, dass sie den Ball am Ende im Netz unterbringen.

Demgegenüber steht die sehr fluide Dynamik, bei der alle Spieler zu jeder Aufgabe etwas beitragen: d.h. der Abwehrspieler darf (und soll) sehr wohl auch den öffnenden Pass spielen, der Außenverteidiger den Gegner attackieren und der Torjäger Bälle zurückerobern. Natürlich werden abhängig von der Position manche Aufgaben öfter oder weniger oft anfallen – grundsätzlich sind diese aber breit über die Mannschaft verteilt.

Folglich benötigt die erste Herangehensweise viele Spezialisten, die ihren Bereich perfekt ausfüllen können („Fachidioten“), während die zweite eher Generalisten benötigt („Kann alles ein bisschen, aber nix richtig.“), die auch mit komplexen Aufgabenstellungen klar kommen und sich in verschiedenen Bereichen des Spiels wohlfühlen.

Diese Interpretation von Philosophie und die Kopplung an Spielerrollen geht auf wwfans „How To Play FM – A Twelve Step Guide“ (engl.) zurück. Dieser liegt auch in einer deutschen Übersetzung von Aachen4ever im Meistertrainerforum vor. Lesenswert ist auch der Kommentar von The Hand of God dazu.

Doch was ist im Football Manager jetzt ein Spezialist? Dankenswerterweise legen sowohl wwfan als auch The Hand of God (siehe den Guide „Die Spielerrollen“) eine Einteilung vor. Letztere kannst du auch im Überblick über die Spielerrollen im Kompendium finden. Folgende Faustregel von wwfan verrät, welche Dynamik wie viele Spezialisten benötigt/verträgt:

  • sehr strikt: 4–5 Spezialisten
  • strikt: 3–4 Spezialisten
  • flexibel: 2–3 Spezialisten
  • dynamisch: 1–2 Spezialisten
  • sehr dynamisch: 0–1 Spezialisten

Abschließender Hinweis: Die Spezialisten-Theorie genoss und genießt in der Community eine breite Anerkennung, weil sie einen pragmatischen Umgang mit der Philosophie eröffnet hat. Das bedeutet aber bei weitem nicht, dass ein System der „falschen“ Anzahl an Spezialisten zum Scheitern verurteilt ist.

Ich persönlich richte mich mittlerweile kaum mehr danach. Will eine Taktik partout nicht zünden, ist dies dennoch ein guter Ansatzpunkt, um die vergebenen Spielerrollen zu überdenken.

Für Rollenspieler: Welche Fußballschule vertrittst du?

Philosophie FM15 - Welche Fußballschule?

Einmal Pep sein … oder doch lieber Quälix?

Knorrige Schleifer der alten Schule, eloquente Männer von Welt, detailversessene Pendanten – der Fußball hat schon die unterschiedlichsten Typen an der Seitenlinie gesehen. Auch im Football Manager kann man seinen eigenen Charakter ins Leben rufen. Neben der Art des Umgangs mit Presse und Spielern gibt es auch ein taktisches Werkzeug für die eigene Identität: die Philosophie (oder Dynamik, wie sie inzwischen übersetzt wird).

Im Grunde kann man in zwei extreme Fußballschulen unterteilen (mit ein paar Abstufungen dazwischen): Die eine – rigide – steht für stark strukturierte Systeme, die so präzise sind wie ein Schweizer Uhrwerk. Jeder Spieler kennt genauestens seine eigene Aufgabe und muss sich einzig auf deren Umsetzung konzentrieren. Dementsprechend sind Spezialisten gefragt: der knochenharte Verteidiger muss nichts mit dem Ball anfangen können, solange er auch eine Kiste Bier aus dem Strafraum köpft. Für das Angriffsspiel sind andere zuständig: der vor Kreativität sprühende Spielmacher zum Beispiel, der den eiskalten Torjäger in Szene setzt. Auf sie ist dieses System zugeschnitten.

Die andere – fluide – Fußballschule heißt voetbal total: Das Spiel ist im Fluss und jeder hat Teil daran. Fußball ist unberechenbar, deshalb sollen die Spieler ihre eigenen Entscheidungen treffen können. Und sie müssen sich in jeder Situation und Spielphase wohlfühlen. Das erfordert komplette Spieler: der Torwart ist der erste Angreifer und der Stürmer der erste Verteidiger – elf Spielmacher sollt ihr sein.

Welcher Fußballschule gehörst du an? Gibst du deinen Spielern einen präzisen Plan vor, der exakt befolgt werden soll? Oder lässt du sie auf dem Platz ihre eigenen Entscheidungen treffen? Oder gehst du einen Mittelweg?

 

Fazit/tldr;

Die Dynamik legt fest, wie Spieler ihre Duty und die Team-Mentalität gegeneinander gewichten. Dadurch entscheidet sie über die individuellen Mentalitäten auf dem Feld – und damit darüber, wie die Mannschaft organisiert ist.

 

Weitere Lektüre: Falls dir das nicht reicht und du dir die Überdosis geben willst, lies dir The Mentality Ladder – A Practical Framework For Understanding Fluidity and Duty (engl.) durch. Kann man alles wissen, will man aber vielleicht nicht. Oder man investiert seinen Hirnschmalz in ein Studium der Astrophysik.

 

Ich hoffe, dieser Artikel konnte ein wenig Licht ins Dynamik-Dunkel bringen. Lass doch einen Kommentar da, wenn du weitergehende Fragen hast oder deine Herangehensweise in diesem Bereich mitteilen möchtest. Ich bin gespannt! :)

24 Kommentare

  • Wieder einmal ein richtig guter Artikel. Eine Sache, die mir, gerade jetzt, wo ich einen Save in einer unteren Liga angefangen habe, auffällt – wenn dein Spielermaterial „eher so mittel“ ist, macht es dann Sinn, eine deutlich striktere Dynamik zu wählen, weil die Spieler ja eher auf ihre eine Rolle/Position beschränkt sind? Jedenfalls ist das mein Eindruck, nachdem ich mit einer fluideren Dynamik fürchterlich auf den Sack bekommen habe. :D

  • Ja, deine Beobachtung teile ich.

    Ich spiele momentan mit dem RC Strasbourg mit vielen Teenagern (gute Jugendarbeit, wenig Geld) – die haben naturgemäß noch nicht die besten Entscheidungswerte. In der Liga sind wir diesbezüglich letzter. Da spiele ich sehr strukturiert, sodass sich jeder auf seine eigene Sache konzentrieren kann und nicht viel nachdenken muss.

    Dasselbe habe ich auch gemacht, wenn ich einen großen Umbruch im Kader hatte und die Spieler sich noch nicht so gut kannten.

    Ich habe bei vielen Leuten auch gelesen, dass sie in unteren Ligen grundsätzlich strukturiert spielen lassen – ich würde da zwar erstmal die mentalen Werte und den Ligavergleich betrachten, aber grundsätzlich finde ich das plausibel. (Zumal man ja hin und wieder einen Überflieger oder Altstar hat, der dann in einem solchen System als Spezialist auch voll zur Geltung kommt.)

  • Hi Tery!
    Schön, dass dieser Part so ziemlich genau in die Richtung ging, die ich mir erhofft hatte :) Ich kannte sowohl den Rollenspieler-Ansatz als auch den Pragmatiker-Ansatz, jedoch beide nicht perfekt und wusste auch bisher nicht, dass die beiden zum gewünschten Ergebnis führen können. Zuvor dachte ich, ein Ansatz von beiden ist „richtig.“
    Normalerweise bin ich ja doch eher ein Fan der rigiden Spielweise. Sprich: Nach der Taktikstunde hat jede Woche ein anderer Spieler Tafeldienst und nicht wer zufällig gerade Zeit oder Lust hat :D
    Momentan versuche ich aber, da ich ein extrem hohes Pressing betreiben will, (freue mich da auch schon auf deinen Guide ;)) eine fluide Philosophie zu etablieren. Allerdings habe ich mir meinen Kader ziemlich frei zusammenstellen können, muss 8 Neuzugänge etablieren und bin zudem nur Semi-Professionell unterwegs – vermutlich läuft es wieder auf ein rigides System hinaus, das am Ende in die andere Richtung korrigiert wird.
    Das ist so in etwa meine erste Taktik, die ich wirklich akribisch mit Notizheft und auch mit Blick auf deinen Blog erstellt habe und es würde mich freuen, wenn du irgendwann mal einen Blick darauf werfen könntest :)

    Grüße & mach so weiter!
    Bayernfahne

  • Hi Thomas,
    acht Neuzugänge und semi-professionell klingt wirklich nicht nach einem fluiden System. Aber das kommt dir ja entgegen – wer soll sonst die Tafel abwischen? ;-)

    Bin gespannt, was du gebastelt hast (und freue mich, dass der Blog hilfreich ist)!

    Tery

    P.S. Der Pressing-Artikel muss noch bebildert werden, was erfahrungsgemäß eine ganze Weile dauert. Ich bitte um Geduld :)

  • Moin,
    mal unabhängig davon was ich persönlich gerne möchte, macht es nicht Sinn sich nach dem verfügbaren Spielermaterial zu richten? Also zuerst mal schauen welche Rollen meine Spieler am Besten können. Habe ich viele Speziallistenrollen spricht das eher für rigid, habe ich viele Generalisten spricht das eher für fliud. Was von den Fähigkeiten ist wichtig? Entscheidungen leuchtet mir ein und wurde ja auch genannt. Technik? Bin ich technisch stark kann ich überall glänzen. Was noch?

    Ein guter Guide, auch wenn mir das meiste schon bekannt war. Die Spielerrollen werde ich aber mal mit meiner aktuellen Taktik und Ausrichtung abgleichen.

    VG
    Volker

  • Hallo Volker,

    sicher macht es Sinn zu schauen, was die Spieler hergeben, aber man kann ja auch – gerade wenn man das Rollenspiel betont – mal mit dem Kopf durch die Wand. Oder es als Herausforderung sehen, den eindimensionalen Holzfüßen variables Positionsspiel beizubringen. ;-)

    Über Attribute habe ich mir noch nicht so viele Gedanken gemacht, da die Philosophie erstmal außerhalb der Spielweise steht. Man kann ja z.B. auch sehr fluide mauern oder ein sehr strukturiertes Offensivfeuerwerk abbrennen.

    Da die Anforderungen in fluiden Systemen jedoch höher sind (mehrere Aufgaben zur Auswahl plus Reaktion auf Aktionen der Mitspieler, für die dasselbe gilt), bin ich mir bei Entscheidungen ziemlich sicher. Vielleicht würde ich noch Antizipation dazunehmen (was ohnehin mein Lieblingsattribut ist).

    Ansonsten sehe ich es eher so, dass die Attribute bei fluider Philosophie vielleicht breiter verteilt sein sollten. Also statt des Innenverteidigers mit 20 Tackling und 5 Übersicht, der im strukturierten System perfekt wäre, würde ich eher den mit 15 und 11 nehmen.

    Was denkst du?

    Grüße Tery

  • Hätte da noch eine Anmerkung / Frage:
    Spielt nicht auch die Formation eine Rolle für die Wahl der Fluidität?
    Meines Erachtens / Erfahrung nach sollte man bei einer flachen Formation eher dynamisch spielen, damit Bewegung in die Ketten kommt.
    Darüber hinaus kann ich mit der Fluidität indirekt auch die Höhe des Stürmers definieren, bzw. wie stark er sich fallen lässt oder defensiv mitarbeitet. Das ist zwar eigentlich nicht so gedacht, aber wenn ich das Spielermaterial sowohl für Spezialisten und Universalrollen habe, kann man durchaus mal damit spielen.

    • Hatte das mit der Formation auch so gehandhabt, bin mittlerweile aber davon abgekommen. Die Philosophie berücksichtigt ja auch die Duty der Spieler – von daher erzeugt das auch schon mehrere Ebenen, von den Bewegungen der Rollen (DLP lässt sich fallen, CMa geht nach vorne) ganz zu schweigen. Es mag aber trotzdem was dran sein, ich muss das im Detail noch mal beobachten.
      Zur Höhe des Stürmers bzw der vertikalen Ausdehnung der Mannschaft stehen in Lines & Diamonds (sisportscentre.com) detailliertere Informationen. Muss dieses epische Werk noch fertig lesen, vielleicht kommt dann hier nochmal was dazu. Aber da kann man sich drin verlieren ;)

  • In den Beitrag habe ich auch schon mal rein geschaut. Ist halt echt ein dickere Wälzer ; -)

    Bei den wichtigen Attributen würde mir fpro dynamisch noch „spiel ohne Ball“ einfallen.

    • Ja, das könnte passen. Wobei ich das vielleicht mehr auf die Mentalität/Spielanlage ummünzen würde. In einem defensiven System dürfte es nicht so wichtig sein, wenn die Räume beim Konter ohnehin weit offen sind.

      Wohingegen in einem strukturierten Ballbesitzsystem „ohne Ball“ breit verteilt sein sollte in der Mannscht, wenn man den Gegner knacken will.

  • Hallo Tery,
    zunächst mal Glückwunsch zu einem weiteren äußerst gelungenen Blog.

    Bzgl. der Spielphilosophien bzw. der Dynamik (so ist jedenfalls noch im 14er die Übersetzung) hätte ich mal eine Frage, die gerne auch von jedem anderen beantwortet werden kann:
    Was denkst du bzw. was denkt ihr, unabhänig von den Spezialisten, spielt der FC Bayern im realen Leben?

    Zur Erklärung:
    Ich versuche das etwas nachzubauen (mir ist bewusst, dass dies niemals 100 Prozent gelingen wird) und daher diese beiden Punkte (Dynamik & Anzahl an Spezialisten) voneinander zu trennen und dennoch erolfgreich zu sein.
    Das gelingt noch nicht so ganz, spiele allerdings auch erst die erste Saison.

    Vielen Dank & viel Erfolg auch weiterhin mit deinen Blogs, die ich ziemlich gern lese.

    LG AL17

    • Hi AL17,
      danke für die freundlichen Worte :-)

      Über die Philosophie/Dynamik der Bayern hatte ich neulich erst eine (ergebnislose, aber interessante) Diskussion. Ich würde stark für ‘sehr fluide’ plädieren – aus zwei Gründen:

      A – In Guardiolas Positionsspiel müssen abhängig von der Ballposition und den Mitspielern genau definierte Linien besetzt werden. Das erfordert, dass die gesamte Mannschaft in Bewegung ist und aktiv am Spiel teilnimmt.

      B – Der Spielaufbau liegt nicht alleine bei einem DLP/REG wie Alonso, sondern ist auf viele/alle Schultern verteilt. Das fängt bei Neuer an, geht über Jerome “Laserpass” Boateng, Badstuber, die Außen und Sechser bis zu den Achtern, die sich situativ fallen lassen. Dementsprechend ist das Aufbauspiel eine kollektive Sache.

      Spezialisten kommen eher als Systemspezialisten (Halfback, Falsche Neun, …) vor denn als zentrale Figuren. Ausnahme ist vielleicht Thiago, aber das mag eher daran liegen, dass er vom Typ her (Nadelspieler?) der perfekte Mann für das System ist.

      Ich hoffe, die Antwort hilft weiter – und freue mich auf andere Einschätzungen!

      Tery

      • Ein weiterer Grund wäre natürlich die Zuordnung zur Schule „voetbal total“, der Guardiola angehört und die Johann Cruyff in Barcelona installiert hat.

  • Als Zusatz noch eins:
    Meiner Meinung nach würde eine sehr fluide Philosophie eher mehr Spezis benötigen, als eine sehr strikte.

    Wieso?
    Der Torhüter soll der erste Angreifer sein, ergo „Mitspielender Torwart“ ->0,5
    Der Abwehrspieler soll den öffenenden Pass spiele, ergo „Ballspielender Verteidiger“ -> 0,5

    So hat man bereits 1,0 auf der Habenseite, jedoch würde noch viele weitere folgen, denke ich.

    • Zum Zusatz:

      Jein. Durch die fluide Philosophie geschieht das automatisch, da die Spieler eine höhere kreative Freiheit erhalten. Die Rolle vergrößert dadurch ihr Spektrum.

      Spezialisten fallen in strikten Systemen so auf, weil sie mit ihrer Kreativität dafür da sind, den Unterschied auszumachen – während alle anderen strikten Mustern folgen. Wenn das im fluiden System aufgelöst ist, verwischt der Übergang. Übertrieben gesprochen ist es dann egal ob du mit einem CMs oder einem APs im zentralen Mittelfeld spielst.

  • vonreichsmueller

    Super Sache. Habe ich das dann mit den Rollen richtig verstanden, das ich die Werte der Spielerrollen ob sie Spezialisten sind oder nicht, einfach zusammen zähle (Bsp. Mtw 0 + Zsm 1 + Ev -1 = 0) und dann, weil ja 0 raus kommt, meine Dynamik auf very fluid stellen sollte. Ist das richtig so?

  • Habe mir in den letzten Tagen mal „Lines and Diamonds“ und „The Mentality Ladder“ gegeben(Danke für den Hinweis auf den ersten Guide, Terry). Beides musste ich mir mehrmals durchlesen, da man dort mit Informationen und Erklärungen wirklich zugeschmissen wird und ich erstmal „filtern“ musste, welche Informationen/Ratschläge für mich wichtig sind. Das wollte ich erstmal vorweg sagen.

    Zu diesem Guide bzw den Kommentaren hier: Meine Erfahrung ist, dass die Philosophie alleine einer Taktik weder zum Verhängnis wird, noch ihr zum Durchbruch verhilft. Deshalb finde ich die Frage „Wie viele Spezialisten bei welcher Philosophie?“ etwas überbewertet. Eine Herangehensweise, die ich in einem Save gerade verfolge, ist die, dass ich die Spielerrollen dazu benutze, um bestimmte Stärken einzelner Spieler hervor zu heben und die Philosophie lediglich dazu benutze, wie sich die Mannschaft insgesamt verhält. Was dazu führt, dass ich „sehr dynamisch“ bin, aber trotzdem 4 Spezialisten in meiner Mannschaft habe. Benutze ich eine andere Philosophie oder verzichte auf eine oder mehrere Rollen, spielt mein Team schon wieder nicht mehr so, wie ich mir das vorstelle.
    Damit will ich die Guides zum Thema „Philosophie“ natürlich NICHT für unwichtig oder falsch oder sonstwas erklären, sondern nur darauf hinweisen, dass man die Frage nach der Philosophie auch nicht zu hoch hängen sollte.

    (Sorry für den längeren Post)

    • Kein Grund sich zu entschuldigen, v.a. da der Beitrag was wichtiges unterstreicht. Der Satz „Die Philosophie alleine wird weder einer Taktik zum Verhängnis, noch verhilft sie ihr zum Durchbruch“ könnte einer meiner Lieblingszitate zum FM werden.
      Ich selbst richte mich auch nicht an die Anzahl der Spezialisten pro Philosophie, allerdings war es in bestimmten Fällen hilfreich. Hier ist aber wahrscheinlich entscheidender, wie die Rollen zueinander passen als in welche Kategorie sie fallen. Für die Rollen gilt meines Erachtens das Gegenteil zu deinem Satz: mit ihnen steht und fällt eine Taktik.

      Was man ebenfalls beachten sollte in der Diskussion um die Bedeutung der Philosophie (du hast das auch erwähnt): der Unterschied „Taktik funktioniert“ und „das Team spielt, so wie ich es will“. Für ersteres ist die Philosophie weniger entscheidend als für zweiteres. Das ist auch der Grund, wieso man selbst mit dem (taktisch gesehen) oberflächlichen Rollenspiel-Ansatz gut fährt.

      Danke für deinen Kommentar!

      • Den Satz mit der Philosophie hab ich in einem Guide mal gelesen. Ich glaube, der stammt von wwfan, bin mir aber nicht sicher – mag mich nicht mit femden Federn schmücken ;) Jetzt hast du mir aber ebenfalls einen neuen Denkansatz gegeben, der mir so auch bisher nicht klar war: „der Unterschied „Taktik funktioniert“ und „das Team spielt, so wie ich es will“. Bisher war das für mich ein und das selbe, was es aber bei genauerer Betrachtung definitiv nicht ist.

  • Pingback: Video Guide: Der Weg zur eigenen Taktik – Part 3 – Mentalität, Dynamik und Instruktionen | Der FM - Taktiktisch

  • Pingback: Video Guide - Part 3 - Mentalität, Dynamik und Instruktionen - Der Taktiktisch

  • Ich wollte mal fragen wie ich die Formation, Mentalität, Dynamik, Teamanweisung und die Standardsituation meinem Co-Trainer übergeben kann? Außerdem gibt es bei der Formationseinstellung, die Möglichkeit Aufgaben und Rollen automatisch einzustellen, ist bei mir aber ausgegraut?

    Ich möchte mich also hauptsächlich um die Aufgaben eines Sportdirektors kümmern und weniger die eines Trainers.

    • Meines Wissens musst du den Taktik-Teil selbst übernehmen. Das gehört wohl zu den unverhandelbaren Aufgaben eines Teammanagers, fürchte ich. Du musst es ja nicht überkompliziert machen – irgendwo gab es im SI-Forum einen Thread, wo ein User auch keine große Affinität zum taktischen Gedöns hatte und dann (erfolgreich) den Beweis angetreten ist, dass man auch mit sehr rudimentären Mitteln und ohne viel Getüftel erfolgreich sein kann. Leider finde ich ihne gerade nicht wieder.
      Im Zweifelsfall lade dir einfach eine Taktik runter und lass den Co-Trainer die Aufstellung machen. :-)

      Grüße Tery

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