Kogge auf Kurs 1.5 – Saisonfazit & Zielbewertung

FM17 Hansa Rostock Saison 1

Meister. Aufstieg. Zweite Liga. Während die Fans immer noch auf Wolke 7 schweben, bleibt für mich wenig Zeit dafür. Ich kann den Erfolg durchaus genießen, allerdings gibt es auch einen ganzen Berg Arbeit zu bewältigen, um uns für den Überlebenskampf in der neuen Liga zu wappnen. Meine Mannschaft hat Großartiges geleistet, das ja. Allerdings gehören wir nicht zu den Aufsteigern, die ihrer Liga entwachsen sind, sondern eher zu denjenigen, die von einem Lauf in ungeahnte Höhen getragen wurden. Da der Erfolg nicht Resultat unseres Wachstums ist, müssen wir mit dem Erfolg wachsen. Und das werden wir tun.

Saisonrückblick

Doch zunächst ein Blick zurück. Bevor ich zur Auswertung der Ziele komme und die nächsten Schritte plane, möchte ich zeigen, wie wir in der vergangenen Saison in verschiedenen Statistiken abgeschnitten und welche Spieler sich (nicht) hervorgetan haben.

Zunächst einmal zur Ausgangslage: Von den Gehaltskosten liegen wir lediglich auf Platz 15 der Liga. Mit 1,76 Mio Euro gaben wir 500.000 Euro mehr aus als der letzte Zwickau (Tabellen-7.). Ligakrösus ist mit über 4 Mio Euro Wehen Wiesbaden – die sogar absteigen … Selten sagt Budget so wenig über die Erfolgsquote aus wie in dieser verrückten 3. Liga. Dennoch können wir stolz sein, unsere Möglichkeiten so gut ausgeschöpft zu haben.

FM17 Budgets

Geld schießt – zumindest in Liga 3 – keine Tore

Ein besserer Indikator scheint hingegen das Zuschaueraufkommen zu sein. Hier sind alle drei Aufsteiger in den Top-4 vertreten – wir auf Platz 2. Einmal, natürlich gegen Magdeburg, waren wir sogar mit 28.879 Zuschauern ausverkauft. Dass die Auslastung ansonsten nur bei 46% lag, zeigt das Wachstumspotenzial. Gut, dass der Verein infrastrukturell so gut aufgestellt ist.

FM17 Zuschauerschnitt

Erfolgsfans? Alle drei Aufsteiger spielten stets vor gut besuchtem Haus

Mannschaftsstatistiken

Wie ordnen wir uns sportlich in der Liga ein? In Sachen Ballbesitz sind wir im Mittelfeld anzutreffen (glatt 50%, 10.), dafür weisen wir die – mit Abstand – beste Passquote auf. Diese dürfte das Ergebnis unserer kompakten, das Mittelfeld überladenden, Formation sein.

FM17 Passquote

Erst kommt Rostock, dann lange nichts …

Daneben gehören wir zu den fairsten Teams der Liga, worüber ich mich freue. Denn auf Kosten der Stabilität ist das nicht gegangen, wie die zweitwenigsten Gegentore der Liga zeigen. Auch bei den erzielten Toren laufen wir – zusammen mit Magdeburg – als Zweiter ins Ziel ein.

FM17 Gegentore

FM17 Tore

 

Spielerstatistiken

Wie verteilen sich die Tore auf die Spieler? Wer hat die Vorlagen geliefert? Wer war Dauerbrenner, wer Lückenbüßer?

FM17 Teamstatistik

FM17 Zusammenfassung

Meine persönlichen Saison-Awards

Damit kommen wir zu einer kleinen Preisverleihung. Da ich dir das Team gerne nach und nach näher bringen möchte, aber vermeiden will, einen Riesenartikel NUR über die Spieler zu machen (es sei denn, es interessiert dich), möchte ich hier zum Saisonende jeweils einzelne Akteure hervorheben. Falls du eine Idee für eine weitere Kategorie hast, lass sie mich gerne in den Kommentaren wissen :)

Los gehts:

Spieler des Jahres: Tobias Jänicke

FM17 Jänicke

Hier gibt es nicht nur für die Fans (79%-Votum!), sondern auch für mich nur eine Antwort: Tobias Jänicke! Obwohl einer der stärksten Spieler im Kader, hatte ich ihn zu Saisonbeginn aufgrund des Systems nicht unbedingt auf der Rechnung. Doch er nutzte seine Chancen im zentralen Mittelfeld und spielte sich dort fest. Seine Torgefahr aus dem Spiel heraus und bei direkten Freistößen halfen uns enorm. Am Ende war er gar bester Torschütze des Teams und der einzige Spieler, der es geschafft hat, aus einer ansonsten sehr homogenen Mannschaft herauszustechen. Das zeigt auch die Tatsache, dass er (als einziger Spieler des Meisters!) unter den Top-20 der Liga beim Notenschnitt gelandet ist:

FM17 Notenschnitt

Talent des Jahres: Johann Berger

Während im Football Manager auch 24-jährige wie Marcel Schuhen noch als Talente ausgezeichnet werden können, möchte ich diese Auszeichnung Spielern verleihen, die maximal 20 sind und/oder ihre ersten Schritte im Profifußball unternehmen.

FM17 Johann Berger

Das trifft in dieser ersten Saison so richtig nur auf Johann Berger zu. Doch er hat sich die Auszeichnung unabhängig davon verdient. Von Anfang an zeigte er, dass er auf dem Niveau mithalten kann und das Potenzial für höhere Aufgaben mitbringt. An ihm werden wir noch viel Freude haben. Größter Pluspunkt ist seine gute Entscheidungsfindung, durch die er mental auf der Höhe ist. In Kombination mit seiner stabilen Physis sorgte das dafür, dass ich keinerlei Bedenken hatte, ihn einzusetzen – unabhängig von Gegner und Bedeutung des Spiels.

Neuzugang & Flop des Jahres: nicht vergeben

Mit Rademacher und Möhrle kamen nur zwei Neue vor der Saison (die neuen, die bereits im Kader waren, klammere ich mal aus, da nicht „meine“ Transfers). Beide machten ihre Sache gut, ohne herauszuragen. Dass Möhrle nach etwas mehr als einem halben Jahr seine Karriere beendete, mag zwar doof sein – doch als U19-Assistenztrainer hat er eine neue und wichtige Aufgabe gefunden, sodass ich ihn nicht als Flop einstufe.

Maschine des Jahres: Fabian Holthaus

FM17 Fabian Holthaus

Als Spieler mit den meisten Einsätzen hat Fabian Holthaus nicht nur deshalb schon ein großes Pensum abgespult – er ist darüberhinaus auch der Spieler in der Liga mit den meisten abgespulten Kilometern pro 90 Minuten. Kein anderer Akteur dürfte also so viel Rasenfläche beackert haben wie unser Linksverteidiger. Dazu agiert er mit einem Notenschnitt von 7,01 auf konstant verlässlichem Niveau und steuerte zudem sieben Vorlagen sowie ein wichtiges Tor bei.

Nervensäge des Jahres: Timo Gebhardt

FM17 Gebhardt

Meine Auseinandersetzungen und die späte Versöhnung mit unserem Starspieler habe ich im Laufe der Saison beschrieben. Sicher gehören Unstimmigkeiten dazu, aber dass ausgerechnet Timo Gebhardt der Protagonist war, dürfte die wenigsten verwundern. Im Großen und Ganzen waren seine Leistungen trotzdem in Ordnung – mit 10 Toren und 8 Vorlagen ist er unser Topscorer – dennoch erwarte ich von einem Spieler seiner Kalibers in der 3. Liga mehr herausragende Leistungen. Ein Notenschnitt von 6,93 ist mir da zu wenig. Mal abwarten, ob es eine Fortsetzung geben wird – neue Vertragsgespräche stehen an. Ich bin noch uneins.

Spiel des Jahres: 1-0 gegen Magdeburg

Im entscheidenden Spiel gegen Magdeburg spitzte sich die gesamte Saison zu: Zu Hause. Gegen den Rivalen. Ausverkauftes Haus. Die Möglichkeit, den Aufstieg klar zu machen. Und dann geht die Idee hinter der Personalwahl noch voll auf. Besser gehts nicht!

 

Damit sind meine persönlichen Saisonawards vergeben – und wir können die Ziele auswerten und in die Zukunft blicken:

Auswertung der Ziele

Vor der Saison hatte ich mir einige Ziele gesetzt sowie Methoden zur Erreichung dieser Ziele definiert. Wie haben wir uns diesbezüglich geschlagen? Zur Erinnerung:

Ziele:

  • persönlich: Vertragsverlängerung!
  • Finanzielle Stabilisierung
  • Möglichst baldiger Aufstieg

Methoden:

  • Konzentration auf für sportlichen Erfolg zentrale Bereiche
  • Anwendung von Moneyball-Prinzipien
  • Verpflichten von ausschließlich vertragslosen Spielern & Leihspielern
  • Fokus auf Spieler mit möglicher Wertsteigerung
  • taktisch: möglichst einfaches System spielen lassen

Mein Vertrag wurde bereits im November verlängert und mit dem (auch für mich) überraschenden Aufstieg konnten wir bereits nach einem Jahr die dritte Liga nach oben verlassen. Die finanzielle Situation ist ebenfalls stabil. Es konnten 1,5 Mio. Euro Schulden abgetragen werden, womit noch rund 10 Mio. Euro Miese bleiben. Deren Abbezahlung ist allerdings an die Etablierung in der (ersten!) Bundesliga geknüpft – insofern haben wir alles abbezahlt, was es abzubezahlen gab. (Auch wenn mein Beitrag dazu zugegebenermaßen klein ist.)

Dennoch kann ich nur ein Fazit ziehen: Wir haben alle drei Ziele, die ich uns für unsere Zeit in der 3. Liga gesetzt hatte, erreicht!

Dazu wurden auch die angedachten Methoden verwendet. Beim Aufbau des Mitarbeiterstabs habe ich mich vor allem auf die erste Mannschaft konzentriert. In meinem zweiten Jahr werde ich definitiv den Fokus weiten und auch die langfristige Entwicklung des Vereins, v.a. der Jugendmannschaft, ins Auge fassen.

Dass der Möhrle-Transfer nicht den Moneyball-Prinzipien entsprach, habe ich im Bericht zur Vorbereitung betont. Dennoch halte ich ihn (trotz des vorzeitigen Karriereendes) nach wie vor für gerechtfertigt. Moneyball soll hier eine Leitschnur sein, jedoch nicht puristisch angewendet werden.

Hansa in der zweiten Liga

Damit erreichen wir Phase 2 meines Entwicklungsplans:

Ziele:

  • sportliche Etablierung
  • Schuldenabbau, nach Möglichkeit finanzielle Rücklagen bilden
  • Aufbau eines Nachwuchsleistungszentrums
  • Entwickeln einer Vereins-DNA

Methoden:

  • Moneyball-Prinzipien (s.o.), günstig einkaufen, teuer verkaufen
  • Ausbau des Mitarbeiterstabs in den Kernbereichen
  • Fokus auf Talente, insbesondere aus Afrika & Skandinavien
  • Erstellen und Pflegen eines „Schattenkaders“
  • Entwickeln/Verfeinern einer Spielidee und deren Implementierung in allen Bereichen (Jugend, Training, Transfers, …)

Über allem steht natürlich die sportliche Etablierung. Hier kommt es zunächst darauf an, einen schlagkräftigen Kader zu formen und uns taktisch schnell in der neuen Liga zu akklimatisieren.

Schulden gibt es, wie oben kurz angerissen, bis zur Etablierung in Liga 1 keine zurückzuzahlen. Daher können wir uns auf den Aufbau finanzieller Rücklagen konzentrieren. Diese werden wir benötigen, um in Zukunft die ein oder andere infrastrukturelle Maßnahme umzusetzen und die Qualität aller Angestellten nachhaltig zu erhöhen. Zum Glück sind die Einrichtungen bereits auf einem guten Niveau. Auch ist unser Stadion groß genug für weiteres Wachstum. Ich hoffe auf einen deutlichen Anstieg der Zuschauerzahlen in der neuen Liga. Neben (hoffentlich) neuen Sponsoren ist das mittelfristig die wichtigste Einnahmequelle. Dazu kommen dann Gewinne durch Spielerverkäufe, womit wir wieder bei Moneyball wären.

Auch in Liga 2 werde ich nur in seltenen Fällen Transfersummen bezahlen; und dann auch nur für Spieler auf dem Krabbeltisch. Der Fokus liegt weiterhin auf jungen, entwicklungsfähigen Spielern mit potenzieller Wertsteigerung.

Was die Entwicklung der DNA betrifft, so habe ich mich für das Beibehalten der 3-5-2-Formation entschieden. Sie mag in Zukunft variiert werden, aber sie soll erstmal der Grundstock sein. Zudem soll uns die Kogge als Leitbild dienen: Wir benötigen hart arbeitende, kernige Männer an Bord. Wettergegerbt. Männer mit Bart.

Ich werde das im Laufe der kommenden Saison weiter ausdefinieren und über die nächsten Spielzeiten in die Tat umsetzen. Die Kogge bildet aber erstmal den Grundstock. Weiteres kommt dann zu gegebener Zeit. Das betrifft u.a. auch den Schattenkader, der erst in Erscheinung treten wird, wenn die übrigen Dinge geregelt und etabliert sind. Eins dürfte klar sein: Phase 2 wird deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als Phase 1. Ich freue mich drauf!

Nächste Schritte

Einige Planstellen müssen neu besetzt werden. Das gilt für den Kader, aber auch für die Mitarbeiter. Ich würde gerne die Positionen Sportdirektor, Jugendabteilungsleiter und Torwarttrainer neu besetzen. Außerdem hoffe ich, dass der Vorstand einer Vergrößerung des Trainerteams zustimmt, um uns weiter spezialisieren zu können und die Trainingsqualität weiter zu verbessern. Mal abwarten. Unabhängig davon ist noch eine Stelle bei den Scouts offen, die ich vergeben möchte.

Was die Spieler betrifft, möchte ich mich zunächst um die letzten auslaufenden Verträge kümmern: Kapitän Matthias Henn würde ich gerne weiter im Team haben, allerdings stimmt er bislang einer Zusatzfunktion als Jugendtrainer nicht zu. Bei Timo Gebhardt, der zum Topverdiener aufsteigen möchte, bin ich noch nicht sicher.

Bislang verlängert haben Stephan Andrist (nach der Unterschrift 6 Monate verletzt – argh!), Torwart Marcel Schuhen, Michael Gardawski und die Innenverteidiger Dennis Erdmann und Marcus Hoffmann.

Vorteil an den Spielern der Aufstiegsmannschaft ist, dass sie mit unserer Art zu spielen bereits vertraut sind. Das kann zum Saisonstart ein Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz sein. Solange meine Spieler keine horrenden Gehaltsvorstellungen haben, muss ich nicht notwendig Personalwechsel vornehmen.

Beuteschema

Das heißt nicht, dass ich nicht nach Verstärkungen suche. Bei der Rekrutierung neuer Spieler muss ich jedoch der Gefahr aus dem Weg gehen, zu viel auf einmal zu wollen. Es könnten natürlich alle Bereiche verstärkt werden, aber das Budget ist äußerst begrenzt. Daher konzentriere ich mich vor allem auf die folgenden drei Bereiche:

  • In der Innenverteidigung benötige ich ein bis zwei Spieler, die physisch und vor allem mental in der Lage sind, 90 Minuten den Laden zusammen zu halten
  • Im zentralen Mittelfeld hätte ich gerne einen neuen ZMd, der physisch mehr Präsenz mitbringt als Wannenwetsch (der dann eine andere Rolle bekäme)
  • Ich benötige Ersatz oder (sollte er verlängern) einen Backup für Timo Gebhardt. Der neue Mann darf gerne spielintelligenter sein und im Idealfall auch als Stürmer agieren können.

Mal schauen, welche Möglichkeiten sich ergeben. Jetzt wird erstmal gescoutet. Ich melde mich wieder, wenn die Saisonvorbereitung abgeschlossen ist und ich hoffentlich zahlreiche Nägel mit Köpfen gemacht habe …

fm17_saisonrueckblick fm17_vorstandsvertrauen

2 Kommentare

  • Schönes Fazit, schöne Saison. Timo Gebhardt entlassen! Oder hat der nen Bart? ;-)
    Scoutest Du eigentlich auf die „harte Tour“? D.h alle Attribute verborgen oder mit sichtbaren Attributen?

    • Danke!

      Bartwuchs hat Gebhardt zumindest, er könnte also in die Philosophie noch hineinwachsen ;)

      Die Attribute werden erst durch Scouting aufgedeckt, falls du das meinst.

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