Der Regisseur von Cannes – Die Taktik

AS Cannes Taktik FM18

Wenn sich ein roter Faden durch Commondores zweieinhalbjährige Amtszeit beim AS Cannes zieht, dann ist es die Suche nach der einen Taktik. Erfolgreich zu sein ist das eine, einen Stil zu prägen das andere. Wird es dem Aufstiegstrainer gelingen, diese Baustelle zu schließen?

Was bisher geschah: Einleitung | Saison 2017/18 | Saison 2018/19: Teil 1, Teil 2, Teil 3 | Saison 2019/20: Teil 1, Teil 2

Es hat eine Weile gedauert – doch nun bin ich überzeugt, dass wir endlich einen Weg gefunden haben, so zu spielen, wie ich mir das wünsche. Großer Dank geht an 53bast1an, der mich durch einfache taktische Fragestellungen selbst darauf gebracht hat, wie ich das am besten aufbaue.

Also – so wird der AS Cannes in Zukunft spielen:

Die Formation

Grundformation & Spielerrollen

Wir probieren es noch mal mit dem 4-4-2 mit Raute. Allerdings ziehe ich den offensiven Mittelfeldspieler in zentrale Mittelfeld zurück. Davon erhoffe ich mir mehr Kompaktheit im Mittelfeld.

Die Rollenverteilung

Die Spielerrollen werden fürs erste so verwendet, wie sie sind – also nicht durch Spieleranweisungen angepasst:

Im Tor setze ich auf einen klassischen Torwart. Er soll sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren und seinen Kasten sauberhalten.

In der Abwehrreihe soll der Ballspielende Innenverteidiger (BsV) das Aufbauspiel von hinten unterstützen, quasi als tiefer Spielmacher. Das soll unseren eigentlichen Spielmacher auf der Acht entlasten und unsere Abhängigkeit von ihm verringern, falls er mal aus dem Spiel genommen wird.

Die Außenverteidiger sind so eingestellt, dass sie die Flügelspieler davor unterstützen: Auf der rechten Seite soll der Außenverteidiger hautptsächlich den angreifenden Flügelspieler absichern und situationsabhängig unterstützen. Der Flügelspieler soll in erster Linie die Außen beackern und mit seinen Geberqualitäten für Torgefahr sorgen. Nicht umsonst ist unser Rechtsaußen Vorlagenkönig.

Auf der linken Seite ist eher der Außenverteidiger für die Offensive zuständig: Der Außenspieler vor ihm soll als Äußerer Mittelfeldspieler die Bindung zu den beiden zentralen Mittelfeldspieler halten und nur sekundär über die Außen gefährlich werden – wann es eben möglich ist.

Der defensive Mittelfeldspieler bietet mir den Mittelweg zwischen einem tiefen Secher oder Abräumer und einem weiteren Spielmacher. Er soll etwas mehr Möglichkeiten haben, am Spiel teilzunehmen, aber gleichzeitig den klaren Fokus auf die Defensive behalten.

Unser Achter soll als Vorgeschobener Spielmacher das Spiel lenken und damit der entscheidende Kreative auf dem Feld sein. Durch die Angriffs-Duty erhoffe ich mir, dass er in Ballbesitz noch prominenter den Zehnerraum besetzt und die Verbindung zu den Stürmern herstellt.

Im Sturm setze ich auf meine beiden Lieblingsrollen: Der defensive Stürmer soll früh Druck aufbauen, um schnell den Ball zurückzuerobern oder Befreiungsschläge zu provozieren. Der Stoßstürmer hingehen lauert auf Höhe der Abwehrreihe, um diese nach hohen Anspielen und Flanken hinter sich zu lassen, in der Hoffnung blank vor dem Tor zu stehen.

Die Anweisungen

Dröger Ergebnisfußball passt nicht ins glamoröse Cannes. Mein Ziel ist es daher, offensiven Fußball spielen zu lassen – mir ist ein 5:4 lieber als ein 1:0. So will ich das erreichen:

Teamanweisungen

Mentalität und Dynamik

Als Mentalität wähle ich Angreifen. Der Hauptgrund dafür ist tatsächlich, dass ich das so möchte. Vielleicht wäre es sinniger auf andere Mentalitäten zurückzugreifen, das wird sich aber mit der Zeit ergeben. Die ein oder andere Schraube wird sowieso noch angefasst werden müssen.

Die Dynamik belasse ich auf flexibel. Eine fluidere Variante würde uns zu offensiv werden lassen; eine striktere würde zu viel vertikale Kompaktheit aufgeben. Flexibel scheint mir daher ein guter Mix zu sein.

Team-Anweisungen

Durch die Angriffs-Mentalität haben wir bereits ein schnelles Spiel nach vorne. Um die Fehlerquote zu minimieren, lassen wir daher das Tempo auf normal.

Die Defensivlinie ziehe ich etwas zurück. Die Spieler pressen durch die Mentalität bereits hoch; die etwas tiefere Defensivlinie soll verhindern, dass der Raum hinter der Abwehr zu groß wird und wir zu leicht auszukontern sind.

Dazu öffnet es dem Mittelfeld – vor allem dem Spielmacher – etwas mehr Raum, um das Spiel zu machen. Genauso gibt es dem Ballspielenden Verteidiger mehr Zeit am Ball, um bei Bedarf das Spiel von hinten zu lenken.

Im Zweikampf sollen die Spieler lange auf den Beinen bleiben und saubere Zweikämpfe führen, um bei Ballgewinn schnell auf Angriff schalten zu können.

Aus demselben Grund sollen die Spieler den Ball direkt spielen. Der Gegner soll permanent unter Druck gesetzt werden und wenig Zeit bekommen sich zu sortieren. Daher sollen auch die Flügelspieler früh flanken, um dem Stoßstürmer die Möglichkeit zu geben rechtzeitig die Abwehrreihe zu durchbrechen.

Ausblick

Das waren meine Gedanken zur neuen Taktik. Ich hoffe, dass sich meine Vorstellungen damit in die Praxis umsetzen lassen. Wie so oft stirbt die Hoffnung zuletzt, dass die Mannschaft das dieses Mal hinbekommt und der Regisseur seinem Machwerk endlich die eigene Handschrift aufprägen kann …

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