5 Anfängerfehler — und wie du sie vermeidest

Der Football Manager ist in den letzten Jahren deutlich einsteigerfreundlicher geworden. Dennoch bleibt er ein sehr komplexes Spiel, von dem man erschlagen werden kann. In diesem Artikel stellen wir dir fünf Bereiche vor, in denen Anfänger leicht in die Irre gehen und helfen dir aus der Patsche:

1. Dein Trainerprofil

Mit dem niedrigsten Ruf und der kleinstmöglichen Lizenz in die virtuelle Trainerlaufbahn einzusteigen, ist sicherlich reizvoll, macht dir als Anfänger das Leben aber auch unnötig schwer. Wenn du den Football Manager in Ruhe kennenlernen möchtest, wähle ruhig die Fußballlehrer-Lizenz aus und starte mit einem höheren Ruf. So ist gewährleistet, dass dir die Spieler nicht sofort auf der Nase herumtanzen und du kein Autoritätsproblem bekommst. Bei einer zu niedrigen Reputation kann es außerdem passieren, dass Jobangebote ausbleiben, wenn du mal gefeuert werden solltest oder dein Vertrag ausläuft.

Auch zusätzliche Fremdsprachen können hilfreich sein, insbesondere, wenn du bei einem Verein im Ausland anfängst oder später gerne dorthin wechseln würdest.

2. Deine Vereinsauswahl

Der Football Manager ist ein sehr komplexes Spiel, deshalb suche dir für die ersten Gehversuche einen Verein, mit dem du dich ein bisschen auskennst. So hast du schon erste Anhaltspunkte, wie die Stammelf aussehen könnte und welche taktischen Ansätze sinnvoll sind. Als FM-Neuling ist es zudem keine schlechte Idee, bei einem großen Verein zu beginnen. Starke Einzelspieler machen Unterschiede zwischen den Rollen besser deutlich und sind taktisch flexibler.

Mein Tipp für gute Startvereine: Celtic Glasgow oder Dynamo Kiew. Sie haben gute Einrichtungen und sind in ihrer Liga tonangebend, aber international eher Leichtgewichte. Das hat den Vorteil, dass du national ungestört an der Taktik basteln kannst und international gefordert wirst. So werden Frusterlebnisse zwar nicht ausgeschlossen, aber auf ein Minimum reduziert.

Wenn du mit einem bekannten Verein z.B. in der Bundesliga starten willst, suche dir einen, der nicht alle naselang den Trainer wechselt. Die Geduld deiner Vorgesetzten wird im Spiel abgebildet – entsprechend wird dir beim SC Freiburg mehr verziehen als beim HSV. Wenn du die Spieler bereits kennst, hast du zudem schon eine Vorahnung davon, wie man sie am besten einsetzen kann.

3. Deine Taktik

Bis du mit den vielen taktischen Funktionen vertraut bist und einigermaßen begreifst, wie diese sich auswirken, solltest du deine Taktik recht einfach halten. „KISS = Keep It Simple, Stupid“ ist ein guter Grundsatz, dem du anfangs unbedingt folgen solltest.

Jede Mentalität ist für sich genommen schon eine komplette Taktik – Anweisungen verändern nur einzelne Aspekte daran. Daher solltest du Teamanweisungen nur vergeben, wenn du sicher bist, was sie bewirken. Spieleranweisungen brauchst du zu Beginn eigentlich gar nicht – sie sind für den letzten Feinschliff gedacht.

Wähle eine einfache Formation, die du verstehst. Ein stinknormales 4-4-2 z.B. solltest du immer irgendwie zum Funktionieren bringen. Wenigstens zu Beginn solltest du außerdem auf eher komplizierte Spielerrollen wie z.B. Raumdeuter oder Regista verzichten.

An deiner Taktik solltest du nie zu viele Dinge gleichzeitig verändern – andernfalls wirst du beim Betrachten des Spiels nicht erkennen können, welche Änderung welche Auswirkung hat.

Wenn du taktisch überhaupt keinen Plan hast, hilft dir der Football Manager 2019 mit seinen taktischen Voreinstellungen weiter. Diese bilden eine sehr gute Basis, um die ersten Schritte im Spiel zu machen. Aber Achtung: Erfolg ist damit nicht garantiert, da die Taktik immer auch zu deinem Spielermaterial passen muss!

4. Dein Trainerstab

Im Football Manager gibt es (wie in einem echten Fußballverein) unfassbar viele Dinge zu erledingen: Taktik, Training, Scouting, Verträge, Transfers, Pressegespräche, Spielerentwicklung … Doch zum Glück bist du (wie in einem echten Fußballverein) mit diesen Dingen nicht alleine.

Wenn du auf einzelne Aspekte wenig Lust hast oder dich in Ruhe einarbeiten willst, dann überlasse einfach einige Bereiche deinen Mitarbeitern – dafür sind sie da. Da du der Chef bist, kannst du jederzeit die Kontrolle übernehmen (oder auch nur korrigierend eingreifen), wenn die Zeit für dich gekommen ist.

Alles, was Du im Football Manager tust und nicht tust, hat in irgendeiner Form Konsequenzen: Du sprichst kaum selbst mit der Presse? Dann wundere dich nicht, dass du dort unbeliebt bist. Du überlässt das individuelle Training deinen Assistenten? Sei nicht überrascht, wenn sie einen Spieler anders fördern als du es würdest (was ja nicht zwingend schlecht sein muss).

Dafür mögen dich deine Mitarbeiter mehr, wenn du sie in die tägliche Arbeit einbindest und folgen dir vielleicht zu deinem nächsten Verein. Umgib dich also mit Kollegen, die in ihrem Fachbereich so gut wie möglich sind, damit du ihnen vertrauen kannst. Wenn du dir nicht sicher bist, ob ein Kandidat für den Assistenztrainerposten gut genug ist, hilft dir unser Sterne-Kalkulator für Assistenztrainer weiter.

Unabhängig davon kannst du in allen Bereichen vom Wissen anderer FM-Spieler profitieren: Es gibt etliche gute Football Manager-Guides (hier und anderswo), die dir helfen, das Spiel zu verstehen.

Welche Aufgaben zu Beginn eines neuen Spielstands anfallen, klären wir im Guide „Erste Schritte im neuen Verein“.

5. DEIN Spielverhalten

Lass dir von niemandem vorschreiben, wie du den Football Manager zu spielen hast. In manchen Foren hört man oft in irgendeiner Variation „Du spielst den FM falsch!“. Das ist in vielfacher Hinsicht dumm. Du allein entscheidest, wie Du den FM spielst!

Wenn Du x-fach neu lädst, um ein Spiel zu gewinnen, ist es deine Angelegenheit. Benutzt du Download-Taktiken, ist es ebenfalls deine Angelegenheit. Wandelst du Regeln für das Lower-League-Management (LLM) für dich um, ist es ebenfalls deine Sache. Steht in einem Guide, dass man z.B. keine zwei ballspielenden Verteidiger nebeneinander spielen lassen soll, du lässt aber erfolgreich so spielen – dann vergiss den Guide!

Das Schöne am Football Manager ist: Es gibt keine „richtige“ und keine „falsche“ Art den FM zu spielen. Es ist eine Simulation des echten Trainer-Daseins – und daher gilt im FM wie im echten Leben: Wer Erfolg hat, hat Recht. Und ob dein Stil eher Mourinho oder Guardiola gleicht, ob du nach den großen Titeln gierst oder einen Amateur-Verein betreust – du bist der Chef und entscheidest. Dein Spielspaß ist das einzige Kriterium, das zählt.

 

Welchen Stolperfallen bist du im Football Manager begegnet, als du ihn das erste Mal gespielt hast? Welche Tipps sollten Anfänger unbedingt beachten? Wir freuen uns auf deine Anregungen oder Fragen in den Kommentaren! :-)

3 Kommentare

  • Amateur- und Semiprofessionelle Klubs wirtschaftlich erfolgreich zu managen ist im FM leider quasi gar nicht möglich – zumindest ist das meine Erfahrung. Die Einnahmen sind einfach viel zu gering, um auch nur annähernd im Plus abschließen zu können. Jedoch schießt der Vorstand regelmäßig Geld zu, so dass zumindest eine Überschuldung ausgeschlossen ist. Der einzige Weg scheint wirklich der zu sein, dass man finanziell ins Risiko geht und aufsteigt.

  • Die Kontrolle der Finanzen ist mein größtes Problem.

    In unteren Ligen fressen ruckzuck die Gehälter mein komplettes Budget, auch als Semi-Professioneller Verein voll mit Spielern ohne Vertrag.

    Noch suche ich Verzweifelt ein Weg, in unteren Ligen nicht tief in den roten Zahlen zu stehen.

    • Damit habe ich in unteren Ligen auch zu kämpfen – von daher übernehme ich in der Regel nur Vereine, die professionell aufgestellt sind. Wobei die Herausforderung mich nach wie vor reizt … Vielleicht muss mal jemand, der das drauf hat, einen Guide dazu schreiben. Freiwillige vor! :)

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