Mit Dreierkette zum Titel: Die Sieger-Taktik des FM.Z Cups 2017

Taktik 3-5-2

Im Football Manager gegen Computergegner zu bestehen ist das eine. Das andere ist es, sich im Duell gegen echte Gegner zu beweisen (die zudem alle dasselbe Spielermaterial zur Verfügung haben), fünf Runden erfolgreich zu bestreiten und als Sieger aus dem FM.Z Cup 2017 hervorzugehen. 53bast1an hat das mit seinen Sauerland Kickers vollbracht. Wie? Das erfährst du in diesem Artikel zu seiner Siegertaktik:

Mit Dreierkette zum Titel

sauerland-kickers

Der Stern verräts: Die Sauerland Kickers holten den FM.Z Cup

Hallo zusammen,

gerne möchte ich euch meine Taktik vorstellen, die meine Sauerland Kickers im FM.Z Cup 2017 bis zum Titel geführt hat. Wie im Interview nach dem Finale erwähnt, habe ich mir vor Turnierbeginn Gedanken darüber gemacht, wie wohl die Allgemeinheit mit Hoffenheim spielen würde. Ein weites 4-3-2-1 schien mir die wahrscheinlichste Variante. Ob der Gegner nun offensiv, defensiv, mit Ballbesitz oder mit Direktspiel zum Erfolg kommen wollte, war für mich dabei eher zweitrangig, da ich meine Spielidee durchsetzen wollte.

Öfters lese ich in verschiedenen FM-Foren, dass man mit einer Dreierkette im FM nicht erfolgreich sein könne. Da ich großer Fan der Dreierkette bin, wollte ich das gerne widerlegen. Nach der ersten Ansicht des Kaders war dann klar, dass die Formation auf einer „3“ basieren sollte. Wichtig war mir auch, ohne größere Änderungen auf eventuelle Überraschungen des Gegners reagieren und meine Balance relativ simpel in Richtung Defensive oder Offensive verändern zu können.

Kürzlich habe ich – mal wieder – den Guide „Pairs And Combinations“ von Llama3 gelesen, welcher mich immer wieder zu Taktiken inspiriert. Absolute Leseempfehlung!

Angesichts der Qualität des Hoffenheimer Sturms (und dem Wissen, dass die Gegner keinesfalls über bessere Stürmer verfügen :D) wollte ich auch Gebrauch von dieser Qualität machen und entschloss mich dazu, zwei Spitzen aufzustellen. Heraus kommt also ein: 3-5-2.

Schwächen des 3-5-2

Bei dieser Grundformation gibt es drei offensichtliche Schwachstellen zu beachten und auszumerzen:

  • die Außenbahnen sind jeweils nur mit einem Spieler besetzt,
  • man kann sehr leicht in der Defensive in Unterzahl geraten und
  • die Lücke zwischen Mittelfeld und Angriff ist relativ groß.

Deshalb ist die Wahl der Spielerrollen und Duties in diesem System sehr wichtig, aber dazu später mehr.

Die Spielidee

Teamanweisungen
Auf den ersten Blick mögen es viele Teamanweisungen sein und manches mag widersprüchlich erscheinen, aber lasst mich meine Gedankengänge erklären: Da ein 3-5-2 defensiv recht anfällig ist, kam eine risikoreiche Mentalität für mein Vorhaben nicht in Frage. Selbst Standard wäre schon fast halsbrecherisch gegen eine gute Kontermannschaft – zu defensiv sollte es aber auch nicht sein, da ja in der Offensive durchaus Qualität vorhanden ist, die ich nicht einfach wegschenken möchte.

Meine Wahl fällt also auf Konter, was ich folgendermaßen interpretiere:

Wenn sich Räume bieten, dann gnadenlos reinstoßen, ansonsten eher mit wenig Risiko spielen.

Schwerer fiel mir die Wahl der Dynamik, aber nach einigen Testspielen gegen verschiedene Gegner habe ich mich für Strikt entschieden. Jeder Spieler soll zuerst seine Aufgabe erfüllen und sich dabei an der Mentalität orientieren.

Das Tempo habe ich so hoch wie möglich gesetzt, da ich dem Gegner möglichst wenig Zeit geben wollte, sich zu sortieren und zu ordnen. Aus denselben Gründen habe ich das Pressing auf viel mehr und das Tackling auf Mehr in die Zweikämpfe gehen gesetzt und die Spieler angewiesen, kurze Abspiele des Torwarts zu verhindern. Ziel ist klar, den Gegner zu Fehlern zu zwingen und ihm keine Sekunde Ruhe zu gönnen.

Deshalb auch die sehr hohe Defensivlinie. Bei der Breite habe ziemlich eng gewählt, da meine zentralen Spieler höhere Qualität haben und (besonders wichtig!) meine Außenspieler auch defensive Aufgaben zu erfüllen haben. Damit diese aber auch offensiv nicht zu kurz kommen, habe ich das Flügelspiel aktiviert. Um schnell von Defensive auf Offensive umschalten zu können, wählte ich direkteres Passspiel – auch, um noch mehr Geschwindigkeit in mein Spiel zu bekommen. Da ich strikt spielen lasse, ich aber den offensiven/kreativen Spielern ihre Freiräume geben will, aktiviere ich kreativer spielen.

Weitere Teamanweisungen aktiviere oder deaktiviere ich je nach Spielverlauf, z.B. aktiviere ich bei vielen Lücken in der gegnerischen Abwehr „Pass in die Tiefe“ oder schraube das eigene Flügelspiel etwas zurück, falls der Gegner über die Außen sehr gefährlich ist, usw).

Spielerrollen & -anweisungen

Taktik 3-5-2

Torhüter

TW(v)

Generell sollte man bei einer hohen Defensivlinie eher auf den mitspielenden Keeper setzen und ihn mit einer Verteidigen-Duty ausstatten. In einigen Testspielen habe ich jedoch extrem dumme Gegentore kassiert, wenn ich Baumann als mitspielenden Torwart aufgestellt habe, deshalb hier: keine Experimente. Da ich recht eng stehe, habe ich meinem Goalie die Anweisung gegeben, die Bälle auf die Flügel zu verteilen.

Abwehr

IV(Rü) – BSV(Vo) – IV(Rü)

Da ich zwar hoch presse, aber auf die Abseitsfalle verzichte, wählte ich diese Zusammensetzung der Dreierkette. Die Idee dahinter ist, dass der zentrale Innenverteidiger, bedingt durch die Vorstopper-Duty, den ballführenden Gegner attackiert und seine Nebenmänner den Raum dahinter absichern. Um den Spielaufbau variabler zu gestalten, lasse ich den mittleren Innenverteidiger als BSV spielen. Wenn euer Verteidiger im Aufbau zu viele leichte Bälle verliert, solltet ihr ihn weniger dribbeln lassen. Ansonsten hier: keine Spieleranweisungen aktiviert.

Mittelfeld

AM(u) – BeM(u) – VoSM(a) – ZSm(v) – AM(u)

Da ich keine weiteren Außenspieler habe, konnte ich die Außen nicht als Flügelspieler spielen lassen, denn diese beteiligen sich weniger an der Defensivarbeit als andere Rollen. Allerdings wären sie eine gute Option bei Rückstand; defensive Flügelspieler wären je nach Gegner auch möglich. Für den Start ist der Äußere Mittelfeldspieler jedoch die ausgewogenste Rolle für meine Spielidee auf beiden Seiten. Bei beiden Außen habe ich Spiel breit machen aktiviert, da sich im Zentrum schon genug Spieler befinden. Je nach Spielstand kann man die beiden Außenspieler auch eine Position vor oder zurück ziehen.

Um das Pressingelement zu verstärken, spielt Polanski als BeM(u). Raum sollte er genug haben, da sich der linke AM eher Richtung Außenlinie orientiert. Damit aber die Dreierkette nicht komplett allein gelassen wird, habe ich ihm einen ZSm(v) zur Seite gestellt – als feste Anspielstation für die Verteidiger und für ein kreatives Element im Spielaufbau.

Damit das Angriffsspiel angekurbelt wird, bekommt der VoSm neben der Angreifen-Duty auch die Anweisungen Offensiver positionieren und Position verlassen. So sollte sichergestellt sein, dass er stets anspielbar ist, Einfluss auf das Spiel nehmen kann und die Lücke zwischen Mittelfeld und Angriff nicht zu groß wird.

Sturm

KS(a) – DS(v)

Eigentlich ganz simpel: Ein Stürmer soll Räume schaffen, die der andere nutzen kann. Der DS(v) lässt sich etwas fallen, zieht die Deckung auseinander, damit sich dem KS(a) und dem VoSm(a) Lücken und Räume bieten. Weicht der KS(a) auf die Außen aus, oder lässt sich etwas fallen, hat er mit dem DS(v) aber immer noch einen zentralen offensiven Anspielpartner.

Standards

Wie im echten Fußball sind auch im Football Manager Standardsituationen ein Mittel, das zwischen Triumph und Tragödie unterscheiden kann. Während des Turniers ist mir aufgefallen, dass ich bis zum Finale in jedem Spiel ein Tor nach einer Ecke erzielt habe und keines durch einen Standard hinnehmen musste. Deshalb ohne viel Erklärungen meine Aufstellungen bei Ecken:

Ecken offensiv

Ecken offensiv

Ecken Defensiv

Ecken defensiv

Fazit

Natürlich ist das nicht die ultimative und unbesiegbare FM-Taktik. Mein Gegner im Viertelfinale (3:2 n.V.), Brema FM, hat es sogar geschafft, sie so gut auszuhebeln, dass mir spontan kein Gegenmittel eingefallen ist. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es ein paar Logik- oder Denkfehler in der Taktik gibt.

Aber: Die Taktik ist recht flexibel (verschiedene Spieler können problemlos eine Position vorgeschoben oder zurückgezogen werden), dadurch für viele Spielsituationen geeignet und hat sich gegen verschiedene Formationen (vom erwähnten 4-2-3-1, über ein klassisches 4-4-2 bis zu einem stürmerlosen 4-3-3) und Spielstile durchgesetzt. Also für ein Turnier, in dem man auf verschiedene Gegner mit echter Intelligenz trifft, eine sehr gute Ausgangslage.

Ich nehme nicht für mich in Aspruch, den „heiligen Gral des FM“ gefunden zu haben. Ich wollte euch nur meine Taktik und die Idee dahinter näherbringen – und euch dazu animieren, es im FM18 ruhig mal mit einer Dreierkette zu probieren :-)

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