Pressing im Football Manager

Pressing im FM

Ihr wollt einen Guide zum Pressing im FM – ihr bekommt einen Guide zum Pressing im FM. Damit habt ihr mich allerdings in eine ziemliche Zwickmühle gebracht, weil ich dieses Thema für sehr schwierig halte. Aber gut – ich gebe mein bestes. Immerhin gibt es wenig befriedigerendes, als wenn der unter Druck gesetzte Gegner den Ball panisch vom Mittelkreis ins eigene Toraus drischt …

Falls du mal einen Blick in die einschlägigen Taktikblogs wie Spielverlagerung.de geworfen hast, sind dir vielleicht schon die folgenden Begriffe über den Weg gelaufen: Gegenpressing, Mittelfeldpressing, Angriffspressing, leitendes Pressing, Rückwärtspressing, falsches Pressing, Pressingfalle, Pressingresistenz, Deckungsschatten … Unabhängig davon, ob dir diese Schlagworte etwas sagen oder nicht: Pressing ist offensichtlich nicht gleich Pressing. Das macht es schwierig, dieses Thema umfassend zu bearbeiten – vor allem in Sachen Football Manager. Dieser bietet (bislang) nur wenige Möglichkeiten Pressing in seinen vielen Facetten umzusetzen.

Das liegt aus meiner Sicht daran, dass Pressing im Football Manager individuell angelegt ist (Spötter aus dem Off: „Was erwartet man auch von einem englischen Produkt?“), während es gemeinhin als kollektive Angelegenheit verstanden wird. In diesem Beitrag möchte ich zunächst mein Pressingsystem vorstellen. Auch wenn es nur eine Möglichkeit unter vielen ist, hoffe ich, dass ein paar Grundgedanken klar werden. Im zweiten Teil will ich kurz (und theoretisch) Möglichkeiten anreißen, wie man auch andere Formen von Pressing umsetzen könnte. Konjunktiv.

Teil 1: Kollektives Pressing im Football Manager

Bei Benfica habe ich lange nach einer stabilen Taktik gesucht und bin immer wieder gescheitert. Aus Frust habe ich dann auf ein einfaches 4-4-2 umgestellt – ohne viele Anweisungen. Das war okay, aber mehr nicht und vor allem fern von einer eigenen Identität. Urplötzlich ist mir eingefallen, dass das 4-4-2 oft die Defensivformation ist, in der gepresst wird. Dieser kleine Einfall reichte aus, um mich auf den richtigen Weg zu bringen: ein Pressingsystem, das von da an entworfen und verfeinert wurde und zum Kennzeichen Benfica Lissabons unter meiner Führung wurde.

Grundsätzliches

Pressing ist eine Art gegen den Ball zu arbeiten, bei der Zeit und Raum um den Ballführenden massiv verknappt werden. So werden Ballverluste – Fehlpässe oder leicht zu verteidigende Befreiungsschläge – provoziert.

Das setzt mehrere Dinge voraus:

  1. viele Spieler in Ballnähe
  2. kollektive Zusammenarbeit
  3. hart arbeitende Spieler
  4. Aktivität in allen Phasen

Ich werde nacheinander meine Einstellungen zeigen und erläutern, warum ich sie gewählt habe und was sie bewirken (sollen).

Die Philosophie

Die Philosophie (Dynamik) soll dafür sorgen, dass die Verantwortung für eine bestimmte Spielsituation breit über die Mannschaft verteilt ist und somit alle Spieler jederzeit zusammenarbeiten. Deshalb gibt es nur eine Wahl: sehr flexibel.

Die Mannschaft ist vertikal sehr kompakt und bewegt sich so als ein geschlossener Block. Jeder Spieler macht dem Gegner das Leben schwer – durch Zweikampf, Mann- oder Raumdeckung, abhängig von der Situation. Entstehende Räume dürfen (und sollen) von jedem Mitglied der Mannschaft bespielt oder besetzt werden. Kurzum: Die Philosophie sorgt dafür, dass unsere Mannschaft kollektiv zusammenarbeitet. Punkt 2 abgehakt.

Da der Verteidiger außerdem auch nach abgeschlossener Klärung und der Stürmer auch bei Ball weit in unserer Hälfte noch Aufgaben abzuarbeiten hat, sind immer alle elf Spieler aktiv am Spiel beteiligt. Punkt 4 ist von Seiten der Taktik also auch gewährleistet.

Die Mentalität

Die Wahl der Mentalität ist nicht viel komplizierter. Wir brauchen Spieler in des Gegners Hälfte, wenn wir ihm die Luft abschnüren wollen. Also haben wir die Wahl zwischen Angriff und Kontrolle. Ich habe mich für letzteres entschieden. Das hat keinen speziellen Grund, außer vielleicht dass ich gerne einen offenen Schlagabtausch vermeiden will. Kontrolle lässt mich etwas besser gegen Konter gewappnet sein. Punkt 1 erledigt.

Behalten wir das trotzdem mal im Hinterkopf – die Entscheidung ist nicht endgültig. Falls du eher auf Roger-Schmidt-Pressing aus bist, ist Angriff die bessere Wahl. Ich mag es fürs erste aber nicht ganz so wild.

Weitere Lektüre: Die englische Seite Passion4FM hat in einer ausführlichen Reihe Leverkusen unter Roger Schmidt analysiert und im Football Manager 2015 nachgebaut.

Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Man kann auch mit anderen Mentalitäten Pressing spielen. Das wird dann dementsprechend in anderen Zonen stattfinden.

Die Teamanweisungen

Zusätzlich zur Mentalität, die bereits meine Spieler weiter vorne angreifen lässt, beordere ich die Abwehrlinie per Anweisung noch weiter nach vorne. Das reduziert Raum und Zeit für den Gegner weiter. Da ich die Mentalität Kontrolle gewählt habe, nehme ich hier die höchste Einstellung viel höhere Defensivlinie (Much Higher Defensive Line) – auf Angriff hätte mir weiter aufrücken gereicht.
Im Spiel halte ich immer ein Auge auf die Abwehrreihe – deren Höhe ist ein gutes Mittel den Raum zu kontrollieren. Abhängig vom Gegner kann man die Verteidiger auch mal zehn Meter in deren Hälfte schieben; in anderen Fällen muss man sie weiter zurückfallen lassen, wenn man nicht in einen Konter nach dem anderen laufen will.

In jedem Fall steht im Tor ein mitspielender Keeper – die gegnerischen Stürmer sollten bei Bällen hinter die Abwehr Konkurrenz zu fürchten haben!

Um aus dem System ein Pressingsystem zu machen ist die Anweisung viel mehr Pressing natürlich unerlässlich (und selbsterklärend). Auch hier wähle ich aufgrund der geringeren Mentalität die extremere Anweisung.

Enger decken sorgt dafür, dass die Spieler immer am Mann sind und so jederzeit Zugriff haben. Mit im Duell auf den Beinen bleiben (Stay On Feet) stellen wir sicher, dass die Spieler nur in Zweikämpfe mit hoher Erfolgsaussicht gehen. Das reduziert die Kartenflut und verhindert zudem, dass Spieler sich nach einer verfrühten Grätsche in den freien Raum ausgetanzt auf dem Boden wiederfinden.

Das Gegenteil, mehr in die Zweikämpfe gehen, habe ich trotzdem im Reportoire. Bei großzügigen Schiedsrichtern, nassem Rasen, wenig mutigen Gegnern kann man ruhig mal härter einsteigen. Auch wenn man das Gefühl hat, gar nicht in die Zweikämpfe zu kommen, kann eine Verschärfung der Gangart hilfreich sein.

Enger stehen (Sit Narrower) sorgt für einen kompakten Block in der Horizontalen, sodass immer alle Spieler in unmittelbarer Nähe des Balles sind. Den offenen Raum auf der ballfernen Seite nehme ich gerne in Kauf. Sollte ich im Spiel jedoch feststellen, dass ein Gegner sich über Seitenwechsel zu leicht befreien kann, nehme ich die Anweisung heraus. Für den Fall, dass der Gegner seinerseits sich hinten einigelt und wir Räume schaffen müssen, werden wir das Spiel breit machen.

Die anderen Anweisungen definieren vor allem das Angriffsspiel und können sich je nach Herangehensweise oder Spielertypen unterscheiden.

Spielermaterial

Ich will an diesem Punkt nicht zu sehr ins Detail gehen. Dennoch soll der Hinweis nicht fehlen, dass eine Spielweise immer nach bestimmten Spielern verlangt. Je extremer, desto deutlicher. In diesem Fall (um auch Punkt 3 zu erfüllen) sollten die Spieler hohe Werte in Teamwork und Einsatzfreude mitbringen – immerhin sollen sie als Einheit arbeiten und müssen hohen Aufwand betreiben. Wer sich da nach kurzer Zeit ausklinkt, eröffnet dem Gegner Räume und Möglichkeiten dem Druck zu entgehen.

Andere mentale Attribute, auf die zu achten ist, wären Zielstrebigkeit, Mut, Entscheidungen und Antizipation. Die Spieler müssen wollen, sollten nicht vor Zweikämpfen zurückschrecken und immer in der Lage sein, unter Berücksichtigung der Aktionen des Gegners und der Mitspieler das richtige zu tun. Zur Erinnerung: Wir spielen sehr flexibel, d.h. die Anforderungen diesbezüglich sind sehr hoch. Eine gute Grundausstattung an Aggressivität sollte auch nicht schaden.

Technisch und physisch verlangt das System nach guten Werten in den Attributen  Zweikampf, Deckung, Antritt und Ausdauer. Antritt ist hilfreich um den Gegner schnell unter Druck zu setzen und tote Bälle zuerst zu erreichen. Damit die Spieler die intensive Arbeit möglichst lange mitmachen, ist Ausdauer eine gern gesehene Stärke.

So in etwa sieht das Anforderungsprofil aus. In der Praxis wird man selten elf perfekte Spieler bekommen, aber es sind auch nicht alle Attribute auf jeder Position gleich bedeutend – dementsprechend kann man Prioritäten setzen.

Ein Beispiel: Mein Mittelfeld-Duo

Da ich das System mit einem flachen 4-4-2 entwickelt habe, müssen vor allem die beiden zentralen Mittelfeldspieler so komplett wie möglich sein: gut im Zweikampf, sicher am Ball und dazu körperlich in der Lage viel Raum abzudecken.

Mit Albin Ekdal und Gaston Gil Romero hatte ich bei Benfica das – für mein System und meine Ansprüche – perfekte Duo. Obwohl der eine CMd und der andere APs spielt, könnten sie die Rolle auch einfach tauschen. Die beiden sind ein gutes Beispiel dafür, worum es in fluiden Systemen geht: es gibt nicht einen Brecher und einen Kreativen – stattdessen kommen beide absolut klar, wenn sowohl das eine als auch das andere von ihnen verlangt wird.

Ekdal und Gil Romero sind das, was man wohl komplette Fußballer nennt.

Ekdal und Gil Romero sind das, was man wohl komplette Fußballer nennt.

Erobern sie einen Ball, müssen sie nicht erst den Spielmacher suchen – sie können selbst einen sauberen Pass nach vorne spielen. Ebenso benötigt auch der (nominell) kreativere der beiden keine Absicherung – er steht auch in Defensivzweikämpfen seinen Mann. Was Gil Romeros mangelnden Mut betrifft, würde man sich in einem Pressingsystem vielleicht jemand anderes wünschen – er hat mir bislang aber keinen Grund gegeben an ihm zu zweifeln. (Nunja, bis er bei Arsenal von Joao verdrängt wurde.)

Die Wahrheit liegt auf dem Platz

Genug der Theorie! Hier sind ein paar Spielszenen, die zeigen, wie das dann auf dem Platz aussieht:

Zurückdrängen des Gegners

Ein aggressives Pressing stellt dem Gegner große Anforderungen an Nervenstärke, Entscheidungsfindung und technische Präzision. Dass der Versuch, dem Druck auszuweichen, dabei oft nur noch größeren Druck nach sich zieht, zeigt folgendes Beispiel:

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Überzahl in Ballnähe

Spieler, die Situationen schnell erfassen und die richtige Entscheidung treffen, helfen sowohl bei der Balleroberung als auch beim Einleiten des Gegenangriffs. Trotz guter Ausgangssituation wendet sich hier das Blatt dank geistesgegenwärtiger Akteure:

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Klare Zuordnungen

Bisweilen ist es schwer, diese klaren Zuordnungen zu erreichen – gerade, wenn der Gegner mit deutlich anderen Formationen agiert. Mögliches (ich habe es noch nicht versucht) Gegenmittel wäre ein“Spiegeln“ der gegnerischen Formation á la Tuchel. Wenn es funktioniert, sieht es so aus:

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Weitere Lektüre: Guido von strikerless.com (engl.) spielt im 4-6-0 und sieht aggressives Pressing als Voraussetzung dafür an. So hat er sein Pressing aufgebaut.

Teil 2: Andere Möglichkeiten

Wie alles andere ist beim Football Manager auch das Pressing in eine Vielzahl taktischer Anweisungen eingebettet. Dementsprechend unzählbar sind die Kombinationsmöglichkeiten. Im Folgenden will ich nur kurz einen Überblick geben, welche Möglichkeiten der FM allgemein bietet, um (andere Formen von) Pressing umzusetzen. Wohlgemerkt: Ab hier geht es nur um einzelne Bestandteile und kurze Gedanken. Wenn du manches davon in deine Systeme einfügen kannst, freut mich das – lass uns in den Kommentaren an deinen Erkenntnissen teilhaben. :-)

Spielerrollen

Jede Spielerrolle legt ein anderes Verhalten an den Tag – das gilt auch im Bezug auf das Pressing. Im Football Manager 2015 gibt es drei Spielerrollen, die stark auf das Pressing spezialisiert sind und eine, die ich ebenfalls als Pressingspieler klassifizieren würde:

  • Ballerobernder Mittelfeldspieler
  • Defensiver Flügelspieler
  • Defensivstürmer
  • Schattenstürmer

Dazu kann man sich gerade (aber nicht nur) aus den Generalisten (DM, ZM, AM, …) mithilfe von Spieleranweisungen eigene Rollen bauen, die auf ein Pressingssystem zugeschnitten sein könnten.

Idee/Frage: Kann man nur durch Spielerrollen ein kollektives Pressing aufziehen?

Pressingstufen durch Spieleranweisungen

Man kann über die Spieleranweisungen individuelle Pressingintensitäten zuweisen. Das könnte eventuell zu einem leitenden Pressing führen: Man lässt die erste Reihe überspielen und erhöht dann den Druck.

Weitere Lektüre: Dagobert hat im Meistertrainerforum versucht, das Pressing von Gladbach unter Lucien Favre nachzubauen. Dazu benutzt er vor allem Spieleranweisungen.

Diese Möglichkeit ist jedoch auch beim Finetuning meines oben vorgestellten Pressingsystems hilfreich. Ein Beispiel: Meine Innenverteidiger verlassen – bedingt durch die Teamanweisung viel mehr Pressing – zu schnell ihre Position, um den Gegner schon in dessen Hälfte unter Druck zu setzen. Das kann gut sein, jedoch dem Gegner auch einfache Konter schenken. Deshalb habe ich die Möglichkeit, den gewünschten Spielern per Spieleranweisung zu sagen, weniger zu pressen – schon habe ich einen verlässlicheren Rückhalt, während vorne die Meute weiter den Ball jagt.

Kleiner Hinweis am Rande: Spieleranweisungen überschreiben Teamanweisungen im FM15 nicht! Das war in früheren Versionen anders – nun überlagern sie die Teamanweisungen und modifizieren sie auf individueller Ebene.

Pressingfallen durch Formationen

Was ist, wenn ich den Gegner nicht in seine Hälfte drücken, sondern ihm stattdessen eine Pressingfalle bauen möchte? D.h. ich biete ihm offene Räume an und schnüre ihm dann dort die Luft ab.

Idee: Ein 4-5-1 oder 4-4-2 mit zwei Sechsern, sodass das zentrale Mittelfeld offen bleibt. Die umgebenden Spieler (defensives Mittelfeld, Außenverteidiger, Flügelspieler) sind per Rolle oder Spieleranweisung ziemlich aggressiv eingestellt, sodass sie sofort auf den Ballführenden gehen, sobald er in dieser Zone ist. Der „Rückweg“ zu den Innenverteidigern wird durch ein oder zwei rückwärtspressende Defensivstürmer abgeschnitten.

Eine Alternative wäre die Außenbahn offen zu lassen (z.B. im engen 4-1-2-1-2 oder 4-1-3-2): Von hinten presst der (Komplette) Flügelverteidiger, aus dem Mittelfeld rücken Balleroberer heran und die Passwege werden von einem Sechser nach vorne und einem Zehner nach hinten zugestellt.

Frage: Kann man mit einer Kombination aus Formation und Spielerrollen/-anweisungen konstant Pressingfallen aufbauen, sodass sie tragendes Element der Taktik sind und nicht durch Nachteile aufgewogen werden?

 

Fazit

Kollektives und aggressives Arbeiten gegen den Ball ist im Football Manager 2015 gut umzusetzen. Mit viel Geduld und Experimentierfreude sollte es zudem möglich sein, einige andere Spielarten des Pressings umzusetzen. Da dieses aber nur ein taktischer Bestandteil von vielen ist, muss man dafür unter Umständen an einer Menge Stellschrauben drehen, bis man das erwünschte Ergebnis erreicht hat. Ich vermute sogar, dass man dieses dann je nach Gegner justieren müsste.

In dieser Hinsicht könnten spezielle Pressingsysteme anfälliger für Schwankungen sein als andere Herangehensweisen. Das ist aber nur Spekulation meinerseits.

Wenn du es bis hier geschafft hast: Danke fürs Lesen; ich hoffe, du konntest etwas mitnehmen. Lass mich und uns doch in den Kommentaren an deinen Fragen, Erfahrungen und Tipps bezüglich Pressing im FM15 teilhaben!

18 Kommentare

  • Freut mich dass Du dich diesem sehr schwierigem Thema so ausführlich gewidmet hast. Hab nach der Ankündigung täglich darauf gewartet und bin definitiv nicht enttäuscht worden. Und das nicht nur weil ich erwähnt werde ;-)

    Doch nun zum Inhaltlichen. Wenn ich das richtig interpretiere, dann ist dein beschriebenes System ein sehr hohes Mittelfeldpressing. Um es in andere Regionen zu verschieben müsste man nur die DL verschieben, oder eben mit der Mentalität anpassen, wobei dann natürlich die Aggressivität sich auch verändert. Hast Du es schon mal tiefer probiert?

    Beim Thema Pressingfallen durch Formationen finde ich vor allem die Variante mit den zwei 6ern interessant. Bei auf die Außen lenken würde ich persönlich allerdings ein 4-3-2-1 Tannenbaum probieren. Weil es schon optisch auf die Flügel leitet. Die äußeren 8er und die AVér hätten dann mehr Pressing als der zentrale 8er und die beiden 10er. Der Stürmer darf nach Herzenslust auf die Jagd gehen. Soll ja auch dann den Rückpass verhindern.
    Essentiell für alle Systeme mit Spieleranweisungen ist jedoch die Erkenntnis, das die TI die PI „verfeinert“. Damit lassen sich diese Systeme sehr einfach und schnell in Höhe und Intensität verschieben.

    Darüber hinaus habe ich auch mein eigenes System noch etwas verfeinert. Bei meinem aktuellen Save mit dem VFB kommt es nun doch des öfteren zum Einsatz wenn der Gegner deutlich favorisiert ist. Bei Interesse kann ich das gerne mal auf MTF aktualisieren.

    Alles in allem, ein sehr guter Guide. Hat das ein oder andere Wissen erweitert, bzw. eine neue Sichtweise darauf eröffnet. Und nein war nicht mein Leserwunsch. Meiner wäre noch viel komplizierter und aufwändiger in der Datenerhebung ;-)
    In diesem Sinne. Mach weiter so

    • Im beschriebenen System habe ich nur phasenweise die Mentalität angepasst. In einem anderen Spielstand presse ich mit Standard-Mentalität – das funktioniert auch gut und bietet Raum für schnelle Gegenstöße hinter die Abwehr.

      Interessant finde ich auch diese Taktik aus dem MTF, wo Pressing in einem Defensiven System dosiert eingesetzt wird: http://www.meistertrainerforum.de/index.php/topic,20970.0.html

      Danke auch für das Update deines Threads – sehr interessant weiterhin :-)

  • Hallo Tery!
    Der Guide hat mal wieder großen Spaß gemacht und war sehr informativ, also folge ich mal deinem Ruf und gebe hier meine eigenen Erfahrungen preis. Du hattest ja beschrieben, dass Pressing vor allem mit Kontrolle oder Angreifen funktioniert und diese beiden Mentalitäten dafür prädestiniert sind. Nun, das dachte ich eigentlich auch immer, aber tatsächlich hat es bei mir auch mit Kontern geklappt. Ich hab im 4-2-3-1 mit strikter Philosophie und Kontermentalität (wohl eher zufällig als durchdacht^^) ein System entwickelt, bei dem die 4 Offensiven extrem weit vorne attackieren und der gegnerischen Verteidigung keine Luft lassen und zu langen Bällen zwingen. Hinten stehen meine Verteidiger dann aber recht kompakt und so ist es schwierig, aus den Befreiungsschlägen, sollten sie denn mal ankommen, Kapital zu schlagen.
    Die am häufigsten genutzten Teamanweisungen sind: Direkteres Passspiel, Spielerisch lösen, Verteidigung unter Druck setzen, (Weit flanken), Über die Flügel, Mitspieler hinterlaufen, Spiel enger machen, Weiter aufrücken, Freiräume nutzen, Gegner attackieren (FM14), Enger decken, (Abseitsfalle anwenden) und Höheres bzw. Viel höheres Tempo.
    In unserer besten Zeit haben wir damit sehr, sehr ansehnlichen Fußball zu Stande gebracht, auch wenn das ganze eher intuitiv als akribisch entstanden ist.

    Meine für mich eigentlich plausiblere Pressing-Taktik, die ich erst in 5 oder 6 Spielen beobachten konnte, steht dem leider in vielem nach. Dafür habe ich auch Angreifen als Mentalität gewählt, hätte eigentlich Dynamisch oder Sehr Dynamisch als am besten geeignete Philosophie angesehen, habe mich dann aber mangels Eingespieltheit und lediglich Halb-Profi Status dagegen entschieden. Die von dir genannten Rollen haben auch allesamt ihren Weg ins System gefunden, aber irgendwie klappt es noch nicht so wie ich will. Momentan bin ich am Überlegen, ob ich die Taktik verwerfe und mich an meine alten Konter-/Defensivtugenden halte oder ob ich alles auf die Eingespieltheit schiebe, einen todesmutigen Versuch starte und eventuell vorzeitig entlassen werde…

    Dein Guide hat mich aber gerade eher ermutigt, die Flinte eben nicht ins Korn zu werfen und es weiter zu probieren, vielen Dank auch dafür ;)

    Gruß
    Bayernfahne

  • Hallo Thomas, wie ist die Lage? Hast du dein Pressingsystem weiterverfolgt?

    Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht, dass ein durchdachtes System völlig den Bach runter geht, während was schnell zusammengeklicktes durch die Decke geht ;-) Meistens ist es bei ersterem aber nur eine Sache der Feinjustierung.

    Dein „zufälliges“ System klingt aber nicht schlecht – vorne Druck, um geduldiges Aufbauen zu verhindern und dann hinten sicher stehen. Das kann gut funktionieren, gerade wenn man dadurch den Plan A des Gegners zerstört. Gefällt mir!

    Ich wollte meinen Artikel übrigens nicht so verstanden wissen, dass man nur auf Kontrolle und Angreifen „richtig“ Pressen kann – für ein aggressives Pressing in der gegnerischen Hälfte, wo schon dem Torwart die Knie schlottern sind sie halt am besten geeignet. Aber wie du oder Dagobert schön gezeigt habt, kann man ja auch in anderen Bereichen effektiv den Gegner unter Druck setzen – in vielen Dingen ist solches Pressing vielleicht auch besser für die Balance der Mannschaft und lässt zudem Raum hinter der gegnerischen Defensivlinie offen, den man ausnutzen kann.

    Grüße Tery

  • Patrick Kirchebner

    Hallo Tery! Erstmal danke das du mir mit deinem Blog jede Menge weitergeholfen hast und das Spiel so langsam etwas kontrollierbarer für mich wird, ohne zu sagen das ich mittlerweile erfolgreich bin.

    Ich spiele derzeit den FM 2016 mit Marseille und bin gerade dabei das 4-2-3-1 von Bielsa zu installieren, bisher mit mäßigem Erfolg.

    Ich habe wie du beschrieben hast den 8er Raum offen gelassen und hätte da zwei Fragen.

    Ist ein Roaming Playmaker deiner Meinung nach geeignet für ein offensives Pressing?

    Wie könnte ich meinen defensivstürmer aus dem offensiven Mittelfeld am besten unterstützen?

    Danke und bis bald

    • Hallo Patrick, danke für deinen Kommentar.
      Grundsätzlich sehe ich keine Probleme mit dem roaming playmaker – er müsste halt (wie alle anderen auch) gut eingebettet sein, d.h. die Balance zwischen pressenden und absichernden Spielern gewährleisten. Das könnte gut funktionieren hinter einer offensiven Dreierreihe, wenn er zusätzlich noch einen CMd o.ä. an der Seite hat.
      Die Besetzung des offensiven Mittelfelds hängt von deiner übrigen Spielweise ab. Ein Shadow Striker ist grundsätzlich pressingorientiert, ansonsten geht aber auch alles. Der attacking midfielder wäre auch einen Versuch wert, zumal man ihn am ehesten anpassen kann.

      Ist alles ein bisschen Fischen im Trüben, da ich die übrige Taktik nicht kenne. Abgesehen davon liegt die Wahrheit auch auf dem Platz. Schau dir an, wo der RP rumrennt und wo er eigentlich sein müsste – wenn das einigermaßen übereinstimmt, ist alles gut :)

      Grüße Tery

  • Patrick Kirchebner

    Dankeschön. Weiss nicht ob es hier erwünscht ist aber ich würde dir gerne meine Taktik vorstellen um zu sehen was du davon hältst. Zumindest habe ich vor sie heut abend so umzustellen ;)

    Ich spiele ein 4-2-3-1 mit 2 DM das ganze auf attack und fluid-very fluid

    Dazu kommen folgende anweisungen:

    Close down more
    Push higher up
    Direct passing
    Exploit the flanks
    Play narrower

    Die Rollenaufteilung:

    Sweeper Keeper/defend
    Inverted Wing back support x2
    Central Defender x2 / 1x stopper 1x cover
    Roaming Playmaker support
    Defensive Midfielder defend
    Winger x2 / 1x attack 1x support (swap Position)
    Attacking Midfielder support
    Complete Forward support

    Grüße Patrick

    • Was mich ja immer interessiert: Wie spielt es sich? Tun die Spieler das, was du dir vorgestellt hast? Sind die Ergebnisse gut?

      • Patrick Kirchebner

        Die Ergebnisse ggen topteams sind überragend (5-2 gg PSG, 3-1 trotz rot in min 20 ebenfalls Psg, 5-0 gg Lyon) dafür gibt es zu oft 0-1 niederlagen gegen schwache teams.

        1.saison platz 4 mit 65 pkt also ziemlich realistisch ;)

      • Klingt nach einer funktionierenden Pressingtaktik auf jeden Fall ;) Gegen Mauer-Teams gibt’s dann fast unvermeidlich immer mal wieder die berühmt-berüchtigten Ein-Schuss-ein-Tor-Niederlagen. Die ärgern einen immer am meisten…

  • Patrick Kirchebner

    Ja gegen PSG und Lyon habe ich zusätzlich alle gegenspieler manndecken lassen das funktionierte aufgrund der anweisung des gegners (play out of defence) hervorragend. Diese 0-1 oder 1-2 niederlagen würden mich nicht stören allerdings passiert das extrem häufig (ca 5-7 mal) pro Saison) jedoch bin ich in diesen spielen beinahe ohne topchance!

  • Patrick Kirchebner

    Danke dir das werde ich abends mal ausprobieren ;)

  • Hallo,

    wieder eine schöne Ausarbeitung von dir. Danke! Meine Taktik lehne ich meist an die Taktik von Jupp Heynckes und Pep Guardiola an.

    Du sagst: „Deshalb gibt es nur eine Wahl: sehr flexibel“. Macht eigentlich Sinn und habe ich auch Anfangs immer so gesehen, zumindest flexibel. In dem Punkt würde ich gern (widersprechen) eine Anmerkung aus meiner Erfahrung beitragen:

    Ausgangspunkt hier die Philosophie Jupp H.: Hoher Druck auf den Gegner bei schneller Balleroberung und zielstrebigen Angriffen = viel mehr Pressing, viel höhere Defensivline und Angriff. Nun kommt der Unterschied zu deiner Philosophie: „Ich meine bei Jupp H. gab es eine Strikte-Teilung.“ Ich bin immer bestrebt im FM die reale Taktik umzusetzen und habe in vielen erfolgreichen Spielen mit Strikt gespielt.

    Bei der Taktik von Pep G. hänge ich zu deiner Philosophie am Punkt „Kontrolle/ Angriff.“ Auch hier war es für mich immer sinnvoll den Ansatz so zusehen wie du. Nur mir fehlte der extreme Ballbesitz am Ende des Tages. Nach einigen Überlegungen machte ich den Versuch Kontrolle raus und Verteidigend rein. Den was brauch es um den Ball zuhalten? Eine sichere Ballverteilung, Ruhe im Aufbau und viel viel Geduld. Was sagen uns die Anweisungen aus? Es geht um die Ballverteilung; kurze Pässe Angriff = direkte Pässe in den Angriff – kurze Pässe Verteidigung = sichere Pässe/***zur Not auch zurück*** und hier liegt für mich die Nähe zur realen Taktik von Pep G.. Auch das habe ich mehrfach erfolgreich ausprobiert. Und bei der Taktik Pep G. lasse ich gegen massiv verteidigende Gegner auch mit Spiel breiter machen agieren. (Kostet aber Zeit bis die Taktik passt)

    Ich habe fertig.

    Wie geschrieben meine persönlichen Empfindungen/Erfahrungen. Ansonsten stimme ich mit deinen Gedanken überein und Ausnahmen gibt es immer. Ich persönlich habe es auch gerne schnell nach vorne wo es dann auch rappelt.

    Liebe Grüße von mir.

    • Danke für deinen Kommentar, dem ich vorbehaltlos zustimme. Pressing als ein taktisches Mittel unter Vielen (und in verschiedenen Formen) kann in alle möglichen Strategien eingebunden werden.

      Die Wahl der Mentalität wird wohl vor allem dadurch beeinflusst, worauf man seinen Fokus legt – bzw. was man mit den Teamanweisungen beeinflusst: Auf Defensiv passt das Aufbauspiel, da muss man per TI die Defensivlinie nach vorne beordern und das Pressing veranlassen; auf Angriff passt das Pressing, dafür muss man das Passspiel geduldiger machen (wenn man Pep haben will).

      Grüße Tery

  • Hi
    Ich habe dein Pressing versucht im FM16 umzusetzen, allerdings funktioniert da rein gar nichts. Die Verteidigung rückt nicht weit genug auf die Mittelfeldspieler ebenfalls nicht. Der Gegner der den Ball hat wird auch nicht attakiert. Habe es auch über Spieleranweisungen wie enger decken oder das Pressing höher stellen versucht. Aber funktioniert hat nichts. Bug im FM16 oder was mache ich falsch?

    • Hi Dominik, danke für deinen Kommentar. Dass die Taktik nicht funktioniert, überrascht mich nicht – ohne die Gründe zu kennen. Da ist abhängig von der Mannschaft noch Feintuning zu leisten, ganz abgesehen von der neuen FM-Version.
      Eine Analyse ist ohne eins deiner Spiele gesehen zu haben schwierig – wenn du Hilfe suchst, eröffne am besten einen Thread im Meistertrainerforum. Ich schau mir das dann gerne an.

      Grüße Tery

  • Danke für diesen Artikel, war sehr interessant und hat mich dazu inspiriert, mit meinem aktuellen Team ebenfalls eine Pressing-Taktik auszutüfteln.

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